IHK-Umfrage zeigt aber große Unterschiede in den Branchen
OWL-Unternehmer wieder zuversichtlicher

Bielefeld/Detmold (WB). In der Wirtschaft in Ostwestfalen und Lippe macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Das ist das Ergebnis der Herbstkonjunkturumfragen der beiden Industrie- und Handelskammern in Bielefeld und Detmold.

Donnerstag, 01.10.2020, 05:00 Uhr
Das Gebäude der IHK in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Der sogenannte Konjunkturklimaindex, in dem die augenblickliche Lageeinschätzung und die Erwartungen der Unternehmer an die nahe Zukunft zusammengefasst werden, ist mit 102 Punkten über die Marke von 100 hinaus gestiegen, bei der sich positive und negative Aussagen die Waage halten. Bei der vorangegangenen IHK-Umfrage im Juni war er in Ostwestfalen auf den bisher tiefsten Stand von 63 Punkten eingebrochen.

Bei der Vorstellung der Umfrage, an der sich zwischen Mitte August bis Mitte September 1813 ostwestfälische Unternehmen mit 128.715 Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligt hatten, erklärte IHK-Präsident Wolf Meier-Scheuven am Mittwoch, dass es „die“ Konjunktur derzeit nicht gebe. Die Unterschiede seien etwa in der Industrie zwischen Maschinenbauern und Lebensmittelherstellern und im Handel zwischen Fahrrad- und Modegeschäften gewaltig. Hinzu komme, dass sich nur Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten an der Umfrage beteiligten.

Voll ausgelastet sind Meier-Scheuven zufolge derzeit nur 15 Prozent der Industriebetriebe. Das sei noch nicht viel anders als im Juni. Deutlich verbessert hätten sich dagegen die Erwartungen. Hier zeige sich am ehesten die von der Wirtschaft erhoffte V-förmige Entwicklung der Konjunktur. Der Anteil der Unternehmen, die eine Steigerung erwarteten, habe sich seit Juni von 13,4 auf 29,9 Prozent mehr als verdoppelt. 22,7 Prozent befürchten eine Verschlechterung – gegenüber 57,1 Prozent vor einem Vierteljahr.

Sorge bereitet Meier-Scheuven der Export. Hätten die Industriebetriebe zu Beginn der Pandemie noch von den vollen Auftragsbüchern aus der Zeit davor zehren können, so sei dieses Polster nun aufgebraucht. Um neue Aufträge zu generieren, aber auch um gelieferte Maschinen in Stand zu halten, müsste Mitarbeiter ins Ausland reisen können. Der Bielefelder Unternehmer kritisierte die Gleichstellung von Urlaubs- und Geschäftsreisen und setzt auf Erleichterungen durch Corona-Schnelltests .

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