Nur 20 Prozent der Busfahrten werden durchgeführt
Warnstreik bei Mobiel

Bielefeld (WB). Die Beschäftigten der Bielefelder Verkehrsbetriebe Mobiel befinden sich im Warnstreik . Sie haben sich dem bundesweiten Streikaufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angeschlossen. Nur etwa 20 Prozent der Busverbindungen können an diesem Dienstag angeboten werden. Auf den vier Stadtbahnlinien ruht der Verkehr komplett.

Dienstag, 29.09.2020, 12:05 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 12:10 Uhr
Bei Mobiel bleiben die Busse heute im Depot. Foto: Bernhard Pierel

Der morgendliche Berufsverkehr war dichter, die Parkhäuser in der Stadt sind voller. Am Mittwoch ist der Warnstreik beendet, soll alles wieder normal laufen.

Dem Streikaufruf sind nach Angaben von Verdi rund 400 der 700 Mobiel-Beschäftigten gefolgt. Zu einer Kundgebung vor dem Betriebshof in Sieker sind am Morgen rund 40 Beschäftigte zusammengekommen.

Neuer Manteltarifvertrag gefordert

Mit ihrem Warnstreik will die Gewerkschaft Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag durchsetzen. „Der geltende Vertrag ist 19 Jahre alt und bildet die Arbeitswirklichkeit längst nicht mehr ab“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Sebastian Schulze.

Bei den Fahrern von Mobiel gebe es zudem eine „Drei-Klassen-Gesellschaft“. Alt-Beschäftigte, die noch von besseren Leistungen profitierten, vor 2001 eingestelltes Fahrpersonal und Beschäftigte, die später angestellt worden sind. „Dabei kommt es zu Gehaltsunterschieden von bis zu 409 Euro im Monat für die gleiche Arbeit“, so Schulze.

Vor allem in den Außenbereichen von Bielefeld kann Mobiel an diesem Dienstag noch Busverbindungen anbieten. Die Linien werden von Subunternehmern bedient und sind nicht vom Streik betroffen.

Ziel der Gewerkschaft ist es auch, für die bundesweit rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV einen einheitlichen Tarifvertrag durchzusetzen. Die Arbeitgeber stehen einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber und kritisieren den Warnstreik als in Corona-Zeiten nicht angemessen.

 

 

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