Marcel Juchhoff engagiert sich in Sierra Leone und sucht Mitstreiter
Ein Kinderdorf für Waisen

Bielefeld (WB). SOS Kinderdörfer sollen Vorbild für ein Waisenheim sein, das ein jungen Bielefelder in Freetown, Sierra Leone, gründen will. „Wir haben in diesem Jahr ein Grundstück gekauft. Im März ist wohl das erste Haus fertig, mit etwas Glück auch das zweite“, erzählt Marcel Juchhoff, der sich seit drei Jahren mit viel Elan für die Organisation UCC Orphanage engagiert, die seit diesem Jahr ein eingetragener Verein ist und damit auch Spendenquittungen ausstellen kann.

Dienstag, 29.09.2020, 06:00 Uhr
Marcel Juchhoff engagiert sich seit drei Jahren für Waisen in Freetown, Sierra Leone. Mit dem Verein UCC Orphanage will er jetzt ein Waisenheim nach dem Modell der SOS Kinderdörfer errichten. Ein Grundstück gibt es schon. Jetzt werden Häuser gebaut.

Der Kontakt zu dem Waisenprojekt besteht schon seit Jahren. Juchhoffs Stiefvater Günther Mück aus Wittlich pflegte enge Beziehungen zu Pastor Samura Saa in Sierra Leone und unterstützte dessen Waisenheim, dem eine Schule angeschlossen ist. Pastor Saa und der Verein UCC Orphanage arbeiten jetzt zwar unabhängig voneinander, doch eines bleibt ihnen gemein: Sie kümmern sich um Waisen, die ohne ihre Hilfe keine Chance auf Bildung und damit Zukunft in Sierra Leone hätten.

Neues Zuhause für 100 Mädchen und Jungen

Aktuell betreut UCC Orphanage 20 Kinder. Stiefvater Mück, der auch erster Vorsitzender des Vereins ist, hat als Hauptsponsor den Kauf des 4500 Quadratmeter großen Grundstücks am Rand von Freetown ermöglicht. Die sechs- bis 14-jährigen Schützlinge wohnen bis zur Fertigstellung der ersten beiden Häuser mit ihren Gasteltern in einem angemieteten Haus. „Das Ziel ist, dass jeweils zehn Kinder gemeinsam mit einem Gastelternpaar in einem Haus leben“, erzählt Juchhoff. Das gebe auch jungen Familien die Möglichkeit, ihren Unterhalt zu verdienen, erklärt er das Konzept. Wichtige Stütze beim Aufbau des Dorfes ist Alusine, ein Mitarbeiter seit vielen Jahren, der aktuell mit seiner Frau und seinen beiden Kindern mit den 20 Waisen lebt. Alusine sei gut vernetzt, auch mit der Kirchengemeinde, über die weitere Gasteltern rekrutiert werden sollen, wie Juchhoff erzählt. Zehn Häuser sollen gebaut werden und zu einem Zuhause für 100 Mädchen und Jungen werden.

„Every child deserves a childhood“ – jedes Kind verdient eine Kindheit – lautet das Motto von UCC Orphanage. Dazu gehört neben einem Zuhause, Kleidung und Essen auch die Schulbildung. Die Kinder wüssten um die Bedeutung von Schulbildung und wollten unbedingt lernen, auch noch nach dem Unterricht, wie Marcel Juchhoff erzählt. Der Verein habe deshalb zwei Lehrer eingestellt, die nachmittags beziehungsweise abends für die Betreuung eingesetzt würden.

Handwerkliche Grundkenntnisse vermitteln

Kontakte seien in dem afrikanischen Land unerlässlich. Juchhoff, der schon zwei Mal in Sierra Leone war und auch die Slums besuchte, wollte eigentlich in diesem Jahr für drei Monate nach Freetown reisen mit dem Ziel, künftige berufliche Chancen für die Jugendlichen nach der Schulzeit auszuloten. Die Pandemie hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt ist das Ziel, Ende März nach Freetown zu fliegen. Begleitet wird der IT-Servicemanager dann unter anderem von einer jungen angehenden Malerin. Sie will nicht nur beim Bau der Häuser helfen, sondern auch die Jugendlichen für das Handwerk interessieren und ihnen Grundkenntnisse vermitteln.

Zur Zeit zählt der noch junge Verein fünf Mitglieder. Marcel Juchhoff, zweiter Vorsitzender, hofft, dass sich noch mehr Menschen für die Unterstützung der Waisen in Sierra Leone interessieren. „Neben Geldspenden benötigen wir auch Knowhow“, erzählt Juchhoff, der sich über Hilfe jeder Art freut, auch wenn es um den Aufbau der Website oder Marketing gehe, denn zur Zeit liege alles auf seinen Schultern.

Auch für die Arbeit direkt in Sierra Leone wird Hilfe benötigt. „Wir brauchen für das Grundstück noch Infrastruktur. Das Stromnetz liegt drei Meilen entfernt, deshalb wollen wir eine Photovoltaikanlage bauen“, sagt Marcel Juchhoff. Und für die Wasserversorgung müssten noch Brunnen gebaut werden.

www.ucc-orphanage.net

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Kommentare

Marcel Juchhoff  wrote: 30.09.2020 10:28
Danke
Vielen Dank für den SUPER Artikel. Toll geschrieben.
Wir haben uns sehr gefreut ihn zu lesen und haben auch schon ein Paar Rückmeldungen bekommen.
Lieben Gruß
Marcel
Total 1 comments
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