Werthers Trinkwasserversorgung weiter gesichert: Übergabestation ist fast fertig
Bielefelder Wasser kann kommen

Werther (WB). Wenn die Wertheraner demnächst den Wasserhahn aufdrehen, dann könnte an manchen Tagen vorübergehend der eine oder andere Liter Wasser auch aus Bielefeld stammen. Die neue Wasserübergabestation an der Schloßstraße ist fast fertiggestellt.

Donnerstag, 24.09.2020, 02:15 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 03:01 Uhr
Von außen ist nur ein kleines Häuschen zu sehen; doch die neu errichtete Wasserübergabestation an der Schloßstraße ist wichtig, um die Versorgung sicherzustellen. Foto: Volker Hagemann

Von außen gesehen ist es nur ein grün gestrichenes Häuschen, das an der Ortsgrenze zwischen Werther und Deppendorf am Feldrand steht. Doch die neu errichtete Anlage mit ihrer Verbundstelle ist wichtig, um die Versorgungssicherheit der Wertheraner Haushalte mit Trinkwasser zuverlässig aufrecht erhalten zu können. Denn im Zuge der Sanierung des Brunnens Schanze will die Stadt Werther mögliche Engpässe von vornherein ausschließen. „Sollte es in dieser Zeit doch mal vorübergehend eng werden, würde über die Wasserübergabestation Trinkwasser aus dem Bielefelder Netz geliefert werden können“, erklärt Jens Kreiensiek, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen der Stadt Werther. Ob das jemals notwendig wird, könne man nicht vorhersagen. „Die Station dient als Sicherheitsmaßnahme.“

Leitung auf 450 Metern erneuert

Die Bauarbeiten dafür an der Schloßstraße befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Auf etwa 450 Metern Länge ist die bestehende Wasser-Hauptleitung komplett erneuert worden: Vom Kreuzungspunkt Schloßstraße/Isingdorfer Bruch bis zur Übergabestation wurden die alten Gussrohre gegen Rohre aus Polyethylen (Kunststoff) ersetzt – Kostenpunkt: 93.000 Euro. Die Übergabestation selbst schlägt mit etwa 65.000 Euro zu Buche, die Tiefbauarbeiten mit weiteren 7500 Euro.

„Bis Ende dieser Woche sollen die neuen Leitungen aus beiden Richtungen miteinander verbunden sein“, kündigt Kreiensiek an. „Anschließend werden sie ausgiebig gespült und desinfiziert.“ Denn, das betont vor Ort auch Friedhelm Gockel vom ausführenden Tiefbauunternehmen Bökmann aus Delbrück: „Wasser ist in Deutschland das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Daher müssen wir zur Inbetriebnahme der Wasserübergabestation drei Wasserproben nehmen.“ Am Mittwoch installierte er mit seinen Kollegen unter anderem weitere Teile der Rückstausicherung – „damit das Wasser auch zuverlässig immer nur von Bielefeld aus in Richtung Werther fließt und nicht versehentlich in die andere Richtung“, erklärt er augenzwinkernd. Anschließend müssen noch die Zähler montiert werden.

Brunnenbohrung an der Schanze beginnt Anfang Oktober

Derweil liegen die Sanierungsarbeiten am Hochbehälter Egge im Zeitplan, sie sollen laut Jens Kreiensiek in den kommenden Tagen abgeschlossen sein. Direkt danach gehe es an der Schanze weiter: „Die Brunnen-Neubohrung ist in Vorbereitung, ab Anfang Oktober soll die Bohrfirma loslegen können.“ Bis Ende Februar 2021 dürften nach Auskunft des Fachbereichsleiters die Bohrarbeiten abgeschlossen sein und der neue Brunnen in Betrieb genommen werden. Auch das dazugehörige Gebäude auf der Schanze solle bis dahin saniert sein.

Noch einmal zurück zur neuen Wasserübergabestation: Sollte sie in Anspruch genommen werden müssen, könnten pro Stunde bis zu acht Kubikmeter durch die Anlage an der Schloßstraße fließen. „Das können die Bielefelder verkraften“, scherzt Kreiensiek. Bisher förderte der Brunnen Schanze 13 Kubikmeter. Fiele das vorübergehend ganz aus, kämen zum Bielefelder Wasser die restlichen fünf Kubikmeter von den Brunnen Kök und Temming.

Viele Radfahrer ignorieren die Sperrung

Bauarbeiter leben mitunter gefährlich. Sind es beispielsweise in Theenhausen regelmäßig rücksichtslose Autofahrer im Bereich der Baustelle, sind es an der Schloßstraße auf der Stadtgrenze zwischen Werther und Bielefeld immer wieder Fahrradfahrer: Fast täglich ignoriere jemand das vorübergehend geltende – und deutlich gekennzeichnete – Durchfahrtsverbot in der Baustelle, berichten die Bauarbeiter. Dabei gibt es hier Engstellen und Gräben, teils mit unterbrochener Fahrbahndecke und einer provisorischen Brücke aus Stahlplatten. „Trotzdem wird hier immer wieder, ohne zu fragen, in hohem Tempo durchgeprescht, oft haarscharf an uns vorbei“, berichten die Bauarbeiter kopfschüttelnd.

 

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