Kommentar zu den Bündnis-Möglichkeiten im Bielefelder Rathaus
Augen links

Bielefeld (WB). Vieles spricht dafür, dass in Bielefeld an einem rot-grün-roten Rathaus-Bündnis zwischen SPD, Grünen und Linkspartei gebastelt wird. Klappt das nicht, könnte selbst die Satirepartei „Die Partei“ zum rot-grünen Juniorpartner werden. Nur aus der „Paprika“, der rot-grünen Verbindung mit Bürgernähe/Piraten und Lokaldemokraten, scheint Dörrgemüse geworden zu sein.

Samstag, 19.09.2020, 10:41 Uhr aktualisiert: 19.09.2020, 10:44 Uhr
Hinter den Rathaus-Mauern wird an einem neuen Bündnis gefeilt. Foto: Bernhard Pierel

Das liegt zum einen daran, dass sich deren Ratsvertreter Gordana Rammert (Bürgernähe/Piraten) und Michael Gugat (Ex-Pirat, jetzt Lokaldemokrat) nicht sonderlich schätzen. Ein solches Bündnis hätte im neuen Rat aber auch in keinem der wichtigen Fachausschüsse eine Mehrheit. Fünf Jahre lang hing alles an der Stimme des Oberbürgermeisters.

Doch Amtsinhaber Pit Clausen (SPD) müsste auch erst einmal wiedergewählt werden bei der Stichwahl am 27. September. Die wird vor diesem Hintergrund zu einer wirklichen Richtungswahl. Schafft es Clausen, dürfte der deutliche Linksruck im Rat nicht mehr aufzuhalten sein. Den wünscht sich Bielefelds SPD-Chefin Wiebke Esdar nicht nur als Bundestagsabgeordnete in Berlin, sondern auch in Bielefeld.

Unterliegt Clausen Ralf Nettelstroth (CDU), könnte dieser ein neues Bündnis voranbringen. Sein Favorit ist eine Große Koalition mit der SPD. Auch wenn Esdar anders unterwegs ist: Am Ende wäre es für die SPD vielleicht sogar eine Chance, ein Befreiungsschlag. So wie sie in der Berliner Groko unter der CDU leidet, hat sie in der Dauerverbindung mit den Grünen in Bielefeld immer mehr an Profil verloren. Der vermeintliche Juniorpartner, die Grünen, sagt den Genossen längst in vielen Fragen, wo es lang gehen soll. Nach der jüngsten Ratswahl trennt beide nur noch ein Ratsmandat. Da werden die Grünen künftig auf noch mehr Einfluss drängen.

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