Förderschulen sind sanierungsbedürftig – Opticus-Schule soll umziehen
LWL will in Neubauten investieren

Bielefeld (WB). Mit erheblichen Investitionen möchte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in den kommenden Jahren seine Bielefelder Förderschulen zukunftsfähig aufstellen. In einen Neubau auf dem LWL-Gelände in Senne soll die Opticus-Schule (Förderschwerpunkt Sehen) umziehen. Allein für diese Maßnahme kalkuliert der LWL mit Kosten in Höhe von 17,4 bis 19,4 Millionen Euro.

Sonntag, 20.09.2020, 07:53 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 08:00 Uhr
Das Gebäude der Opticus-Schule wurde 1959 errichtet und ist sanierungsbedürftig. Foto: Bernhard Pierel

Einen Grundsatzbeschluss für den Ersatzneubau soll der Schulausschuss des LWL in seiner Sitzung am Dienstag, 22. September, treffen. Derzeit besuchen 65 Schüler die Opticus-Schule. Zudem werden 120 Kinder in der Frühförderung betreut, und 77 Kinder und Jugendliche im Gemeinsamen Lernen in Allgemeinen Schulen unterstützt.

Untergebracht ist die Opticus-Schule in einem von der Stadt Bielefeld angemieteten Gebäude (Baujahr 1959) an der Bökenkampstraße in Mitte. In unmittelbarer Nähe betreibt der Landschaftsverband auch die Ravensberger Schule (Förderschwerpunkt Sprache/Sek. I). Kleinere Sanierungen seien im Rahmen der Instandhaltung vorgenommen worden, „aber größere, notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurden vom Eigentümer nicht umgesetzt“, heißt es in der Vorlage für den LWL-Schulausschuss. Aufgrund des Baujahres sei neben den offensichtlichen Brandschutzmängeln auch von einer Schadstoffbelastung auszugehen.

Verkehrsanbindung nicht optimal

Die Kosten für eine Grundsanierung des angemieteten Bestandes an der Bökenkampstraße und der genutzten Bereiche in den Räumen der Ravensberger Schule beziffert der LWL mit neun Millionen Euro. Hinzu kämen 1,5 Millionen Euro für den Ankauf des 4250 Quadratmeter großen Grundstücks der Opticus-Schule. Weitere Mittel müssten zur Verfügung gestellt werden, um während er Sanierungsphase Ersatzschulraum (Container) zu schaffen. Dem Landschaftsverband ist das zu viel Geld für einen Standort, an dem auch die verkehrliche Anbindung nicht optimal ist.

Das aktuelle Raumprogramm weist für die Opticus-Schule eine erforderliche Nutzfläche von 2565 Quadratmetern aus. Am jetzigen Standort stehen Schülern und Lehrern 2129 Quadratmeter zur Verfügung.

„Aus Sicht der Verwaltung erfordert die gegenwärtige Situation, von einer Sanierung des Schulgebäudes abzusehen und sich stattdessen planerisch mit einem Ersatzneubau für die Opticus-Schule auseinanderzusetzen“, heißt es in der Vorlage. Für die Neubauplanung biete sich eine Fläche auf dem Grundstück des LWL-Schulzentrums in Senne an. Dort sind bereits die Albatros-Schule (Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung), die Westkampschule (Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation) und die LWL-Schulverwaltung Bielefeld ansässig.

Weitere Projekte werden folgen

Die Opticus-Schule könnte während der Neubauphase im bestehenden Gebäude an der Bökenkampstraße weiter betrieben werden, so dass man auf Container-Lösungen und damit weitere Kosten verzichten könnte. Weil auch für die sanierungsbedürftige Albatros-Schule ein Neubau angestrebt wird, lassen sich möglicherweise Synergieeffekte realisieren. Der LWL will das im weiteren Planverfahren prüfen. Erste Mittel für den Neubau der Opticus-Schule sollen auf Grundlage des Baubeschlusses im Wirtschaftsplan 2022 veranschlagt werden. Zur möglichen Bauzeit macht die Schulausschuss-Vorlage keine Angaben.

Weitere Projekte werden folgen. Die Zielplanung für den LWL-Schulstandort Bielefeld sieht nicht nur Neubauten für die Opticus- und Albatros-Schule vor. Die Ravensberger Schule ist aus Sicht des LWL ebenfalls sanierungsbedürftig (funktionale und räumliche Defizite, Brandschutz, technische Gebäudeausrüstung, Überalterung der Bausubstanz, Schadstoffsanierung). Mit einer Umsetzung ist laut Zielplanung jedoch nicht vor 2024 zu rechnen.

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