Tesla-Fabrikhallen in Grünheide aktuell das spektakulärste Bauprojekt
Goldbecks Auftragsbuch ist voll

Bielefeld (WB). Das 50. Jahr seit Gründung ist für das Bielefelder Bauunternehmen Goldbeck wieder ein Rekordjahr gewesen. Die Gesamtleistung ist in dem am 31. März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2019/20 um 19 Prozent auf 3,45 (Vorjahr: 2,93) Milliarden Euro gestiegen. Und der Rekord-Auftragseingang , der um mehr als 16 Prozent auf 3,9 (3,4) Milliarden Euro gesteigert werden konnte, lässt die geschäftsführenden Gesellschafter Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Goldbeck trotz Pandemie selbstbewusst in die Zukunft blicken. Mit einer Einschränkung, sagt der Sprecher Jörg-Uwe Goldbeck: „Die Baubranche spürt Konjunkturkrisen immer erst später.”

Donnerstag, 10.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 12:12 Uhr
In der Bielefelder Innenstadt ist Goldbeck dabei, das frühere Telekom-Hochhaus umzubauen. Derzeit steht nur noch das entkernte Gerippe. Die Vermarktung der Flächen läuft nach Angaben von Jörg-Uwe Goldbeck trotz Corona-Pandemie wie geplant. Foto: Thomas F. Starke

Für die aktuell größten Schlagzeilen sorgt hierzulande der Auftrag des US-Elektroauto-Herstellers Tesla zum Fabrikhallenbau für die neue Produktionsstätte in Grünheide bei Berlin. Nach Schätzungen von Experten – Goldbeck selbst wurde zu Stillschweigen verpflichtet – hat er ein Volumen von mehr als 100 Millionen Euro. Zudem hat er den Bielefeldern auf Youtube und Twitter schon höchstes Lob von Tesla-Chef Elon Musk eingebracht.

Allerdings sind die Herausforderungen auch nicht gering. Jan-Hendrik Goldbeck: „Bauaufträge dieser Größenordnung haben normalerweise einen Vorlauf von drei Jahren Plan- und zwei Jahren Bauzeit. Hier aber muss alles viel schneller gehen.” Berichten zufolge will Tesla die Produktion schon 2021 in Betrieb nehmen.

Tesla-Fabrik unter fünftgrößten Aufträgen der Firmengeschichte

Die Tesla-Fabrikhallen gehören zu den fünf größten Aufträgen der Firmengeschichte, rangieren aber auch aktuell nicht auf Platz 1. Dort steht derzeit der Bau eines neuen Polizeipräsidiums in Offenbach. Immerhin 32 Prozent der Aufträge haben zugleich immer noch ein Volumen von weniger als 20 Millionen Euro, betonte Jörg-Uwe Goldbeck. Von den 534 Gebäuden, die Goldbeck im vergangenen Geschäftsjahr fertiggestellt hat, seien 265 und damit gut die Hälfte Logistik- und Produktionshallen. Hinzu kamen unter anderem 93 Parkhäuser, 87 Bürogebäude und 14 Schulen.

Wachsende Aufträge verzeichnet auch der neue Bereich Wohnungsbau. 60 bis 70 Projekte bedeuten den Angaben zufolge einen Umsatz von 100 Millionen Euro.

Tesla ist im Übrigen nicht die einzige Investition in Elektro-Mobilität, an der Goldbeck beteiligt ist. Gebaut wird auch für die von Dräxlmaier und Microvast geplanten Batteriewerke in Leipzig und Ludwigsfelde, für den größten chinesischen Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien CATL in Erfurt und für das Akkuwerk von Metawerk und Volkswagen im sächsischen Meerane.

Fortschritte bei der Internationalisierung

Nach der erfolgten Übernahme des Industrie- und Logistik-Bauunternehmens GSE im französischen Avignon erwartet Goldbeck weitere Fortschritte bei der Internationalisierung. Inzwischen erwirtschafte das Unternehmen bereits 26 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Nach 950 Neueinstellungen im Vorjahr stellte Goldbeck 2019/20 allein in Deutschland erneut mehr als 860 Fachkräfte zusätzlich ein. Insgesamt lag die Zahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt bei knapp 7300 und damit um 1000 höher als im Vorjahr. Aktuell zählt das Unternehmen 7850 Menschen, davon etwa 1500 am Stammsitz in Bielefeld. Frauen stellten inzwischen bei den angestellten Architekten 44 und in erweiterten Führungsteam des Unternehmens mehr als 30 Prozent. In diesem Zusammenhang will das Familienunternehmen Goldbeck auch verstärkt in Familienfreundlichkeit investieren. Dazu zählt die geplante Erweiterung des Firmen-Kindergartens.

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