Drei Verletzte bei schwerer Karambolage am Adenauerplatz in Bielefeld
Unfall mit Rettungswagen auf Einsatzfahrt

Bielefeld (WB/cm/hz). Am Mittwoch kam es in Bielefeld auf der Artur-Ladebeck-Straße am Adenauerplatz zu einem Unfall zwischen einem Rettungswagen (RTW) der Berufsfeuerwehr und einem Auto. Die RTW-Besatzung, zwei Sanitäter (28/45) und eine Notärztin (47), wurden verletzt. Der RTW war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, um einen Intensivpatienten ins Krankenhaus zu bringen.

Mittwoch, 09.09.2020, 09:47 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 16:56 Uhr
Der abbiegende Volvo traf den Rettungswagen am Heck und erlitt Totalschaden. Foto: Christian Müller

Der RTW war gegen 8.40 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn stadtauswärts unterwegs, um einen Intensivpatienten in Lebensgefahr zum Krankenhaus Gilead nach Bethel zu bringen. „Als der Rettungswagen den Kreuzungsbereich Johannistal passierte, fuhr ein 58-jähriger Volvo-Fahrer aus Gütersloh vom Johannistal kommend in die Kreuzung ein und stieß gegen den Rettungswagen. Bei dem Unfall erlitten der 45-jährige Fahrer des Rettungswagens, sein 28-jähriger Beifahrer und die 47-jährige Notärztin leichte Verletzungen. Der Intensivpatient und der Volvo-Fahrer blieben unverletzt“, berichtete Polizeisprecherin Hella Christoph.

Offenbar hatte der Fahrer am Steuer eines Volvo V40-Kombi beim Linksabbiegen vom Johannistal (OWD-Abfahrt) zum Adenauerplatz den Rettungswagen im Gegenverkehr trotz eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn übersehen. Der Volvo krachte mit der vorderen rechten Seite gegen das Heck des RTW und erlitt Totalschaden. Der neun Jahre alte Rettungswagen, dessen Aufbau beschädigt wurde, müsse nach dem Unfall ausgemustert werden, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Epp.

Rettungswagen in Bielefeld verunglückt

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Foto: Christian Müller
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Der Intensivpatient aus dem Unfall-RTW wurde nach dem Zusammenstoß in einen anderen Rettungswagen gebracht und weiter ins Krankenhaus nach Bethel gefahren. Dort wurde auch die Notärztin auf Verletzungen untersucht. Die Besatzung des Rettungswagens wurde im Krankenhaus Mitte untersucht. Die Ärztin und die beiden Sanitäter hätten anschließend ihren Dienst nicht fortsetzen können, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Epp.

Die Frage, wer den Unfall verschuldet hat, dürfte nicht ganz einfach zu beantworten sein. Der Volvo-Fahrer gab an, bei Ampel-Grünlicht in die große Kreuzung gefahren zu sein und den Rettungswagen nicht bemerkt zu haben. Die RTW-Besatzung war demnach mit Blaulicht und Martinshorn bei Rotlicht gefahren. Das ist bei Notfällen grundsätzlich erlaubt, allerdings muss das besonders vorsichtig und umsichtig geschehen.

Nach dem Zusammenstoß am frühen Vormittag brach der Berufsverkehr rund um den Adenauerplatz zusammen. Polizisten sperrten die Artur-Ladebeck-Straße in Richtung Gadderbaum/Brackwede. Auch das Linksabbiegen vom Johannistal zum Adenauerplatz war nicht mehr möglich. Die Polizei gab die Unfallstelle erst nach knapp zwei Stunden gegen 10.30 Uhr wieder frei.

Der RTW und der Volvo-Kombi waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Feuerwehrleute streuten ausgelaufene Betriebsstoffe mit Ölbindemittel ab. Der Schaden wird von der Polizei auf 16.000 Euro geschätzt, dürfte tatsächlich aber deutlich höher sein. Ein neuer Rettungswagen kostet Feuerwehrangaben zufolge um die 185.000 Euro.

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