Bielefelder Rat lehnt Maßnahmen gegen Flugplatz nach Verstoß gegen Selbstverpflichtung ab
Späte Tönnies-Landung ohne Folgen

Bielefeld (WB). Die Landung eines Jets des Tönnies-Konzerns auf dem Flugplatz Windelsbleiche außerhalb der zulässigen Zeiten hat keine weiteren Konsequenzen. Die Bezirksvertretung Senne und die Ratsfraktion der Linken hatten in einem Antrag die Verwaltung aufgefordert, darzulegen, wie sie auf die Landung des Jets außerhalb der Betriebszeiten am Karfreitag reagieren wolle. Die Mehrheit im Rat lehnte eine solche Reaktion aber ab.

Mittwoch, 09.09.2020, 05:00 Uhr
Einer der beiden Tönnies-Jets, die in Windelsbleiche stationiert sind, war Karfreitag dort außerhalb der Betriebszeiten gelandet.

„Eine Abmahnung seitens der Stadt wäre angemessen“, fand indes Peter Ridder-Wilkens, Fraktionschef der Linken. Verstöße müssten auch „finanzielle Folgen“ haben. Aus seiner Sicht hätten die Verantwortlichen des Flughafens am Karfreitag „bewusst gegen die bestehenden vertraglichen Regelungen verstoßen“, als sie den in Windelsbleiche stationierten Tönnies-Jet um 13.28 Uhr landen ließen. Feiertags ruht dort der Flugbetrieb zwischen 13 und 15 Uhr. Die Betriebszeiten sind im so genannten Mitbenutzungsvertrag und einer Selbstverpflichtung zwischen der Stadt und der Flughafen Bielefeld GmbH als Betreiber geregelt.

Die Linke und die Senner Bezirksvertreter forderten nach diesem Vorfall außerdem, dass der Rat auf der Einhaltung dieser Vertragsbestandteile besteht und die Flughafen GmbH darlegt, wie sie die Selbstverpflichtungsvereinbarung überwacht. Auch das lehnte die Mehrheit im Rat ab, folgte damit auch der Einschätzung der Verwaltung. Die Flugplatzleitung habe ihr Bedauern ausgedrückt, „mehr ist auch nicht nötig“, sagte Planungsdezernent Gregor Moss. Schließlich seien Flugplatzbetreiber und Verwaltung stets bemüht, die Vereinbarungen einzuhalten. In den vergangenen 15 Jahren habe es nur sehr wenige Verstöße gegen die Selbstverpflichtung gegeben. Umstände wie schlechtes Wetter könnten dazu führen, dass Landetermine nicht eingehalten werden könnten.

Der Flugplatz Windelsbleiche hat eine Genehmigung für 22.000 Starts und Landungen von Motorflugzeugen pro Jahr. Nach Angaben der Flughafen GmbH gab es im vergangenen Jahr tatsächlich nur 14.500 dieser Flugbewegungen.

Kommentare

Korbinian Richter  wrote: 09.09.2020 19:48
Oh weia
"...Was soll also dieses typisch deutsche schikanöse Verhalten?..."

Typisch international ist daß es Regeln gibt. Diese sind dazu da, daß sie auch eingehalten werden sollen.
Ist das auch für Sie verständlich?
Fein.
"...verursacht so gut wie keinen Fluglärm..."
Es geht nicht um Fluglärm, sondern darum daß zwischen 13 und 15h an Feiertagen der Flugbetrieb zu ruhen hat.
Ist das auch für Sie verständlich?
Fein.
Der Herr Planungsdezernent betont: "... Umstände wie schlechtes Wetter könnten dazu führen, dass Landetermine nicht eingehalten werden könnten..."
Am Karfreitag herrschten frühsommerliche Temperaturen bis zu 26 °. (Qluelle: DWD)
Wenn ich Planungsdezernent bei euch wäre und Tönnies mir Freiflüge anbieten würde, würde ich selbstverständlich auch jegliche Kritik an diesem Wohltäter und (nebenbei bemerkt) größten Arbeitgeber gnadenlos abbügeln.
Kennen Sie sich in Sachen Sprichwörter aus?
Ja?
Fein.
Dann singen wir doch zusammen:
"Wes Brot ich eß TRALLALLA des Lied ich sing TRALLALA"

Guido Littich  wrote: 09.09.2020 18:20
Meine Güte
Mein Gott, man kann sich auch anstellen!! Ein Jet im Anflug ist immer mit minimaler Leistung unterwegs und verursacht so gut wie keinen Fluglärm. Was soll also dieses typisch deutsche schikanöse Verhalten?
Total 2 comments
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