Viel Baustellenverkehr auf Köckerwald und Neulandstraße
Anwohner fürchten dauerhaft um Ruhe

Theesen (WB). Die Anwohner der Straße Köckerwald sind auf dem Zaun: Seit Wochen fahren schwere Baufahrzeuge und Betonmischer durch die Wohnstraße, um das große Neubaugebiet zwischen Homannsweg, Neuland- und Jöllenbecker Straße zu erreichen. Immerhin: Ein Ende dieser Zumutung ist in Sicht. Allerdings fürchten die Menschen am Köckerwald – und ebenso die Anwohner der Neulandstraße –, dass ihre Wohnstraßen auch künftig Ausweichrouten bleiben werden.

Mittwoch, 09.09.2020, 05:00 Uhr
Klaus Sentker (Zweiter von rechts) mit einigen seiner Nachbarn: Sie fürchten, dass ihr „Köckerwald“ Durchgangsstraße bleibt. Foto: Kolesch

Mitte Juli 2018 gab es im Rat grünes Licht für die Errichtung des neuen Wohnquartiers. Knapp 300 dringend benötigte Wohneinheiten entstehen dort auf 16 Hektar Fläche – Mehrfamilien- wie Einfamilienhäuser und eine Kita. Den Anwohnern von Köckerwald und Neulandstraße wurde damals zugesichert, dass sie von dem Baustellenverkehr nicht betroffen seien: Vor dem ersten Spatenstich, so die Vorgabe, sollte von der Jöllenbecker Straße eine Anbindung des Neubaugebietes erfolgen. „Baubeginn sollte erst sein, wenn die Straßen in dem Areal fertig sind. Von wegen...“, schimpft Anwohner Klaus Sentker.

Viel Lärm und Schmutz

Seit Ende 2018 nutzen Baufahrzeuge und Handwerker Neulandstraße und Homannsweg, um zu den Baustellen zu kommen. Seitdem der Homannsweg im August dauerhaft von der Jöllenbecker Straße abgebunden wurde, ist der Köckerwald die Ausweichroute. Und das bedeutet: Lärm und Schmutz. „Die Betonmischer fahren hier hin und her“, sagt Sentker, der für seine Nachbarn spricht.

Das allerdings soll bald ein Ende haben: Die Bohlestraße, die von der Jöllenbecker Straße in das Neubaugebiet führt, ist quasi fertig. Eine Ampel und eine gesonderte Linksabbiegerspur sollen eine problemlose Ein- und Ausfahrt ermöglichen. Die Freigabe der Kreuzung, sagt Andreas Kohl, Geschäftsführer der Wesertal Erschließungsgesellschaft aus Bad Oeynhausen, soll am 18. September erfolgen – endlich.

Anbindungsstraße mit extremer Verzögerung

Kohl, dessen Vertragspartner die Stadt ist, kann den Ärger der Anwohner rund um das Neubaugebiet verstehen. „Eigentlich sollten die Straße zur Anbindung des gesamten Verkehrs und der Knotenpunkt als erstes fertig gestellt sein. Wir haben wirklich alles versucht, um das hinzubekommen“, sagt er. Aber die Kooperation mit Straßen NRW habe gehakt und den Straßenbau „extrem verzögert“, während man mit der Stadt und dem Amt für Verkehr sehr gut zusammengearbeitet hätte.

Einige Tage noch, so Kohl, müsse der Verkehr über Neulandstraße und Köckerwald fließen, „es geht leider nicht anders, das ist die einzige Anbindung“. Er ist überzeugt, dass auch nach Fertigstellung und Bezug der Neubauten die künftigen Anwohner die Bohlestraße und nicht den Köckerwald benutzen werden: „Dank der Ampel ist eine sichere Ausfahrt auf die Jöllenbecker Straße möglich.“

Sentker und andere Anwohner von Köckerwald und Neulandstraße sind da skeptischer und fürchten, dass sie künftig an einer Durchgangsstraße wohnen. Sie erwarten von der Stadt, dass ihre Wohnstraßen etwa abgeriegelt oder als Anliegerstraße gekennzeichnet werden, die Anwohner des Köckerwaldes haben eine Petition an die Bezirksvertretung Jöllenbeck verfasst.

 

Noch keine endgültigen Entscheidungen

Über solche endgültige Maßnahmen aber, hat Stefanie Wrede vom Amt für Verkehr den Anwohnern Anfang August mitgeteilt, könne grundsätzlich erst nach erfolgtem Endausbau entschieden werden. „Denn erst dann kann die dauerhaft bleibende Verkehrssituation verlässlich beurteilt werden.“ Dies sei die übliche Vorgehensweise um und in Neubaugebieten. Darüber hinaus erwartet Wrede eine Normalisierung der Verkehrssituation, wenn die Kreuzung Jöllenbecker/Bohlestraße fertig sei.

Was am Homannsweg möglich war, halten Sentker und seine Nachbarn dagegen, müsse auch für sie gelten. Darüber hinaus haben sie den Zustand ihrer Straße im Blick: Die habe durch den Schwerlastverkehr bereits gelitten...

Kommentare

Patrick  wrote: 09.09.2020 10:25
Natürlich ist Lärm und Schmutz ärgerlich, aber man kann Häuser nun nicht mit Hilfe eines Hubschraubers bauen. Und auch due Häuser der verärgerten Bewohner wurden irgendwann einmal gebaut und auch dabei entstand Lärm und Schmutz.
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