Ausschuss stimmt Plänen für die Detmolder Straße in Bielefeld zu – Fahrbahnrückbau wird geprüft
Zwei neue Hochbahnsteige

Bielefeld (WB). Als die Detmolder Straße von 2008 bis 2011 saniert wurde, wurde dem motorisierten Verkehr Vorrang eingeräumt: die B 66 blieb, wie vor der Sanierung, zwischen Sieker und Landgericht vierspurig. Platz für einen Fahrradweg blieb nicht mehr – zum Ärger der Initiative „Sichere Detmolder Straße“. Der geplante Bau zweier Hochbahnsteige lässt die Initiative jetzt hoffen, dass zumindest in Teilbereichen das Radfahren sicherer wird.

Dienstag, 08.09.2020, 06:01 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 11:36 Uhr
Die Haltestelle August-Bebel-Straße soll Richtung Landgericht verlegt, ein Hochbahnsteig gebaut werden. Foto: Thomas F. Starke

Um den barrierefreien Ausbau der Haltestellen voranzutreiben, planen Stadt und Mobiel auf der Linie 2 jetzt den Lückenschluss: Die Haltestellen Teutoburger und August-Bebel-Straße sollen Hochbahnsteige erhalten und ein Stück verlegt werden, um auf der kurvigen Detmolder Straße mehr Raum für die Bauwerke zu bekommen und den zu kurzen Abstand zwischen den Stationen zu vergrößern. So soll die Haltestelle Teutoburger Straße einige Meter stadteinwärts vor das Bolwin-Grundstück rücken, der Hochbahnsteig August-Bebel-Straße soll stadteinwärts zwischen Mittel- und Gerichtsstraße umziehen und so auf halber Strecke zwischen den Haltepunkten Landgericht und Teutoburger Straße liegen.

Geringere Verkehrsbelastung

Weil der Straßenraum eng ist, wollen die Planer auf jeweils eine Fahrspur neben dem Hochbahnsteig August-Bebel-Straße verzichten. Das sei verträglich, heißt es aus dem Amt für Verkehr, weil stadtauswärts ab Landgericht für den Verkehr schon jetzt nur eine Geradeausspur zur Verfügung steht, bevor er auf eine zweite Fahrbahn auffächern kann. Und in der Gegenrichtung sei die Verkehrsbelastung inzwischen geringer, weil aufgrund der Abbindung des Jahnplatzes nur wenige Fahrzeuge in den Niederwall einbögen.

Die Bürgerinitiative Sichere Detmolder Straße hält es unter diesen Bedingungen für möglich, dann auch gleich das gesamte Teilstück der Detmolder zwischen Teutoburger Straße und Landgericht auf je eine Fahrspur zu reduzieren, den gewonnenen Platz für Radler und Fußgänger zu nutzen. Denn jetzt führen viele Radfahrer auf dem Bürgersteig, die Gefahr für Fußgänger werde durch E-Roller noch verstärkt, sagte Initiativen-Sprecherin Rita Stuke.

Fördergelder in Gefahr

Jens Julkowski-Keppler (Grüne) schloss sich dieser Idee an, stellte im Stadtentwicklungsausschuss den Antrag, diese Möglichkeit zu prüfen, wenn ohnehin für die Bahnsteige umgebaut werde. Gegen die Stimmen von CDU und Bielefelder Mitte segnete der Ausschuss seinen Antrag ab.

Planungsdezernent Gregor Moss warnte aber: Die Detmolder Straße sei seinerzeit mit Fördermitteln vierspurig umgebaut worden. Eine Reduzierung müsse „mit dem Fördergeber besprochen werden“, weil er möglicherweise Gelder zurückfordern könnte. Schon die Spurreduzierung am Hochbahnsteig könne dazu führen, dass Mittel zurückgegeben werden müssten.

Der Ausschuss stimmte zudem dem Bau der beiden Hochbahnsteige und der räumlichen Verlegung der Haltestellen zu, wobei sich CDU und BiMi nicht damit durchsetzen konnten, diese Pläne auf die Haltestelle Teutoburger Straße zu beschränken. Ralf Nettelstroth (CDU): „Die Planung für die August-Bebel-Straße halten wir für nicht glücklich.“

Kommentare

Auspendler  wrote: 08.09.2020 23:17
RVK umsetzen bedeutet NICHT auf die Detmolder!
Mit dem Radentscheid wurde vertraglich vereinbart das Radverkehrskonzept umzusetzen. Und darin ist die Detmolder Straße vom Niederwall bis zum Ortsausgangsschild explizit ausgegraut, also unter "ferner liefen".
Bitte daran halten - dieses Konzept wurde hart erarbeitet und hat Hand und Fuß!
Die Verschiebung der Haltestellen geht in Ordnung (Teutoburger- und Mozartstraße sind sowieso zu nah beieinander). Aber nicht nur bereits kassierte Fördergelder, sondern auch die Strecke für den "überregionalen Fernverkehr" muss erhalten werden.

"Nicht glücklich" ist es, der sog. "Bürgerinitiative Sichere Detmolder Straße" ständig mediale Aufmerksamkeit zu schenken, während der Pendleratlas NRW 2018 85.126 Ein- 48.651 Auspendler auf 120.860 Innergemeindliche meldet.
Die BASt-Zählstelle 5337 meldete im gleichen Zeitraum 34.977 Kfz/24 h auf der B66 (sic!) bei 10,4 % Schwerverkehr - warum wird nicht regelmäßig von deren Belangen berichtet und die laute Minderheit Stuke/Schmelz mal kritisch hinterfragt?
Der Verkehr ist Symptom - ihn künstlich zu stauen ändert nichts an den Ursachen.
Wenn die Radfahrer Luisen- und Lessingstraße nicht nutzen können, dann baut dort um - oder gebt ihnen die Bürgersteige frei, so wie es im weiteren Verlauf der Detmolder schon längst geregelt ist!
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