Der Bielefelder Tierpark Olderdissen feiert 90-Jähriges – eine Million Besucher im Jahr
„Die Faszination ist ungebrochen“

Bielefeld (WB). Vor 90 Jahren ist der Tierpark Olderdissen gegründet worden. Von seiner Anziehungskraft hat der „Johannistal-Zoo“, wie der Park einst genannt wurde, nichts verloren. „Die Faszination ist ungebrochen“, spricht Tierparkleiter Herbert Linnemann von einer Million Besuchern jährlich aus Bielefeld und der (weiteren) Umgebung.

Dienstag, 08.09.2020, 01:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 14:42 Uhr
Die Braunbären Max und Jule sind die Nummer 1 in Olderdissen. Dass direkt vor ihrem Gehege der kleine Festakt zum 90. des Tierparks stattfand, ließ vor allem Max völlig kalt. Er zerrte einen Teil der aus Stroh nachgebildeten 90 von der Wiese ins Wasser. Foto: Andrea Marten/Umweltbetriebe Bielefeld

Diese Zahl wird ausgerechnet zum 90-Jährigen nicht erreicht werden. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste der Tierpark bekanntlich im Frühjahr wochenlang schließen. Doch die Besucherströme werden wieder größer – besonders bei Sonnenschein. „Am vergangenen Sonntag kamen 5700 Menschen in den Tierpark. So viele hatten wir nach der Wiedereröffnung am 12. Mai noch nie“, freut sich Linnemann.

Feierstunde vorm Bärengehege

Eine Tierparkparty zum 90. gibt es nicht. „Eigentlich hatten wir es ganz anders vor. Eigentlich wollten wir im Sommer ein großes Fest feiern. Aber Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht “, sagt Margret Stücken-Virnau, als technische Leiterin beim städtischen Umweltbetrieb (UWB) für den Tierpark zuständig.

So gab es am Montag nur eine kleine Feierstunde zum 90. vorm Bärengehege. Die mit einer Millionenspende der Sparkassen-Stiftung errichtete Anlage für die großen Raubtiere hat dieses Jahr übrigens auch runden Geburtstag – das Gehege gibt es seit 20 Jahren.

Während die Braunbären Max und Jule auf der Wiese hinter der Absperrung völlig unbeeindruckt von der Menschenansammlung vor ihnen Möhren und Wassermelone fressen, geht Tierparkleiter Linnemann kurz die Geschichte des „Johannistal-Zoos“ durch. „Alles begann mit einem Rehkitz namens Lisa“, erklärt er. Der damalige Stadtförster Hornberg und seine Frau „adoptierten“ das elternlose Tier und zogen es groß. Linnemann: „Aber wohin mit dem zahmen Kitz? Aus dieser Frage entstand eine Idee. Mit Unterstützung des damaligen Gartenamtsleiters Paul Meyerkamp wurde ein Gehege für heimisches Wild gebaut. Das begeisterte die Bielefelder Ausflügler, die in der Gaststätte neben dem Gehege gerne mal auf ein Stück Kuchen vorbei schauten, sehr. Olderdissen war schon damals ein beliebtes Ausflugsziel.“

Das offizielle Geburtstagsfoto zum 90. vor dem Bärengehege (von links): Chef-Tierpfleger Markus Hinker, Margret Stücken-Virnau vom UWB, Ex-Tierparkchef Volker Brekenkamp, Tierparkleiter Herbert Linnemann und der ehemalige Chef-Tierpfleger Hartmut Stiller.

Das offizielle Geburtstagsfoto zum 90. vor dem Bärengehege (von links): Chef-Tierpfleger Markus Hinker, Margret Stücken-Virnau vom UWB, Ex-Tierparkchef Volker Brekenkamp, Tierparkleiter Herbert Linnemann und der ehemalige Chef-Tierpfleger Hartmut Stiller. Foto: Jens Heinze

Der Grundstein für den Tierpark Olderdissen war gelegt. Rehe, Füchse, Dachse, Iltisse und Wildschweine gehörten zum ersten Tierbestand. Im Jahr 1930 wurde der Tierpark nach einem Beschluss des Bielefelder Stadtrates eröffnet. Linnemann: „Den genauen Tag wissen wir nicht.“

Im Tierpark sind 18 Mitarbeiter beschäftigt. 450 Tiere aus 90 verschiedenen Arten – von Bären über Wölfe und vielen Vögeln bis zu Fischen – leben heute auf der 16 Hektar großen Anlage. Es gibt eine OWL-weit einmalige Präparatensammlung und eine Greifvogel-Auffangstation.

Was fasziniert die Besucher am Heimattierpark? Ein junges Ehepaar mit Kleinkind schwärmt vom Ausflugsziel um die Ecke, von der Lage im Teutoburger Wald, dem vielen Grün mit den breiten Wegen, den heimischen Tieren und dem guten Essen im Meierhof Olderdissen. „Besonders für Familien ist es schön, dass der Besuch kostenlos ist“, ergänzt das Rentnerpaar Doris und Peter Fellenberg. Das wird so bleiben, verspricht Margret Stücken-Virnau vom UWB: „Wir nehmen keinen Eintritt. Dazu stehen wir auch.“

 

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