Nach Coronafällen in Bielefeld: 245 Abstriche erfolgt – Stadt will Drive-In dauerhaft
Kampf gegen das Virus: Tests sollen einfacher werden

Bielefeld (WB). Schneller, unkomplizierter, effizienter: Der Corona-Krisenstab möchte die Drive-In-Teststelle dauerhaft in Betrieb nehmen. Im Hinblick auf die kalte Jahreszeit sollen möglichst viele Abstriche an einer zentralen Stelle gemacht werden. Die ak­tuellen Coronafälle an Schulen und Kitas zeigen: Es werden zunehmend mehr Coronatests erforderlich werden als zuletzt. Und die Ärzte sind teilweise bereits jetzt schon ausgelastet.

Samstag, 05.09.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 05.09.2020, 09:02 Uhr
245 Schüler und Lehrer der Diesterweg-Grundschule sind am Freitag im Corona-Drive-In getestet worden. Links: Wolfgang Fischer von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Foto: Bernhard Pierel

Eine zentrale Teststelle als Drive-In würde vieles erleichtern. Die Erkältungszeit hat längst begonnen. Eltern lassen ihre Kinder testen – beim Kinderarzt. Erwachsene hingegen suchen ihre Hausärzte bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit auf. Wenn das Gesundheitsamt Tests verlangt, zum Beispiel wegen Reiserückkehr, Corona an Schulen oder Kitas, werden die Abstriche dort gemacht. Das sorgt für Chaos. Es müssen Termine vereinbart werden, es entstehen Wartezeiten, überfüllte Arztpraxen, Ansteckungsgefahren. Somit macht laut Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger eine zentrale Teststelle Sinn. Vorfahren, testen, wegfahren – so einfach funktioniert das.

Die Stadt möchte in der kommenden Woche Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung führen. Dann soll es eine Entscheidung geben. Fragen der Finanzierung und der personellen Ausstattung müssen geklärt werden. Die niedergelassenen Ärzte favorisierten zuletzt einen Standort zwischen Bielefeld und Gütersloh, um dort Tests für Menschen aus beiden Städten machen zu können. Der Krisenstab hält das Testzentrum auf dem früheren Gelände der Firma Kahmann & Ellerbrock an der Eckendorfer Straße/Ecke Feldstraße für ideal.

Dort sind am Freitag 245 Coronaabstriche von Schülern und Lehrern der Diesterweg-Grundschule erfolgt. 275 Schülern und Lehrern war der Test nahe gelegt worden. Für die Schüler war er freiwillig. An zwei parallelen Teststraßen sind Abstriche gemacht worden. „Alles hat gut geklappt, die Quote der Getesteten ist hoch“, sagt Nadine Engel-Fratz vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Acht Mitarbeiter des ASB und vier von der Johanniter-Unfall-Hilfe waren im Einsatz.

Entwarnung gibt es an der Grundschule Windflöte, der Kita Am Rosenhag und auch am Rudolf-Rempel-Berufskolleg (PTA-Klasse). Die Testergebnisse waren falsch positiv. Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger: „Die vom Labor voreilig und falsch gemeldeten positiven Fälle sind natürlich ärgerlich, weil das Gesundheitsamt sofort die Schulen und die Kita informiert hatte und die Kinder nach Hause geschickt wurden. Aber Fehler passieren eben. Wir werden mit dem Labor sprechen und den Sachverhalt aufklären. Ich bin mir sicher, dass das Labor alles dafür tun wird, dass sowas nicht nochmal passiert.“

Vom Carl-Severing-Berufskolleg (ein infizierter Schüler) befinden sich sechs Schüler in Quarantäne. Deren Abstriche sind am Montag geplant. Bestätigt hat sich auch der Coronafall eines Schülers am Berufskolleg Tor 6: Sechs Schüler sind in Quarantäne. Abstriche sind ebenfalls am Montag.

Die aktuellen Coronazahlen in Bielefeld:

Zwölf Neuinfektionen hat das Labor am Freitag gemeldet. Damit sind 764 Bielefelder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Aktuell infektiös sind 63 Menschen, zwölf mehr als am Donnerstag. Von den positiv Getesteten sind 694 Menschen genesen. In Quarantäne sind 297 Menschen, 63 mehr als am Vortag. Die Neuinfektionsrate in den vergangenen sieben Tagen liegt bei 10,2 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 34 Neuinfizierten.

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