Zusätzliche Fahrten sollen Schülerverkehr entlasten
Im Reisebus zur Schule

Bielefeld (WB). Es ist nur ein erster Schritt, aber er soll helfen, die drangvolle Enge in den Schulbussen abzuschwächen und die Gefahr, sich mit Covid19 zu infizieren, mindern: Seit Freitag sind sechs zusätzliche Busse für Mobiel im Einsatz, die nun morgens acht Linien ergänzen. Mittags machen vier Busse fünf zusätzliche Fahrten möglich.

Samstag, 05.09.2020, 06:00 Uhr
Zusätzliche Fahrten sollen in Bielefeld den Schülerverkehr entlasten. Foto: dpa

Des Weiteren setzt Mobiel von Montag an drei zusätzliche Stadtbahn-Fahrzeuge ein, die den Fahrplan um sechs zusätzliche Fahrten ergänzen. Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann handelt es sich bei den Bussen um vier Reisebusse von privaten Unternehmen sowie um zwei Ersatzbusse von Fremdfirmen, die bereits für Mobiel tätig sind.

Die Kosten für das zusätzliche Angebot beziffert er mit einem täglichen vierstelligen Betrag. Finanziert wird die Erweiterung über das 1000 Busse-Programm NRW, für das landesweit 13,5 Millionen Euro bereit gestellt werden. Allerdings nur bis zu den Herbstferien. Schuldezernent Dr. Udo Witthaus betont, dass es sich nur um erste Maßnahmen handeln kann, betont aber auch, dass erst am 24. August die Förderrichtlinien zugestellt wurden, man also so schnell wie möglich reagiert habe. Das Land beauftragt die Kommunen, welche die Mittel an die Verkehrsunternehmen weiterleiten, erläuterte Olaf Lewand, Leiter des Amtes für Verkehr das Verfahren.

Zusätzliches Angebot ist „Riesenherausforderung“

Die Frage der Fahrgastspitzen ist schon lange ein Problem, gerade in Schulzeiten, betont Geschäftsführer Uekmann. Die Pandemie, in der Sicherheitsabstände von 1,5 Meter gefordert würden, verschärfe das Problem. „Wir haben sehr früh gesehen, dass alles rollendes Material zum Einsatz kommt. Aber selbst wenn wir unsere Bus- und Bahnflotte verfünf- oder versechsfachen, schaffen wir es nicht, den Abstand einzuhalten. Deshalb haben wir die Maskenpflicht“, betont Uekmann.

Reisebusse im Schulverkehr – eine für den Laien vermeintlich leichte Lösung, die Mobiel jedoch vor eine „Riesenherausforderung“ stellt. Die fehlende Barrierefreiheit in den Fahrzeugen ist nur eine. Zum Teil haben die Busse inklusive Fahrer erhebliche Anfahrten. Zudem gilt es herauszufinden, wo die Busse am sinnvollsten einzusetzen sind.

Das Problem wird drängender, denn mit dem Herbst steigen die Zahlen der Fahrschüler. Die Fragebögen, die an Schulen verteilt wurden, um Schulverkehrsströme auswerten zu können, liegen vor.

„Es geht um Gefahrenabwehr“

Schuldezernent Dr. Witthaus und Uekmann setzen zudem auf die Entzerrung des Unterrichtsbeginns. Das Thema wird seit Jahren immer wieder in politischen Gremien und Schulkonferenzen diskutiert – und abgelehnt. Aber diesmal sind laut Witthaus die Voraussetzungen ganz andere: „Es geht um Gefahrenabwehr“.

Zusätzliche Fahrten gibt es seit Freitag morgens für die Linien 21 (6.59 Uhr ab Am Alten Bauhof in Richtung Kunsthalle), 22 (7.35 Uhr ab Kunsthalle in Richtung Alter Bauhof), 56 (6.59 Uhr ab Babenhausen Süd in Richtung Spenge), 133 (7.27 Uhr ab Baumheide in Richtung Schildesche), 135 (6.58 Uhr ab Württemberger Allee in Richtung Senne), , 154 (6.48 Uhr ab Jöllenbeck Dorf in Richtung Babenhausen Süd), 155 (7.13 Uhr ab Jöllenbeck Dorf in Richtung Schildesche) und 156 (7.14 Uhr ab Limbrede in Richtung Spenge). Nachmittags gibt es zusätzliche Fahrten für die Linie 22 (12.52 Uhr ab Am Alten Bauhof in Richtung Quelle), 56 (12.55 Uhr und 13.55 Uhr ab Spenge ZOB in Richtung Babenhausen Süd), 121 (13.23 Uhr ab Kupferheide in Richtung Bethel) und 155 (13 Uhr ab Adlerdenkmal in Richtung Schildesche).

Die drei zusätzlichen Stadtbahn-Fahrzeuge machen zusätzliche Fahrten auf der Linie 13, der Linie 1, der Linie 3 und der Linie 12. Auf der Linie 1 werden darüber hinaus alle zur Verfügung stehenden Langzüge eingesetzt.

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