Die Realschul-Eltern wollen mit dem OB wetten, dass es zu wenig Plätze in der Schulform gibt
„Das gibt’s doch gar nicht?!“

Bielefeld (MiS). Am kommenden Montag soll der Schulausschuss des Rates in einer Sondersitzung über die künftige Entwicklung der weiterführenden Schulen entscheiden. Passend dazu bietet der Sprecherrat der Bielefelder Realschulen Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) eine Wette an. „Wir wollen mit dem Oberbürgermeister wetten, dass Bielefelder Bürgerinnen und Bürger ihm beweisen können, dass es eine Platznot an den Bielefelder Realschulen gibt“, sagt Katrin Ernst, Sprecherin der Realschul-Eltern. Als Preisgeld könne die eine Millionen Euro ausgelobt werden, die die Stadt bei der Bielefeld-Verschwörung eingespart habe.

Freitag, 04.09.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 06:10 Uhr
Wollen mit dem OB wetten: Roger Filges und Katrin Ernst vor dem „Verschwörungsstein“ am Altstädter Kirchplatz. Foto: Schläger

Zweifel an offiziellen Zahlen

Was lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Die Eltern bezweifeln die Zahlen in den Szenarien zur Schulentwicklungsplanung , über die die Schulpolitiker am Montag beraten werden. Darin ist ausgeführt, dass das Platzangebot in den Realschulen bis 2030 auskömmlich sei, wenn die Gertrud-Bäumer-Schule um einen Klassenzug erweitert werde. Die Verwaltung geht davon aus, dass es im Schuljahr 2029/30 5762 Schülerinnen und Schüler in den Realschulen geben werde. Aktuell sind es 5914.

Das städtische Amt für Schule nehme als Basis für seine Berechnungen nicht die Elternanmeldungen für die fünften Klasse, sondern zähle die Plätze an den Schulen, an denen die Kinder aufgenommen würden. Dies führe zu einer Verzerrung, so die Eltern.

Der vorhergesagte Rückgang der Schülerzahlen an Realschulen werde im Wesentlichen mit der auslaufenden Kuhlo-Realschule begründet. „Durch die Schließung einer gut angenommenen Realschule kann man nicht schlussfolgern, dass die Eltern nicht weiterhin die Realschule wählen würden“, argumentiert der Sprecherrat.

Die Schulentwicklungsplanung gehe von ungewöhnlichen Schülerbewegungen aus. Realschulen verlören in der Planung ganze Klassenzüge, was nicht nachzuvollziehen sei. Die Realität an den Realschulen sei, dass Quereinsteiger große Schwierigkeiten hätten einen Realschulplatz zu finden.

Gespräch mit Regierungspräsidentin

Inzwischen haben die Realschul-Eltern einen Anwalt eingeschaltet, der die Stadt aufgefordert hat, die Datengrundlagen der Schulentwicklungsplanung offenzulegen. Außerdem ist für November ein Gespräch mit der Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher zur Situation in Bielefeld vereinbart.

Kurz vor der Kommunalwahl haben die Eltern den Politikern auch konkrete Fragen gestellt, wie sie sich die weitere Entwicklung vorstellen. „Sie sollen endlich Farbe bekennen“, sagt Katrin Ernst.

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