Sieben neue Stolpersteine erinnern an Opfer und Verfolgte des Nazi-Regimes
„Sie dürfen niemals vergessen werden“

Bielefeld (WB). 173 Stolpersteine hat die Initiative, die Dr. Christine Biermann und Eva Hartog 2004 mit ihrer Idee ins Leben riefen, bereits in Bielefeld verlegt, am Mittwoch kamen sieben neue Steine dazu.

Donnerstag, 03.09.2020, 09:11 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 09:14 Uhr

Mit der insgesamt 27. Verlegung wird vor dem Haus An der Stiftskirche 11 gedacht an Leopold Grünewald, dessen Ehefrau Grete und dessen Schwester Rosalie. Alle drei wurden im Juli 1942 zunächst nach Theresienstadt deportiert. Grete und Leopold wurden 1944 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet, Rosalie kam in Trostinetz ums Leben; das Datum ihres Todes ist unbekannt.

Stolpersteine in Schildesche verlegt

1/21
  • Stolpersteine in Schildesche verlegt
Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel
  • Foto: Bernhard Pierel

Mit vier Steinen vor dem Haus Westerfeldstraße 6 soll an Emma Grünwald, ihre jüngste Tochter Gerda, ihre Enkelin Inge Heimbach und ihren Sohn Ernst erinnert werden. Ernst gelang 1936 die Flucht nach Brasilien, Mutter, Schwester und Nichte flohen ein Jahr später nach Uruguay.

Christine Biermann freut sich, dass sich seit mehr als einem Jahr auch der Heimatverein Schildesche an der Stolperstein-Initiative aktiv beteilige, zudem die evangelische Kirchengemeinde Schildesche, die Bezirksvertretung und die Marienschule der Ursulinen. So habe der Geschichtskurs Q 1 der Schule zugesagt, die Messingschilder der Stolpersteine mindestens zweimal pro Jahr zu polieren. Bezirksbürgermeister Professor Dr. Georg-Martin Sauer betonte, dass es bei der Verlegung von Stolpersteinen, ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, zum einen darum gehe, der Verfolgten und Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, damit diese „niemals vergessen werden“. Zum anderen aber seien sie in der Gegenwart ein Zeichen des Widerstandes gegen die „Bagatellisierung der Verbrechen der Nazis“, deren Ideologie, so Sauers Befürchtung, „inzwischen in bestimmten Kreisen schon wieder salonfähig ist“. Er sagte: „Nur das Erinnern kann verhindern, dass sich Geschichte wiederholt.“

Dr. Hartwig Hawerkamp, Vorsitzender des Heimatvereins Schildesche, schilderte die Geschichte der jüdischen Gemeinde des Stadtteils, besucht wurde auch der Ort des ehemaligen jüdischen Bethauses Am Kruge 12. Im Schildescher Ortskern wurden bereits Stolpersteine für Pauline Grünewald (Im Stift 14) und für Hermann, Ella und Hans Löwenberg (Engersche Straße 103) verlegt.

Dass so viele Grünewalds dabei sind, heiße nicht, dass alle miteinander verwandt gewesen seien, sagte Christine Biermann: „Dafür haben wir keinen Nachweis gefunden.“Die Stolperstein-Initiative Bielefeld organisiert die Verlegungen der Stolpersteine. Verlegt werden sie auf öffentlichen Flächen; dafür votierte der Rat vor 15 Jahren ohne Gegenstimme.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7564513?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Vereinzelt illegale Corona-Atteste
Symbolbild. Wo eine Maskenpflicht gilt, kann der jeweilige Hausherr entscheiden, ob er Atteste zur Maskenbefreiung anerkennt. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker