Freizeitpark verzeichnet 45.000 Besucher – „Vorbild-Charakter“
„Wir haben gezeigt, dass Kirmes trotz Corona möglich ist“

Bielefeld (WB). Fünfeinhalb Wochen lang drehten sich an der Bielefelder Radrennbahn die Karussells; trotz Corona. Seit Sonntag ist der temporäre Freizeitpark „BIE Happy“, der erste dieser Art in der Stadt, Geschichte. Und das Fazit der Veranstalter fällt positiv aus: „Wir sind zufrieden – sowohl mit den Besucherzahlen, als auch mit den Einnahmen“, bilanziert André Schneider, Vorsitzender des Bielefelder Schaustellervereins. An 24 Öffnungstagen seien etwa 45.000 Besucher in den „Pop-up-Freizeitpark“ gekommen.

Dienstag, 01.09.2020, 04:00 Uhr
Der Freizeitpark „BIE Happy“ an der Radrennbahn ist gut angenommen worden. 45.000 Besucher kamen an 24 Öffnungstagen. Foto: Bernhard Pierel

„Das hat in etwa unseren Erwartungen entsprochen und war ein guter Anfang“, meint André Schneider und verweist darauf, „dass es für fast alle Schausteller die ersten Einnahmen in diesem Jahr waren“. Allerdings sei der Park nicht mit einer normalen Kirmes vergleichbar gewesen. „Da haben wir in zehn Tagen etwa 50.000 Besucher.“ Für die Schausteller sei es demnach finanziell „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ gewesen, „aber wir beschweren uns nicht, sondern sind in erster Linie froh und dankbar, dass wir überhaupt etwas machen konnten“.

Viel Unterstützung bekommen

Nach dem gelungenen „Experiment“ richtet sich der Dank der Bielefelder Schausteller auch an die Stadtverwaltung und Bielefeld Marketing . „Da haben wir sehr viel Unterstützung bekommen“, betont Schneider. So wurde ein Veranstaltungskonzept entwickelt, das den Freizeitspaß an der Radrennbahn trotz Corona und des damit verbundenen Verbots von Großveranstaltungen möglich machte. Jedes Karussell hatte ein eigenes Corona-Konzept, jeder Stand wurde extra abgenommen.

„Das hat alles gut geklappt. Nur am Anfang mussten wir hier und da noch etwas nachbessern“, erklärt André Schneider. Eigentlich hätte „BIE Happy“ bereits am 16. August seine Pforten schließen sollen, doch auf Anfrage der Schausteller gab die Stadt die Erlaubnis, die Kirmes um zwei Wochen bis zum 30. August zu verlängern. Im Gegenzug wird die Herbstkirmes an der Radrennbahn, die am 23. Oktober starten sollte, nicht stattfinden. „Darauf wird verzichtet. Auch, weil wir jetzt in die Verlängerung gegangen sind, worüber wir natürlich sehr froh waren“, erklärt Schneider. So wurden am letzten „BIE Happy“-Wochenende noch einmal mehr als 5000 Besucher gezählt. An den ersten beiden Wochenenden nach der Eröffnung am 23. Juli strömten mehr als 10.000 Besucher an die Radrennbahn. An diesen beiden Sonntagen musste sogar ein Besucher-Stopp ausgesprochen werden, weil wegen der Corona-Vorschriften nicht mehr als 1700 Menschen gleichzeitig auf das Gelände durften.

„Unser Hygiene-Konzept hat sich bewährt“

„Unser Hygiene-Konzept hat sich bewährt. Wir haben gezeigt, dass Kirmes auch in Corona-Zeiten möglich ist, und sind, was die Besucherzahlen anbelangt, führend in NRW“, betont der Chef der Bielefelder Schausteller. Auch der Eintrittspreis von einem symbolischen Euro sowie moderate Ticketpreise für die Fahrgeschäfte hätten positive Resonanz erzeugt.

Nun hoffen André Schneider und seine Mitstreiter, dass weitere Veranstaltungen in Bielefeld folgen werden. „Wir setzen ganz stark auf den Weihnachtsmarkt. Wir Schausteller haben zwei Standbeine: Kirmes und Weihnachtsmärkte. Wenn jetzt auch das Weihnachtsgeschäft wegbrechen würde, würden das viele Schausteller finanziell nicht überleben.“

Hoffen auf den Bielefelder Weihnachtsmarkt

Ob der Bielefelder Weihnachtsmarkt stattfinden kann, das soll in diesem Monat entschieden werden. „Wir wollen einen Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen, zumal wir alle anderen Großveranstaltungen in diesem Jahr absagen mussten“, versichert Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing. Derzeit würden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie ein solcher aussehen könnte. „Wir sind dabei, Details und Konzepte auf lokaler Ebene zu erarbeiten. Wir möchten einen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Das ist wichtig für Handel, Gastronomie und Schausteller“, betont Knabenreich. Ob das möglich sein wird, hängt von den Regelungen von Bund und Land ab. „Wir kennen die Verordnungen der Landesregierung noch nicht“, sagt er vorsichtig. Entscheidend sei die Frage, ob ein solcher Markt eine Großveranstaltung oder ein „Spezialmarkt“ sei. Entsprechend werden Sicherheits- und Hygienekonzepte ausfallen müssen. „Bis Mitte September wollen wir eine Aussage tätigen können“, sagt Knabenreich.

Dabei könnten auch die Erfahrungen, die während der Kirmes an der Radrennbahn gesammelt wurden, mit in die Waagschale geworfen werden. Knabenreich: „Mit dem temporären Freizeitpark haben alle Beteiligten ein super Zeichen gesetzt. Das erarbeitete Konzept kann Vorbild für andere Veranstaltungen sein. Der Freizeitpark hat Vorbild-Charakter.“

Kommentare

Marcel  wrote: 04.09.2020 09:19
Vlt sollte man den Artikel erstmal richtig lesen bevor man wieder los meckert.
45.000 Besucher an 26 Spieltagen über 6 Wochenenden verteilt, nicht in den 3 Tagen.

Es war eine tolle Veranstaltung, danke an die Schausteller und der Stadt dafür.
Marvin  wrote: 04.09.2020 08:15
Bitte richtig lesen!
Also 45.000 Besucher in 3 Tagen ist völliger Quatsch. Man muss den Artikel auch richtig lesen, es waren 45.000 Besucher in 24 Tagen und es durften MAXIMAL 1700 Menschen gleichzeitig auf das Gelände. Das ist gar nichts, bei so einer relativ großen Fläche. Ich kann außerdem sehr wohl mit eigenen Augen bestätigen, dass es super in den Pop-up-Freizeitparks geklappt hat mit Abstände einhalten und Hygienekonzepte. Auf jeden Fall wesentlich besser, als an einem Freitag Nachmittag in der Innenstadt oder Abends in irgendwelchen Restaurants. Außerdem finde ich, dass jeder seine Daseinsberechnung hat und es deshalb nicht in Ordnung wäre zu sagen, ne Kirmes (mit Konzept) und Weihnachtsmarkt geht nicht wegen Corona, dann müssen die 5000 Unternehmen in Deutschland eben zusehen wie sie über die Runden kommen. Können ja ihre Karussells verkaufen (die nichts wert sind, weil sie niemand auf einer Veranstaltung aufbauen kann um damit Geld zu verdienen). Deshalb finde ich es toll vom Stadtmarketing Bielefeld, dass die sich so eingesetzt haben. Wir müssen wohl noch ein bisschen mit dem Virus leben und dann bietet es sich eben an, Alternativen zu schaffen :)
Tina  wrote: 01.09.2020 11:45
Und bald schießen die Zahlen wieder hoch danke
Bald schießen die Zahlen wieder hoch. Vielen Dank ..45 000 Besucher in 3 Tagen.. da will ich mal sehen ..was für ein Abstand gehalten worden ist.l
Liebe Leute begreift es endlich ...Corona ist noch nicht vorbei und wir müssen da durch.. dann muss man etwas verzichten...ich wollte auch in die USA fliegen... geht leider nicht. Durch solche Aktionen ist es wieder zum heulen. Wir müssen dadurch liebe Leute ohne Party ohne alles.... ist halt wie Krieg.
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