Alarmtheater erhält den Heimatpreis in der Kategorie Kultur
Mit Haltung und Profil die Stadt geprägt

Bielefeld (WB). Was ist Heimat? Wo ist Heimat? „Heimat ist ein bunter, schillernder Begriff“, sagt Pit Clausen. So schillernd wie das Alarmtheater, das am Dienstag während einer offiziellen Feierstunde mit dem Heimatpreis 2020 der Stadt Bielefeld in der Kategorie Kultur ausgezeichnet wurde.

Mittwoch, 12.08.2020, 06:00 Uhr
Großes Theater – und Freude über die Verleihung des Heimatpreises bringen Rebecca Budde de Cancino und Harald Otto Schmid (unten) sowie (oben von links) OB Pit Clausen, Kulturdezernent Uwe Witthaus und Dietlind Budde zum Ausdruck. Foto: Bernhard Pierel

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und würdigt nachahmenswertes Engagement im kulturellen, sozialen, interkulturellen, geschichtlichen oder sportlichen Bereich und Beiträge zum Erhalt und zur Pflege von Brauchtum, Heimatpflege und Baukultur sowie regionaler Identität in den Bereichen Umwelt, Natur und Landschaft.

Wie berichtet, hatte der Rat der Stadt am 2. April in nicht öffentlicher Sitzung drei Preisträger benannt: Die Bahnhofsmission in der Preiskategorie „Soziales“, den Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg im Bereich „Heimatpflege“ und das Alarmtheater.

Menschliche Zugewandtheit

„Das Alarmtheater hat Bielefeld ein unverwechselbares kulturelles Profil verliehen, das die Stadt ein Stück weit ausmacht“, würdigte Pit Clausen die Verdienste des Freien Theaters. Mit seiner Integrations-, Jugend- und Bildungsarbeit hebe sich das Alarmtheater von vielen anderen Theaterschaffenden der Stadt ab. Es zeichne sich ferner dadurch aus, in seinen Produktionen stets eine inhaltliche Botschaft zu vermitteln sowie eine Haltung zu vertreten, die menschliche Zugewandtheit und das Verbindende zwischen den Kulturen zum Ausdruck bringe. Das Alarmtheater trage auf kreative Weise dazu bei, gesellschaftlich relevante Themen ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. „Wir verleihen daher den Heimatpreis als Anerkennung und Wertschätzung und sagen Danke für fast 30 Jahre Engagement in Bielefeld“, betonte Pit Clausen in seiner Laudatio.

Aufgrund der Corona-Situation fand die Feierstunde nicht wie ursprünglich geplant im Rathaus, sondern direkt in den luftigen Räumen des Alarmtheaters statt. Das ermöglichte den Theaterakteuren, in verschiedenen Wort- und Filmbeiträgen Einblicke in die vielfältige Arbeit des Alarmtheaters zu geben, das 1993 von den Regisseuren und Schauspielern Dietlind Budde und Harald Otto Schmid gegründet wurde, die das Theater bis heute leiten.

Denkmalgeschützte Spielstätte

Es befindet sich im 1913 erbauten, denkmalgeschützten CVJM-Heim in der Gustav-Adolf-Straße 17 im Bielefelder Westen und verfügt über zwei Säle.

Das Theater wird von einem eingetragenen Verein getragen und vom Kulturamt der Stadt Bielefeld und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Nach eigenen Angaben deckt das Theater 75 Prozent seiner Kosten durch Projektförderungen. Jedes Jahr entwickelt das Alarmtheater drei bis vier Produktionen für Jugendliche und Erwachsene. Außerdem führt das Theater Projekte in Kooperation mit Schulen, Sucht- und Präventionsstellen, Integrationsvereinen, Museen, Flüchtlingswohngruppen, dem Mädchentreff und anderen Institutionen durch. Dietlind Budde beschreibt diese Projekte als „Brücke zwischen Soziokultur und Kunst“. Mit der Künstlerin Rebecca Budde de Cancino steht die nächste Generation zur Verfügung.

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