Sinkende Erlöse auf dem Altpapiermarkt treiben Kosten für die Bielefelder Haushalte in die Höhe
Stadt will mehr Geld für Abwasser und Müll

Bielefeld (WB). Auf die Bielefelder Haushalte kommen im nächsten Jahr höhere Kosten zu: Die Stadt will die Gebühren für die Müllentsorgung anheben, und auch die Kosten für die Entwässerung (Schmutzwasser und Regenwasser) sollen steigen.

Dienstag, 11.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 05:02 Uhr
Die Gebühren fürs Entleeren der Restmüll- und der Biotonne sollen im kommenden Jahr steigen. Foto: Bernhard Pierel

Insgesamt, so eine Beispielrechnung der Verwaltung, werden die durchschnittlichen jährlichen Entsorgungskosten für einen Vier-Personen-Haushalt um 31,52 Euro auf 974,56 Euro ansteigen. Ein Zwei-Personen-Haushalt zahlt demnach künftig 588,32 Euro pro Jahr, das sind 17,20 Euro mehr als im Vorjahr.

Vor allem bei der Müllentsorgung legt die Stadt zu. Während die Leerung der Wertstoff- und der Papiertonne weiter gebührenfrei bleibt, sollen die Gebühren für die Restmüll- und die Bioabfallentsorgung um jeweils 6,57 Prozent steigen. Die Saisonbiotonne wird um 6,58 Prozent teurer. Auch die kostenpflichtige Papiertonnensonderleerung (wöchentliche Leerung) wird um etwa 1,6 Prozent teurer.

Abfallentsorgung

In der Finanzplanung bei der Abfallentsorgung für das Jahr 2021 rechnet Stadtkämmerer Rainer Kaschel mit einem höheren Gebührenbedarf in einem Umfang von 1,76 Millionen Euro. Das sind 7,54 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund liegt vor allem in den drastisch gesunkenen Erlösen bei der Vermarktung des eingesammelten Altpapiers. „Aufgrund der sinkenden Papierpreise an den Weltmärkten ist ein erheblicher Rückgang bei den Vermarktungserlösen einzuplanen“, sagt Kaschel. Die Erlöse aus der Wertstoffvermarktung sinken demnach um 71 Prozent. Konnte die Stadt im laufenden Jahr noch 2,4 Millionen Euro mit der Vermarktung verdienen, sind es 2021 nur noch rund 700.000 Euro. Weil die an sich kostenlose Papierentsorgung über die Restmüllentsorgung finanziert wird, soll sich die Abfuhr der Restmülltonne verteuern.

Nach mehreren Jahren gleichbleibender Gebühren will die Stadt im kommenden Jahr auch die Preise für die Biotonnen-Entleerung anheben. Die beim Umweltbetrieb anfallenden Kosten für die Entsorgung wird aus anderen Abfallbereichen mitgetragen, der insgesamt steigende Finanzierungsbedarf für die Müllentsorgung soll daher auch die Biotonne einbeziehen.

Insgesamt zahlt ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt im kommenden Jahr für die Müllentsorgung demnach 231,24 Euro, somit 14,28 Euro mehr als bisher. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt steigen die Kosten um 7,08 Euro pro Jahr auf 115,56 Euro.

Entwässerung

Teurer wird nach den Plänen der Stadt auch die Entwässerung. Rainer Kaschel nennt unter anderem steigende Personalkosten als Grund, ebenso Investitionen unter anderem in Regenrückhaltebecken, aber auch sinkende Einnahmen in einem Umfang von 127.000 Euro und einen größeren Aufwand durch die Übernahme des Kanalnetzes in Bethel. Die Gebühren für die Regenwasserableitung steigen demnach um 1,9 Prozent, für die Schmutzwasserentsorgung um 2,7 Prozent. Ein Vier-Personenhaushalt zahlt 2021 demnach jährlich durchschnittlich 700,12 Euro, das sind 17,24 Euro mehr als im laufenden Jahr, bei einem Zwei-Personen-Haushalt steigen die Kosten um 10,12 Euro pro Jahr auf 429,56 Euro.

Straßenreinigung

Bei Straßenreinigung und Winterdienst kommt es für 2021 nur vereinzelt zu Erhöhungen. Die Gebühren für Anliegerstraßen und ein Großteil der Straßen mit inner- und überörtlichem Verkehr bleiben unverändert. Je nach Reinigungsklasse einzelner Straßen und Fußgängerwege steigen die Kosten um 0,6 bis 1,2 Prozent. Der Großteil der Bielefelder Haushalte ist Rainer Kaschel zufolge davon nicht betroffen.

Am kommenden Dienstag berät der Umweltausschuss über die geplanten Gebührenerhöhungen, im September entscheidet der Rat abschließend über Gebührenveränderungen.

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