Umweltausschuss berät über Mountainbike-Strecke zwischen Sieker und Lämershagen
Neuer „Iron Trail“ im Teuto

Bielefeld (WB). Bereits seit Jahren laufen intensive Bemühungen, eine neue Mountainbike-Strecke im Teutoburger Wald anzulegen. Jetzt rückt dieses Projekt in greifbare Nähe. Stimmt der Umweltausschuss in seiner Sitzung am Dienstag kommender Woche zu, soll eine knapp vier Kilometer lange Strecke mit dem Namen Iron Trail zwischen der Gaststätte Eiserner Anton an der Osningstraße und den Lämershagener Treppen kurz vor der Lämershagener Straße entstehen. „Wenn es einen positiven Beschluss gibt, dann werden wir alle Hebel in Bewegung setzten, um die Strecke zu verwirklichen. Und unser Ziel ist, dass wir diese dann noch im Oktober oder November eröffnen können“, sagt Stephan Zöllner von der Mountainbike-Abteilung des Vereins Naturfreunde Bielefeld.

Dienstag, 11.08.2020, 05:30 Uhr
Als so genannter Single Trail soll die Strecke angelegt werden, auf der es auch kleinere Sprünge und künstlich geschaffene Kurven geben soll. Etwa 50.000 Euro soll das Einrichten der Strecke kosten, kalkulieren die Naturfreunde. Foto: dpa

„Bahnbrechender Erfolg“

Einen „bahnbrechenden Erfolg“ nennt Zöllner, dass das zunächst auf ein Jahr als Pilotprojekt angelegte Vorhaben nun konkrete Formen angenommen hat. „Allein, dass ganz viele Parteien seit mehr als einem Jahr gemeinsam daran gearbeitet haben, ist ein großer Erfolg“, freut sich Zöllner.

Seit Jahren gibt es immer wieder Streit und Konflikte zwischen Wanderern, Spaziergängern, Mountainbikern, Umweltschützern und Waldbauern. Unbekannte hatten in den vergangenen Jahren mehrfach illegale Downhill-Strecken angelegt, auch auf dem Südhang des Teutoburger Waldes zwischen Hermannsweg und Osningstraße – sehr zum Ärger von Waldbesitzern und Förstern.

Runder Tisch seit 2018

Um neue, legale Möglichkeiten für den Mountainbike-Sport außerhalb der vorhandenen Wege auszuloten, war deshalb Anfang 2018 der Runde Tische „Mountainbiken in Bielefeld“ ins Leben gerufen worden. Daran beteiligt waren neben den Naturfreunden unter anderem auch Umweltamt und Umweltbetrieb, der Landesbetrieb Wald und Holz sowie der Waldbauernverband.

Keine Downhill-Piste

Seit 2019 hatten sich die Probleme im Wald noch einmal verschärft, so das Umweltamt – auch durch E-Mountain-Bikes. Die Wälder würden in Schutzgebieten beschädigt, Bielefelds Ranger Aaron Gellern und Förster berichteten regelmäßig über kaum noch beherrschbare Zustände.

Da nach wie vor private Waldbesitzer nicht bereit seien, ihre Flächen für eine Strecke zur Verfügung zu stellen, soll diese nun in städtischem Wald entstehen. Dabei handele es sich nicht um eine Downhill oder Freeride-Piste, sondern um einen so genannten Single Trail mit kleineren Sprüngen und Kurven, der parallel zum Kammweg verläuft, betont Stephan Zöllner.

Knapp vier Kilometer lang ist die geplante Strecke, die parallel zum Hermannsweg läuft.

Knapp vier Kilometer lang ist die geplante Strecke, die parallel zum Hermannsweg läuft. Foto: Stelte

Entlasten soll die Strecke damit auch den Hermannsweg, wo es häufig zu Konflikten zwischen Bikern und Wanderern kommt. Große Hinweistafeln und eine Beschilderung sollen den Radfahrern die Strecke weisen, die an drei Stellen den Kammweg queren soll. Bauherr und Träger der Strecke sollen die Naturfreunde sein. „Wir haben genügend Helfer die an der Strecke mitarbeiten wollen“, sagt Stephan Zöllner. Gut sei jedoch wenn sich alle Gruppen an dem Bau beteiligten, damit es ein gemeinsames Projekt sei.

Auch an der Finanzierung wolle sich der Verein beteiligen. Jedoch seien die Möglichkeiten durch die Verluste, die die Corona-Krise auch den Naturfreunden gebracht habe, begrenzt.

50.000 Euro Kosten

Etwa 50.000 Euro sollen Bau und Beschilderung der Ablage kosten, die jährlichen Aufwendungen für Streckenkontrollen und Verkehrssicherung sollen mindesten 5000 Euro betragen. Der Verein sei intensiv auf der Suche nach Sponsoren. Ohne Geld von der Stadt sei das Projekt aber nicht zu stemmen, so Zöllner. Noch offen ist laut Umweltamt, ob die Anlage aus Mitteln der Sportpauschale finanziert werden kann.

Naturfreunde sollen haften

Gelänge es, die Strecke einzurichten, sollen dort auch Trainings und Veranstaltungen organisiert werden, bei denen die verschiedenen Interessengruppen zusammenkommen, um gegenseitiges Verständnis zu wecken, erklärt Stephan Zöllner. Die Haftung für den Betrieb der Strecke sollen die Naturfreude übernehmen. Ein entsprechender Vertragsentwurf wird derzeit noch geprüft. Für die Stadt sei ein solcher Vertrag eine zwingende Voraussetzung, so das Umweltamt.

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