In Bielefeld bislang keine Einigung zwischen Kassenärztlicher Vereinigung und der Stadt
Streit um neue Corona-Testzentren

Bielefeld (WB). Eigentlich wollte der Corona-Krisenstab der Stadt am Freitag auch über zwei neue Testzentren informieren. Aber bislang gibt es zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Stadtverwaltung noch keinen Konsens. Bis zu 20.000 Abstriche bis zu den Herbstferien wären in den beiden Testzentren möglich. Gibt es doch noch eine Einigung, könnten hier 14-tägig Abstriche vom Kita- und Schulpersonal sowie von Reiserückkehrern, aber auch von Kindern in Kitas oder auch Schülern gemacht werden. Das Gesundheitsamt kann den enormen Aufwand damit kaum mehr stemmen und die Arztpraxen auch nicht.

Samstag, 08.08.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 09:29 Uhr
Allein für das Kita- und Schulpersonal rechnet die Stadt Bielefeld mit tausenden Abstrichen. Aber bislang gibt es keine Einigung über neue Testzentren. Foto: dpa

 

Testungen

In Bielefeld ist die Zahl der Infizierten zwar seit Anfang Mai auf dem bislang höchsten Stand, aber immer noch vergleichsweise niedrig. Im April gab es noch doppelt so viele Infizierte. Solange es die neuen Testzentren nicht gibt, werden die Abstriche beim Gesundheitsamt oder den in Arztpraxen gemacht. Zwei Testzentren sollen entstehen. Ein Zelt könnte möglicherweise auf dem früheren Gelände der Firma Kahmann & Ellerbrock an der Eckendorfer Straße, ein weiteres im Süden der Stadt errichtet werden. Die Testungen werden massiv ausgeweitet.

Reiserückkehrer

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen von diesem Samstag an verpflichtend zum Test. Wer keinen negativen Test vorlegen kann, muss nach dem Urlaub zwingend in eine zweiwöchige Quarantäne. Kinder, die in Risikogebieten waren, dürfen ohne Test oder der Quarantäne nicht in die Kita oder in die Schule. Die Stadt wird automatisch von den Flughäfen über Tests der Bielefelder informiert. An den Flughäfen können sich die Urlauber direkt nach ihrer Wiederkehr testen lassen. Passagierlisten erhält die Stadt aber aus Datenschutzgründen nicht. Wer keinen Test am Flughafen oder im Reiseland hat machen lassen, erscheint somit auf keiner Liste. Wer sich nach einer Reise aus Risikogebieten nicht zurückmeldet, macht sich strafbar. Hohe Strafen drohen Menschen, die sich Tests verweigern oder hoffen, nicht „erwischt“ zu werden.

Kitas

Bislang haben sich 120 der 600 Mitarbeiter der städtischen Kitas testen lassen, Tendenz steigend. Alle 14 Tage können die Mitarbeiterinnen der Kitas Abstriche machen lassen. Der Regelbetrieb in den Bielefelder Kitas beginnt am 17. August. Die Eltern werden gefragt, wo sie ihren Urlaub verbracht haben (siehe Reiserückkehrer). Kinder dürfen sich in anderen Gruppen nur dann aufhalten, wenn das auch wirklich erforderlich ist. Die gruppenübergreifenden Kontakte sollen weitestgehend vermieden werden. Falls es eine Infektion in der Kita gibt, muss somit nur eine Gruppe in Quarantäne und nicht die ganze Kita geschlossen werden. Frühmorgens oder auch spätabends werden die Kinder in der Regel aber gruppenübergreifend betreut. Draußen dürfen sich ebenso die Gruppen gleichzeitig aufhalten. Jede Kita hat hier je nach Raum- und Personalsituation ihr eigenes Konzept.

Schulen

In den Schulen gilt die Maskenpflicht . In den weiterführenden Schulen muss die Maske auch während des Unterrichts getragen werden. Wenn es eine Infektion gibt, erfolgt die Einzelfallprüfung. Davon hängt ab, ob die ganze Klasse oder eine kleinere Gruppe in Quarantäne muss. Ganze Schulschließungen sollen vermieden werden. Ordnet die Stadt Tests oder Quarantäne an, werden die Abstriche vom Gesundheitsamt gemacht. Solange es keine Testzentren gibt, könnten Abstriche demnächst zentral in einer Aula , Sporthalle o.ä. gemacht werden.

Arminia Bielefeld

Stand jetzt wären 300 Fans im Stadion zulässig. Nächste Woche tritt aber eine neue Coronaschutzverordnung in Kraft. Diese wird die künftig erlaubte Zuschauerzahl in Stadien beinhalten. Gerechnet wird mit einem Drittel oder einem Viertel an Zuschauern. In der Schüco-Arena wären das also knapp 8000 bis 10.000 erlaubte Zuschauer. Nächste Woche wird es eine Entscheidung geben. Diese müsste dann nicht nur Fußballspiele, sondern auch andere Veranstaltungen einbeziehen.

Neue Stellen im Gesundheitsamt

Auf die 20 neuen Stellen im Gesundheitsamt haben sich 60 Menschen beworben. Die ersten Zusagen sind bereits erfolgt. In Kürze nehmen die ersten Mitarbeiter befristet ihren Dienst auf. Ziel ist es, auf weiter steigende Infektionszahlen durch Reiserückkehrer, aber auch im Hinblick auf den Herbst und Winter gut vorbereitet zu sein. Überwiegend werden die Mitarbeiter gebraucht, um Infektionsketten nachzuvollziehen, damit die Infektionsgefahr so gering wie möglich gehalten wird.

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