Tierheim nimmt neues Hundehaus am Dienstag in Betrieb
Nur die Quarantänestation fehlt

Bielefeld (WB). 90 Kubikmeter Holzschnitzel müssen noch verteilt und einige Schlösser ausgewechselt werden, dann ist das neue Hundehaus im Tierheim offiziell bezugsfertig. Dienstag soll Einweihung gefeiert werden, coronabedingt vereinsintern.

Samstag, 08.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 10:50 Uhr
Hausmeister Harald Neumann verteilt in den insgesamt 17 Gehegen den Bodenbelag aus Holzschnitzeln. Nach mehr als zwei Jahren Planung und vielen geleisteten Arbeitsstunden kann das Tierheim das neue Hundehaus offiziell in Betrieb nehmen. Foto: Kerstin Sewöster

Die Generalprobe ist bereits bestanden: Die sechs Mini Australian Shepherd-Welpen, die im Rahmen eine Beschlagnahmung von 49 Hunden in Recklinghausen nach Bielefeld kamen, fühlen sich in ihrem 40 Quadratmeter großen Gehege pudel-, pardon aussi-wohl. Mit dem Bau des neuen Hundehauses stehen 17 Außengehege zur Verfügung, die zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß sind. Sie sind direkt angeschlossen an die Innenboxen, die ebenfalls dem aktuellen Standard des Tierschutzes entsprechen. Statt 3,5 Quadratmetern stehen den Hunden nun jeweils neun Quadratmeter im Innenbereich zur Verfügung. Jeweils zwei Boxen haben Zugang zu einem Außengehege. Wenn es Stress gibt, können die Hunde auch zeitlich getrennt den Auslauf nutzen.

Neubau erleichtert die tägliche Arbeit

Mehr Platz ist jedoch nur ein wichtiger Vorzug des neuen Hundehauses. Trotz der aktuell tropischen Temperaturen ist es im Inneren angenehm kühl. „Ich denke auch, dass wir im Winter Heizkosten sparen werden“, meint Helmut Tiekötter, Vorsitzender des Tierschutzvereins, mit Blick auf die Isolierung. Die mindert auch den Lärmpegel im Gebäude, zugleich wurde darauf geachtet, dass Tageslicht hinein gelangt. „Sonst musste immer das elektrische Licht eingeschaltet werden“, erklärt Tiekötter. Das einzige, was jetzt noch fehle, sei eine Quarantänestation zum Beispiel für Hunde aus einer Beschlagnahmung.

Mitarbeiterin Celine Schnur mit zwei der sechs Australian Shepherd Welpen, die im neuen Gehege schon einmal „Probewohnen“.

Mitarbeiterin Celine Schnur mit zwei der sechs Australian Shepherd Welpen, die im neuen Gehege schon einmal „Probewohnen“. Foto: Kerstin Sewöster

Der Neubau erleichtert auch die tägliche Arbeit der 37 Mitarbeiter. Der Fußboden in den Boxen ist aus Epoxidharz und leicht zu reinigen. Früher musste das Wischwasser mit einer Flitsche durch einen Zugang in den Außenzwinger und anschließend in eine Abflussrinne befördert werden. Weil es bislang immer Probleme mit der Entwässerung gab, wurde die Kanalisation erneuert und an eine Druckrohrstation angeschlossen, für die Dachentwässerung eine unterirdische Rigole (ein Pufferspeicher) gelegt.

Mittel für Neubau aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert

Inklusive Planung und Arbeiten am Bau hat die Realisierung des Hundehauses mehr als zwei Jahre gedauert. Die Kosten, die ursprünglich mit 600.000 Euro veranschlagt worden waren, belaufen sich mittlerweile auf eine knappe Million Euro. „Ich hatte mir gewünscht, dass wir mit 700.000 Euro hinkommen, aber insbesondere die Außenanlagen sind ins Geld gegangen“, erläutert Tiekötter und betont, dass die Summe allein aus Spenden und Mitgliedsbeitragen finanziert wird. Wichtiger Grundstock und Initialzündung für den Neubau war, dass die Sennerin Leonie Jürging den Tierschützern ihr Haus vererbte, weshalb das neue Hundehaus auch ihren Namen tragen soll.

Den Neubau des Hundehauses hat der Verein genutzt, um auch andere Standards zu verbessern. In Betrieb sind bereits die beiden Gruppenhäuser inklusive Außengelände, in denen die Hunde in Rudeln gehalten werden. Erweitert wurde auch die Kantine, die einen Anbau und einen Außenbereich bekommen hat. Bei 100 ehrenamtlichen Helfern – vom Gassigeher bis zum Grünpflücker für die Kleintiere – sowie 37 Mitarbeitern, je vier Auszubildenden und Absolventen des Freiwilligendienstes (Bufdi) müssen sich nicht nur die Vierbeiner, sondern auch die Menschen wohlfühlen.

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