Franziskus Hospital investiert 980.000 Euro in neues CT-Gerät
Scheibchenweise

Bielefeld (sas). 240 Schichtaufnahmen pro Sekunde liefert der neue Computertomograph des Franziskus Hospitals. Er kommt mit einem Fünftel der Strahlenbelastung und einem Drittel der Kontrastmittelmenge aus. Dazu ist die Öffnung, durch die der Körper eines Patienten geschoben wird, mit einem Durchmesser von 78 Zentimetern geräumig. „Sehr kommod“, findet Prof. Dr. Jakub Wiskirchen.

Samstag, 08.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:02 Uhr
Prof. Dr. Jakub Wiskirchen und Claudia Claus mit dem neuen CT, das 240 Zeilen pro Sekunde schafft. Das allererste CT-Gerät im Klösterchen schaffte 1992 eine Zeile. Geschäftsführer Dr. Georg Rüter ist fürs Foto in die Rolle des Patienten geschlüpft. Foto: Schulze

Er ist Chefarzt der Radiologie im „Klösterchen“ und von dem neuen Gerät von Canon begeistert. Immerhin 980.000 Euro hat das Krankenhaus dafür investiert, gut angelegtes Geld, findet Geschäftsführer Dr. Georg Rüter.

Provisorium auf Sattelschlepper

Dafür hat er auch knapp vier Wochen Provisorium in Kauf genommen. So lange nämlich dauerte es, bis das alte 16-Zeilen-Gerät ausgebaut, das neue installiert und die Räumlichkeiten komplett neu gestaltet waren. Ohne CT war das Klösterchen in der Zeit nicht: Ein Ausweichgerät auf einem Sattelschlepperauflieger war im Hof geparkt – was die Patienten interessant fanden, sagt Claudia Claus, Leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin.

Das neue CT-Gerät, freut sich Wiskirchen, liefere mit 80 Zeilen („Scheibchen“) pro Umlauf und drei Umläufen in der Sekunde hervorragende Bilder. Zwar gebe es heute sogar schon 320-Zeiler, „doch ist ihr medizinischer Mehrwert nur in ganz wenigen Spezialfällen von Bedeutung“. Entscheidender, so Wiskirchen, sei die Strahlenbelastung. „Katheterlabor und CT sind für fast 100 Prozent der medizinischen Strahlenbelastung verantwortlich. Auch das Röntgen und die Belastungen durch Kernenergie sind da zu vernachlässigen.“ Um so wichtiger sei also die niedrige Strahlendosis der Neuanschaffung.

Bildgebende Geräte ergänzen sich

Das CT-Gerät liefert etwa Klarheit darüber, ob ein Metallimplantat richtig sitzt, ob die Luftnot eines Patienten durch eine Embolie oder Wassereinlagerungen verursacht wird oder woraus Steinchen in Harnleitern bestehen. „Dazu kommt, dass die Bildgebung nur Sekunden dauert. Die meiste Zeit nimmt das Lagern des Patienten in Anspruch“, sagt Wiskirchen. Aber nicht nur die Morphologie, also Strukturen, bildet das CT-Gerät ab, sondern auch Funktionen. Wiskirchen demonstriert das im Besprechungsraum, dessen eine Wand von zwei großen Bildschirmen eingenommen wird. Links erscheint eine Lunge, rechts ist zu erkennen, wie gut sie durchblutet wird.

Zur Digitalisierung eines Krankenhauses, betont der Radiologe, gehöre vor allem die Vernetzung: mit der Patientenakte, mit den Therapeuten und auch mit anderen bildgebenden Verfahren. „Jedes Gerät hat seine Qualitäten und ist nicht einfach zu ersetzen“, sagt Rüter. Aber eben zu ergänzen: So liefert das MRT quasi die „Landkarte“ für Behandlungen unter Ultraschall. Genutzt wird das neue CT auch von der Klinik für Strahlentherapie, für die feste Zeiten reserviert sind: Mittels CT werden Bestrahlungen exakt geplant – für Brustkrebspatientinnen etwa in Bauchlage: So ist die Brust besser zu erreichen und das Herz wird geschont. Die Daten des CT-Gerätes werden direkt auf den Linearbeschleuniger übertragen.

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