Anordnung der Bezirksregierung Detmold – Stadt Bielefeld sperrt die öffentlichen Grillplätze
Brandgefahr: Wälder in OWL werden per Flugzeug kontrolliert

Detmold/Bielefeld (WB/hz). Trockenheit, Hitze und viel Totholz machen heimische Wälder derzeit zur Gefahrenzone. Die Regionalforstämter und der Deutsche Wetterdienst stufen die Waldbrandgefahr als erheblich ein. Die Bezirksregierung Detmold hat angeordnet, dass die Wälder in OWL per Flugzeug auf mögliche Brände hin kontrolliert werden. Zudem sperrt die Stadt Bielefeld die öffentlichen Grillplätze.

Freitag, 07.08.2020, 12:07 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 14:14 Uhr
Das öffentliche Grillen ist in Bielefeld wegen akuter Brandgefahr verboten. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Wegen der sehr hohen Temperaturen und der akuten Waldbrandgefahr sind ab sofort alle elf Grillplätze in Bielefeld gesperrt. Darauf weist der städtische Umweltbetrieb (UWB) hin, sagt Stadtsprecher Daniel Steinmeier. Boden und Sträucher auf den Plätzen sind sehr trocken. Deshalb ist es zu gefährlich, auf den Grasflächen und in der Nähe von Bäumen und Sträuchern zu grillen. Zudem gilt nach wie vor ganzjährig ein Grillverbot auf Spielplätzen, in Grünanlagen und im Wald.

Die Luftüberwachung zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden beginnt an diesem Samstag. Die Anordnung gilt je nach Wetterlage zunächst bis zum 14. August, sagt Andreas Moseke, Sprecher der Detmolder Bezirksregierung. Anschließend wird sie verlängert, falls erforderlich. Sie ist in Absprache mit den Regionalforstämtern Ostwestfalen-Lippe und Hochstift des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sowie dem Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, Betriebsbereich Senne, erfolgt.

Je zwei Flüge sind für Samstag und Sonntag geplant; einer am Vormittag und einer am Nachmittag. Die Flugtermine für die kommende Woche sind einmal täglich am Nachmittag. Die Flugroute ist ein „Zickzack-Kurs“ über den Regierungsbezirk. Im Fokus stehen Gebiete rund um die Senne, große Moorflächen sowie alle Waldgebiete in Ostwestfalen-Lippe. „Überall gibt es viele abgestorbene Bäume oder solche, die vom Borkenkäfer geschädigt sind“, erläutert Regierungsbranddirektor Karsten Weber von der Bezirksregierung.

Ziel der Flüge ist, die Feuerwehrleitstellen möglichst schnell über ein Feuer in einem Wald oder einem Graslandgebiet zu informieren. Zeit ist ein kritischer Faktor. Das speziell geschulte Flugpersonal kann Brände sehr früh erkennen und die Einsatzkräfte zügig aus der Luft zum Brandort leiten. Je schneller die Löscharbeiten beginnen, desto geringer ist der Schaden für Umwelt, Forstwirtschaft und Bevölkerung.

Am Steuer des Überwachungsflugzeugs sitzt ein Pilot des Luftsportvereins Oerlinghausen. Seine Passagiere sind ein Mitglied einer heimischen Feuerwehr sowie ein Mitarbeiter des Regionalforstamts. Koordiniert werden die Flüge von der Bezirksregierung und dem Kreis Lippe.

Eine frühe Branderkennung ist gut, eine Verhütung von Bränden ist besser. „Das Grillen und offene Feuer sind im Wald grundsätzlich verboten. Das gilt im Moment auch für das Rauchen“, sagt Weber. Spaziergänger sollten die Verbote in jedem Fall beachten. Und: „Versperren Sie mit Ihren Autos keine Waldwege und parken Sie nur auf befestigten Flächen, wie Schotter oder Asphalt.“

Der so genannte Graslandfeuerindex ist wegen der seit Monaten andauernden Trockenheit in NRW auf einem hohen Niveau, ebenso wie der Waldbrandindex. Unter diesen Voraussetzungen können Waldbrandüberwachungsflüge durchgeführt werden. Die Kosten für die Flüge trägt das Land Nordrhein-Westfalen. Die letzten Überwachungsflüge in Ostwestfalen-Lippe gab es im Jahr 2011.

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