Heimatverein Senne wertet Außengelände auf und macht es zugänglich
Ziehbrunnen sucht Holzeimer

Bielefeld (WB). Der Garten des Senner Heimathauses, der zuletzt überwiegend privat genutzt worden ist, soll zu größeren Teilen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Darum bemüht sich gerade der Heimatverein. Als erstes hat eine Handvoll Mitglieder das Prunkstück im Außenbereich des früheren Hofes Rüschenpöhler saniert – den historischen Ziehbrunnen von 1793.

Mittwoch, 05.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 05:03 Uhr

Die Konstruktion aus zwei kräftigen Eichenbalken, mit denen der durstige Bauer einst einen Holzeimer durch einen mehrere Meter tiefen Schacht bis ins Grundwasser absenken konnte, ist heute „eine der wenigen noch funktionstüchtigen in Ostwestfalen“, betont Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt. „Und wahrscheinlich ist es die einzige in ganz Bielefeld.“ Über viele Jahre ohne Pflege hätten sich auf dem Holz aber Mengen an Moosen und Flechten angesammelt. „Die haben wir in Handarbeit mit Bürste und Messer da runtergeholt“, sagt Haupt. „Per Hochdruckreiniger wäre das schneller gegangen, hätte aber zu viel vom Holz kaputt gemacht.“

Abschließend sind die beiden Balken ordentlich mit Öl angestrichen worden, um der Witterung kommender Jahrzehnte besser standhalten zu können. „Wir wissen nicht, wann unser Brunnen zum letzten Mal so aufwendig gepflegt wurde“, ergänzt Haupt. „Dass kann 30, vielleicht 40 Jahre her sein.“ Künftig solle eine solche Inspektion mit gegebenenfalls Reinigung oder Anstrich durch den Vorstand des Heimatvereins alle fünf Jahre erfolgen.

Alte Ziegel als Geschenk vom Hof Ramsbrock

Auch der zum Gestänge gehörende, vergitterte Brunnenschacht ist aufgewertet worden: Vereinsvorsitzender Erhard Prellwitz hat die marode Holzverkleidung, die niemandem mehr gefiel, durch eine fachmännisch gemauerte ersetzen lassen. Die alten, noch handgeformten Ziegel dazu gab es als Geschenk vom Förderverein des Landschaftspflegehofes Ramsbrock. „Dort lagen sie zwischen Schweinestall und Haupthaus und wurden nicht mehr gebraucht“, sagt Gerhard Haupt.

Jetzt fehlt nur noch ein passender Eimer, und die Brunnenanlage wäre wieder komplett. Über eine entsprechende Materialspende – vorzugsweise originalgetreu aus Holz oder Leder – würde sich der Heimatverein riesig freuen. Demnächst wollen seine Mitglieder die Wege am Heimathaus reinigen und den Zaun so versetzen, dass der sanierte Brunnen wieder für jedermann erreichbar ist. Prellwitz glaubt, dass er sich schnell zu einem begehrten Fotohintergrund für die Paare entwickelt, die im Heimathaus heiraten.

Das Heimathaus selbst soll stärker als Tagungs- und Seminarraum vermarktet werden. Denn meistens steht es an fünf von sieben Tagen leer; zu Corona-Zeiten noch häufiger. „Dafür ist es zu schade“, moniert Heimatpfleger Jascha Bondzio. „Dabei ist an Ausstattung alles vorhanden – von der komplett eingerichteten Küche bis zur Behindertentoilette.“

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