Bielefelder Jugendbande soll dutzende Einbrüche in Kitas und Schulen begangen haben
Zehntausende Euro Schaden

Bielefeld (WB/hz). Eine Jugendbande soll im vergangenen Herbst und Winter quer durch Bielefeld dutzende Einbrüche in Kindertagesstätten, Schulen und Jugendzentren begangen haben. Die dabei von den Tätern angerichteten Schäden liegen im hohen fünfstelligen, wenn nicht sogar im sechsstelligen Bereich.

Dienstag, 04.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 05:04 Uhr
Das Landgericht Bielefeld Foto: dpa/Friso Gentsch

Von Ende August an sollen sich sechs der Bandenmitglieder im Alter von 15 bis 19 Jahren vor dem Landgericht verantworten. Es soll sich um die Haupttäter handeln. Alle haben einen Migrationshintergrund (Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kosovo und Türkei), drei von ihnen sitzen aktuell in Haft. Die Polizei stuft fünf der sechs Angeklagten als Intensivtäter ein und legt den jungen Männern und ihren mindestens 15 Komplizen neben den Einbrüchen weit mehr als 100 Autoaufbrüche und Autodiebstähle zur Last.

Kripoermittler hatten nach der Festnahme von vier Verdächtigen Anfang März der Bande mindestens 36 Einbrüche nachgewiesen. Ein Bandenmitglied soll ein umfassendes Geständnis abgelegt haben, hieß es seinerzeit von der Polizei. 29 der Taten, begangen von November 2019 bis März 2020, werden vom 28. August an vor der 20. Großen Strafkammer verhandelt. Das Gericht rechnet mit einer umfangreichen Beweisaufnahme. Insgesamt neun Verhandlungstage sind bis Mitte November angesetzt.

Ob Bargeld, Fahrkarten oder Computerelektronik – nichts soll vor den jungen Einbrechern sicher gewesen sein. Allein in der Gesamtschule Rosenhöhe sollen die Täter 32 iPads (Tablets der Firma Apple) und andere Elektronikartikel im Wert von 13.000 Euro erbeutet haben, sagte Gerichtssprecher Phil Gabler auf Anfrage.

Bei ihren Beutezügen sollen die Einbrecher rabiat und rücksichtslos vorgegangen sein. Tatorte blieben verwüstet zurück. „Beim Einbruch in das Kerschensteiner Berufskolleg wurden Türen, Schränke und Geldkassetten aufgebrochen. Der Schaden wird auf 50.000 Euro geschätzt“, fasste der Gerichtssprecher das Geschehen in der Ersatzberufsschule in Bethel zusammen.

Der Bande werden noch zahlreiche weitere Taten zur Last gelegt. Im August und September sollen die Jungkriminellen, in wechselnder Besetzung wie bei den Einbrüchen, 128 Autos aufgebrochen und geplündert haben. Fünf Fahrzeuge wurden gestohlen, vier davon fuhren die Täter zu Schrott, berichtete Polizeisprecherin Sarah Siedschlag von elf Serien des schweren Bandendiebstahls. Zur Aufklärung der Autoaufbrüche und -diebstähle wurde bei der Bielefelder Kripo extra die Ermittlungskommission „Hammer“ gegründet.

Das kriminelle Treiben endete am 6. März. Um zehn Minuten nach Mitternacht rückten Polizisten zu einer Kita an der Stadtheider Straße aus. Mit Unterstützung von Diensthund „Charly“ wurden vier Einbrecher gefasst. Sie hatten eine Tür der Kita aufgebrochen und im Inneren Räume verwüstet. Vier der jungen Tatverdächtigen, die sich bald vor dem Landgericht verantworten müssen, kamen in Untersuchungshaft. Inzwischen ist einer der Angeklagten wieder auf freiem Fuß.

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