Veranstaltung mit 30 Gästen in gemieteten Räumen in Bielefeld – 14 neue Fälle
Zwölf Infizierte: Verlobungsfeier war erlaubt

Bielefeld (WB). Zwölf Gäste einer Verlobungsfeier in Bielefeld haben sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert . An der privaten Feier nahmen 30 Gäste teil. Sie fand in angemieteten Räumlichkeiten in Bielefeld statt. Ein Teilnehmer hatte nach der Verlobungsfeier die typischen grippeähnlichen Symptome und ließ sich daraufhin testen. Weil das Ergebnis positiv war, bat das Gesundheitsamt auch die anderen Gäste zum Test. Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor.

Mittwoch, 15.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 13:58 Uhr
Die Verlobungsfeier mit 30 Gästen hat legal stattgefunden. Zwölf Teilnehmer haben sich mit dem Virus infiziert. Foto: Michael Löffler, Fotolia

Feier war legal

Die Verlobungsfeier hat legal stattgefunden. Einen Verstoß gegen die Coronaschutzverordnung gab es nach bisherigem Kenntnisstand nicht. Zum Zeitpunkt der Verlobungsfeier waren Familienveranstaltungen mit 50 Gästen erlaubt, wenn diese sich in entsprechende Listen eintragen. Und das hat die Bielefelder Feiergesellschaft offenbar vorschriftsmäßig getan.

So konnte die Kontaktnachverfolgung durch die Mitarbeiter/innen des Gesundheitsamtes schnell erfolgen. Die Betroffenen sind bereits in Quarantäne. Ob darüber hinaus noch weitere Menschen aus dem Umfeld der Gäste getestet werden beziehungsweise ebenso in Quarantäne müssen, steht noch nicht fest. „Dieser Fall zeigt deutlich: Corona ist nicht weg. Auch wenn wir nur im Familien- und Freundeskreis feiern, kann etwas passieren“, sagt Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger. Er appelliert: „Auch wenn Auflagen gelockert werden, müssen wir weiter wachsam und vorsichtig sein und uns an die Abstands- und Hygieneregeln halten. Das gilt natürlich auch für private Feiern, weil ja keiner seine Oma anstecken will.“

Zuletzt hatte Nürnberger, wie berichtet, das Verhalten des Oberbürgermeisters Pit Clausen (SPD) bei der Arminia-Aufstiegsfeier als unglücklich und ungeschickt bezeichnet. Auch der Krisenstabsleiter wird sich einen anderen Verlauf der Aufstiegsfeierlichkeiten gewünscht haben.

Neue Corona-Verordnung

Zum Zeitpunkt der Verlobungsfeier galt noch die alte Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen . Diese erlaubte es den Menschen, sich in Gruppen von höchstens 50 Personen in der Öffentlichkeit zu treffen. Seit heute gelten neue, lockerere Regelungen. Demnach dürfen Feste und Feierlichkeiten aus einem herausragenden Anlass wie Hochzeits-, Tauf-, Geburtstagsfeien und ebenso Beerdigungen grundsätzlich stattfinden. Die neue Coronaschutzverordnung sieht die Erlaubnis von maximal 150 Teilnehmern vor. Das Abstandsgebot und die Maskenpflicht gelten dabei nicht, soweit geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur einfachen Rückverfolgbarkeit sichergestellt sind.

Noch zwei weitere Fälle

Über die zwölf neuen Coronafälle hinaus gab es zwei weitere Neuinfektionen aufgrund von bestätigten Labortests (Stand Dienstag, 14 Uhr). Nach der offiziellen Meldung der Stadt bleibt es in der Bielefelder Statistik zunächst allerdings bei 498 Infektionen seit Ausbruch der Epidemie (davon 39 mit Tönnies-Bezug).

Wegen technischer Probleme beim Robert-Koch-Institut konnte die Stadt in den vergangenen Tagen keine Neuinfektionen melden. Somit stimmen die Zahlen des RKI und der Stadt nicht mehr überein. Am Anfang der Pandemie war das bereits schon wochenlang so gewesen. Die Stadt wollte aber nicht mit der Bekanntgabe der neuen Coronafälle warten, bis die technischen Probleme gelöst sind. Somit sind die Zahlen der Stadt wieder auf einem aktuelleren Stand als die des RKI.

77 Menschen in Quarantäne

Von den positiv Getesteten sind 454 Menschen genesen. Das sind drei mehr als am Vortag. Drei Menschen müssen im Krankenhaus behandelt werden, davon liegt einer auf der Intensivstation und wird auch beatmet. In Quarantäne befinden sich 77 Menschen, fünf mehr als am Vortag.

Die Neuinfektionsrate beinhaltet die 14 noch nicht gemeldeten Fälle bereits und liegt in den vergangenen sieben Tagen daher bei 10,9 pro 100.000 Einwohner, das entspricht 37 Neuinfizierten.

Kita Brock

Erfreuliche Nachrichten gibt es im Zusammenhang mit dem Coronafall an der Kita Brock . Das zweijährige Kind, das positiv getestet war, hatte zunächst die typischen grippeähnlichen Symptome. Diese sollen aber nach Auskunft der Stadt offenbar komplett verschwunden sein. Bestätigte Ansteckungen innerhalb der Familie mit den zwei Geschwistern hat es bislang nicht gegeben. Die Kita Brock nahm gestern ihren Betrieb wieder auf. Dort hat sich die Aufregung der vergangenen Tage wieder etwas gelegt.

 

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