Temporäres Jugend- und Familienzentrum im Grünen Würfel nimmt Arbeit wieder auf
Belebung des Kesselbrinks

Bielefeld (WB). In den Grünen Würfel am Kesselbrink kehrt langsam das Leben zurück. Wie berichtet, soll dort unter der Regie des Sozialamtes ein Zentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstehen. Drei Monate nach dem ambitionierten Neustart der BGW-Immobilie erfolgte im März coronabedingt die Vollbremsung. „Jetzt bestehen die rechtlichen Möglichkeiten, den Würfel und den Kesselbrink wieder zu beleben“, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger.

Mittwoch, 15.07.2020, 08:00 Uhr
Zum Spieletreff kamen (vorne von links) Franziska Rüweler mit Großmutter Edeltraut Garbe-Last sowie Mohammedali mit Vater Ali und Komiljon Yusupov. Für eine Belebung des Platzes und des Grünen Würfels setzen sich unter anderem Heide Hepach vom Verein Mother Hood (hinten von links), Peter Bauer von den Falken und Sozialdezernent Ingo Nürnberger ein. Foto: Thomas F. Starke

Soziale Kontrolle durch die Menschen

Dazu gehört zum Beispiel ein offener Spieletreff, den die Falken und der Verein Spielen mit Kindern jeweils dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr auf dem Platz vor dem Würfel anbieten. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Szene aus Alkoholikern und Drogendealern. „Ich möchte nichts Schönreden. Aber wenn wir hier nichts tun, dann überlassen wir den Platz den Leuten, die Unfug treiben“, rechtfertigt Ingo Nürnberger den Spieletreff. Bielefelds Beigeordneter setzt auf „soziale Kontrolle“ durch die Menschen, die die sozialen Angebote nutzen, aber auch durch die verstärkte Präsenz von Ordnungsamt und Stadtwache.

„Wir hatten in der Zeit von Dezember bis zum Lockdown keinerlei Schwierigkeiten. Niemand aus der Szene hat den Würfel betreten oder versucht, mit einem Jugendlichen in Kontakt zu treten“, berichtet Peter Bauer, Geschäftsführer der Falken, die zunächst die Bespielung des Grünen Würfels übernommen hatten. Die anfängliche Programmstruktur bestand aus offenen Treffen, die laut Bauer mit 1726 Tagesbesuchern sehr gut angenommen wurden, und aus Workshops.

Experiment ist Teil des Konzeptes

Mittlerweile haben sich weitere Vereine und Initiativen eingeklinkt. So bietet der Mädchentreff einmal pro Woche einen Tanzkursus im Grünen Würfel an. „Das Angebot ist offen und kann ohne Anmeldung besucht werden“, sagt Eike Bartheidel. Und das Bellzett, Fachinstitution für gendersensible Gewaltprävention und Bewegung, ist ab Mitte August mit einem Selbstbehauptungstraining im Würfel vertreten. Des Weiteren bietet der Verein Mother Hood dort Eltern Unterstützung rund um die Geburt an. „Alles ehrenamtlich und kostenlos“, sagt Mother Hood-Mitarbeiterin Heide Hepach. Auch die Initiative Fridays for Future und die Gruppe Schwule 50 plus wollen die Räumlichkeiten zu Treffen nutzen. „Wir möchten so viele Menschen wie möglich erreichen“, erläutert Werner Wörmann vom Büro für integrative Sozialplanung. Vorerst bleibt das Haus in städtischer Trägerschaft. „Wir wollen ausprobieren, was geht. Das ist Teil des Konzepts. Erst danach wird entschieden, wie es weitergehen wird“, sagt Nürnberger.

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