Verein Primelgrün führt Besucher durch seinen naturnahen, artenreichen Garten
Kreislauf von Werden und Vergehen

Bielefeld (WB).Vor fünf Jahren war das Areal an der Grafenheider Straße noch eine brach liegende Pferdewiese. Mittlerweile ist dort ein „Zauberwaldgarten“ entstanden, naturnah und mit großer Pflanzen- und Insektenvielfalt. Er ist zudem ein Erlebnisraum für Groß und Klein. Bewirtschaftet und gestaltet wird der 6000 Quadratmeter große Garten vom Verein „Primelgrün“.

Donnerstag, 09.07.2020, 06:00 Uhr
Anke Krieger erklärt den Besuchern, warum dieser Spinat „schießen“ durfte: So werden die Samen für die nächste Aussaat gewonnen. Foto: Bernhard Pierel

Verein Primelgrün zeigt naturnahen Garten

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Foto: Bernhard Pierel
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Anke Krieger, gelernte Ergotherapeutin und engagierte Primelgrün-Mitarbeiterin, hat am Mittwoch Rats­politiker, Vertreter des Naturschutzbundes und Unterstützer zu einer Gartenführung eingeladen, bei der sie das Konzept des naturpädagogisch wirkenden Vereins und des Naturgärtnerns vorstellte. „Als wir von unserem alten Standort Vilsendorf hierher kamen, hatten wir die Vision, einen artenarmen Platz in ein Kleinod zu verwandeln“, erzählte sie. Das ist gelungen, wie ein „Vorher-Foto“, das sich deutlich vom Ist-Zustand unterscheidet, beweist.

Drei-Zonen-Modell

Der Garten wird bewirtschaftet nach dem „Drei-Zonen-Modell“. Da ist als erste Zone ein Waldsaum und vor allem eine dicke Hecke aus heimischen Gehölzen, die den Garten umgibt und abgrenzt, die zudem vor Lärm, Pestiziden und Wind schützt. „Sie schafft eine eigene Biosphäre.“ Innerhalb der Hecke gibt es verschiedene Räume, nach dem „Hortus“-Prinzip (vom lateinischen Wort für Garten) wird aber zunächst unterschieden zwischen „Hotspots“, bei denen auf abgemagerten Böden eine Vielfalt von Blumen und Stauden gedeiht, und der Ertragszone: Hierhin kommt das organische Material aus den anderen Zonen, sorgt für humusreiche Böden und hinreichend Gemüse und Kräuter.

Aber der Primelgrün-Zauberwaldgarten ist eben auch Erlebnisraum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die hier an Kursen teilnehmen oder ganzjährigen Gruppen angehören. Deshalb gibt es etwa eine Matschkuhle, in der Kinder das Vergnügen des Herummatschens erleben. Direkt nebenan ist gemeinsam mit Kindern ein Schattenbeet eingerichtet worden, in dem sich Kröten wohlfühlen. Und oberhalb lockt ein kleiner Teich, in dem Anke Krieger in diesem Jahr Grasfroschlaich und Libellenlarven entdeckte – „beides Zeichen für kleine Fische“.

Pflanzen dürfen wandern

Sehr aufgeräumt wirkt hier nichts, was auch daran liegt, dass die Pflanzen durch den Garten „wandern“ dürfen. „Wir haben anfangs Einjährige ausgesät, die sich nun quasi geeignete freie Stellen suchen.“ Der blaublühende Natternkopf, auch „Blauer Heinrich“ genannt, etwa fühlt sich auf „Schotterstellen“ wohl – nicht zu verwechseln mit leblosen Schottergärten. „In den 30er Jahren galt er noch als lästiges Unkraut, heute ist er vom Aussterben bedroht. Er ist eine wunderbare Bienenweide“, erklärt Anke Krieger ihren Besuchern. Hübsch anzusehen ist er zudem.

„Hier gibt es so viele Blumen wie Farben“ habe ein kleiner Junge einmal staunend bemerkt, erzählt die Naturerlebnis-Pädagogin. Denn Giersch, Schafgarbe, Kornblumen, Margeriten, Klatschmohn oder Lichtnelken wachsen im Zaubergarten munter vor sich hin, am Duftpflanzen-Rondell gedeihen Salbei, Pfefferminze, Eberraute, Johannis- und Olivenkraut. Und in den Hochbeeten wiederum, die von festen Kindergruppen bepflanzt und betreut werden, gibt es Essbares. Dass Erbsen aus Schoten kommen, verwundert manches Stadtkind...

Holzskulpturen als Nistplatz

Aus Holzpaletten sind Ruhebänke gebaut, aus hölzernen Stecken eine Skulptur, die zugleich Unterschlupf und Nistplatz für Insekten ist. Im Indianer-Kurs entstand ein großer Traumfänger, in der Matschkuhle liegen Fleischwolf, Eimer und Kuchenform zum Spielen parat. Es gibt kleine Unterstände und ein großes Sonnensegel, das auch schon mal als Regensegel dient und von der Bürgerstiftung finanziert wurde. „Das Primelgrün-Konzept hat uns einfach überzeugt“, sagt Jutta Schattmann. Und selbst Jürgen Albrecht, Vorsitzender des Nabu, findet beim Besuch des Zauberwaldgartens noch viele Fotomotive und Anregungen.

Anke Krieger ist wichtig zu zeigen, dass ein Garten ein Prozess ist und zum Wachsen auch das Vergehen (bis zum nächsten Jahr) gehört. „Ein Garten bleibt nicht übers Jahr gleich, es gibt auch mal Abgestorbenes.“ Aber auch das kann reizvoll sein, wenn der Raureif darauf liegt oder Samenstände Schneehäubchen haben.

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