Neuer Verein „Code for Bielefeld“ will Informationen über die Stadt liefern
Daten für alle Bürger

Bielefeld (WB). Daten sind für viele Menschen nicht leicht zu verstehen und auf den ersten Blick vielleicht langweilig. Daten über die eigene Stadt, zum Beispiel über Luftqualität, Unfallstatistik oder politische Prozesse sind aber für jeden Einzelnen wichtig und interessant. Ein neuer Verein in Bielefeld will solche Daten für alle verständlich aufbereiten.

Dienstag, 07.07.2020, 12:32 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 12:36 Uhr

„Code for Bielefeld“ ist eine neu gegründete Ortsgruppe des bundesweiten Netzwerks „Code for Germany“. Jetzt haben sich fast 50 Interessierte zum Auftakt getroffen und Arbeitsgruppen für die ersten Projekte gebildet. Die Beteiligten bringen unterschiedlichste Fähigkeiten aus den Bereichen Hardware-/Software-Entwicklung, Design und „Open Data“ mit. Die ersten Projekte drehen sich um die Themen Umwelt, Kultur und Sensorik.

Aktuell ist die Kooperation mit dem Radentscheid, der erst vor wenigen Tagen den Vertrag mit der Stadt unterschrieben hat (das WESTFALEN-BLATT berichtete). „Code for Bielefeld“ visualisiert den Fortschritt der politischen Maßnahmen rund um den Radverkehr. Auf einer Karte werden Unfälle eingetragen, um Problemstellen zu identifizieren. Ein Flächenvergleich unter dem Motto „Wem gehört Bielefeld?” soll außerdem zeigen, wie viel Fläche Straßen oder Parkplätze im Vergleich zu Radwegen und Radparkplätzen einnehmen.

Für und mit kleinen Museen aus Bielefeld und der Umgebung entwickelt „Code for Bielefeld“ Projekte zur Digitalisierung ihrer Exponate und Ausstellungen, beispielsweise durch hörbare Exponatsbeschreibungen oder einen Web-Guide mit Virtual-Reality-Features.

Der Verein will jedoch nicht nur verfügbare Daten auswerten, sondern möchte auch selbst neue Daten sammeln. In Form einer sogenannten Graph-Datenbank erarbeitet die Gruppe eine menschen- und maschinenlesbare Wissensbasis für Bielefeld. Beispiele für solche Datenbanken sind „Wikidata“ und „Dbpedia“. Auf dieser Datenbank können andere Projekte aufbauen.

Zwei weitere Projekte nutzen Sensoren, die Menschen zählen oder Umweltdaten messen können. Mithilfe der „LoRaWAN-Netzwerktechnologie“ lassen sich beispielsweise Zähldaten günstig, sicher und schnell übertragen. Solche Sensoren in der Stadt sollen zählen, wie viele Menschen sich gerade in einem Freibad, auf einem Platz oder in einem Bus aufhalten. Diese Daten kann die Stadt dann für (Event-)Planungen nutzen, können Bürger für individuelle Entscheidungen verwenden.

Das Projekt „sensor.community“ ist eine europaweite Initiative. Selbst gebaute Sensoren messen Feinstaubbelastung, Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Die Daten sind frei verfügbar auf einer Karte einsehbar. „Code for Bielefeld“ will das Projekt in Bielefeld erweitern.

„Bielefeld darf also gespannt sein auf verschiedenste Karten, Apps und Anwendungen, die die Stadt auf eine neue Weise darstellen und spannende Fakten nutzbar aufbereiten“, erläutert Helen Bielawa, Mitbegründerin des Vereins.

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