Keine Staus, aber viele Autofahrer ignorieren die Sperrungen im Bielefelder Zentrum
Tag 1 der Großbaustelle Jahnplatz

Bielefeld (WB). Zwei Jahre lang wird am Jahnplatz in Sachen Verkehr Ausnahmezustand herrschen. Am Montag, dem ersten Tag, an dem der Platz aufgrund der Umbauarbeiten für Autos gesperrt war, blieb die Lage rund um die künftige Großbaustelle und auf den Umleitungsstrecken entspannt. Allerdings ignorierten viele Autofahrer das Durchfahrtsverbot und fuhren trotz eindeutiger Beschilderung über den Jahnplatz.

Dienstag, 07.07.2020, 06:00 Uhr
An der Einmündung zum Niederwall bereiten Arbeiter das Aufstellen eines Buswartehäuschens vor. Foto: Bernhard Pierel

Am Morgen gab es weder Staus noch andere Probleme, „es war alles ruhig, wir hatten keine Einsätze oder Meldungen“, erklärte Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Ob an der Stapenhorststraße an der Auffahrt zum Ostwestfalendamm, auf der Alfred-Bozi-Straße oder auf der Friedrich-Ebert-Straße: Lange Autoschlangen waren am Montag nirgendwo zu sehen. Offensichtlich spielte die Ferienzeit den Planern in die Karten.

Dass der Jahnplatz nun für den Durchgangsverkehr gesperrt ist und nur noch Anlieger, Anlieferer, Taxis und Linienbusse dort entlang fahren dürfen , kümmerte viele Autofahrer am Montag jedoch offenbar nicht wirklich. Vom Willy-Brandt-Platz aus kommend fuhren viele auf der Herforder Straße weiter wie gewohnt über den Platz, aber auch aus Richtung Adenauerplatz.

Provisorische Bushaltestelle

Um 6 Uhr morgens hatten Mitarbeiter der Baufirma Strabag am Montag damit begonnen, die letzten Sperrschilder aufzustellen. „Vieles war schon in der vergangenen Woche vorbereitet worden“, sagte Matthias Scharbert vom Projektteam für den Jahnplatzumbauim städtischen Amt für Verkehr.

Am Montagmorgen verfolgte er zusammen mit Bauleiter Eckhard Sasse und Straßenbaumeister Marco Börger von der Firma Strabag den Start der Arbeiten, mit denen die neue Führung der Buslinien vorbereitet wird, die ab dem kommenden Montag gilt. So wird an der Einmündung zum Niederwall auch der Geh- und Radweg aufgerissen, „hier kommt die provisorische Bushaltestelle hin, einschließlich eines Wartehäuschens“, erklärte Scharbert.

Mitten auf dem Jahnplatz waren unterdessen Andre Brocke und seine Kollegen vom Amt für Verkehr dabei, eine Ersatzampel zu montieren. „Denn die Mittelinsel, auf der einer der Ampelmasten steht, kommt weg“, erläuterte Brocke.

Neu orientieren müssen sich Autofahrer auch in der Körner- und der Falkstraße, die nun beide Einbahnstraße in Richtung Turner- beziehungsweise August-Bebel-Straße sind. Auch dort lief der Verkehr am Montag reibungslos, an der Körnerstraße in Höhe der Einfahrt zum Rathausparkhaus allerdings auf ungewohnten Wegen. Dort werden die Autos aktuell über den Gehweg geleitet, da die Fahrbahn in diesem Bereich saniert werden muss, bevor ab dem 13. Juli auch die Busse nicht mehr über den Jahnplatz fahren dürfen und durch die Körnerstraße umgeleitet werden.

Am Kesselbrink können die Autofahrer dafür seit Montag wieder eine Strecke fahren, die für sie bislang gesperrt war. Denn dort ist die Durchfahrt über die Straße Kesselbrink bis zur Friedrich-Ebert-Straße, die bislang dem Linienverkehr vorbehalten war, wieder für alle Fahrzeuge möglich. Die Verbotsschilder sind zugehängt, die auf der Fahrbahn in blauer Farbe aufgemalten Hinweise, dass dort nur Busse fahren dürfen, sind mit gelben Streifen „durchgestrichen“. Denn die Wilhelmstraße wird von der kommenden Woche an zur Sackgasse, die Einbahnstraßenregelung dort ist deshalb bereits jetzt aufgehoben.

Auch Matthias Scharbert geht davon aus, dass die entspannte Verkehrssituation trotz der Sperrung des Jahnplatzes mit den Sommerferien zusammenhängt, in denen traditionell weniger Verkehr in der Innenstadt herrscht. Ändern könne sich die Lage jedoch möglicherweise von der kommenden Woche an, wenn auch die Busse umgeleitet werden. Scharbert: „Ab Montag geht es dann ans Eingemachte.“

Zwei Jahre Bauarbeiten für 18 Millionen Euro

18 Millionen Euro soll der Umbau des Jahnplatzes kosten. Abgeschlossen sein müssen die Arbeiten bis Ende Juni 2022, da ein Großteil des Geldes aus Fördermitteln kommt, die an Fristen gebunden sind. Nach dem Umbau wird es nur noch eine Autospur je Fahrtrichtung geben, um mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und Busse zu schaffen. Vorgesehen ist auch ein Umbau der Bushaltestellen und ein neues Beleuchtungskonzept. Ziel ist dabei auch, die Belastung durch Stickoxide auf dem Jahnplatz zu verringern, damit es nicht zu Fahrverboten kommt. Um die Art der Umgestaltung und den engen Zeitplan hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Streit gegeben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7483260?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker