Mona Jürgen hat in Jöllenbeck den Hundesalon „Fellherzen“ eröffnet
Waschen, Föhnen, Schneiden

Bielefeld (WB). Seinen Termin, scheint sich Paddy zu denken, hat Frauchen optimal gelegt. Denn passend zu den steigenden Temperaturen bekommt der neun Jahre alte Doodle-Rüde einen sommerlichen „Kurzhaarschnitt“, mit dem er sich offensichtlich wohl fühlt. Und ausgiebige Streicheleinheiten gibts außerdem noch dazu. Paddy ist einer der Kunden des neuen Hundesalons „Fellherzen“, den Mona Jürgen in Jöllenbeck eröffnet hat.

Dienstag, 07.07.2020, 11:00 Uhr
Der neun Jahre alte Doodle-Rüde Paddy hat von Mona Jürgen einen sommerliche „Kurzhaarfrisur“ bekommen. Foto: Hendrik Uffmann

Als Kind viele Haustiere

An der Köhlerstraße in Jöllenbeck hat sie den Keller ihres Elternhauses umgebaut und ausgestattet mit allem, was sie als Tierfriseurin braucht – vom höhenverstellbaren Tisch, auf dem die Vierbeiner Platz nehmen, während ihr Fell in Form gebracht wird, bis zur Wanne, in der die Hunde zunächst gebadet werden, bevor Mona Jürgen Maschine oder Schere ansetzt. Wobei die Reihenfolge anders ist als bei Menschen, erklärt die 41-Jährige. „Hunde werden nach dem Waschen zunächst geföhnt, bevor ich dann schneide.“

Mit dem Hundesalon hat sie sich einen Traum erfüllt. Denn Tiere hatten in ihrem Leben schon immer eine große Bedeutung, „als Kind hatte ich alle möglichen Haustiere, von Wüstenrennmäusen bis zum Kaninchen“, erzählt sie.

Später begeisterte sie sich für Pferde, mit 14 kümmerte sie sich um ein Pflegepferd. Mit 15 bekam sie ihr eigenes Pferd und ging von da an auch bei Springreit-Turnieren an den Start. Als ihr Pferd später dann krank wurde und schließlich starb, hängte sie dieses Hobby jedoch an den Nagel.

Bis sie einen eigenen Hund bekam, dauert es dann jedoch noch eine ganze Weile. „Bei uns Zuhause waren immer schon Hunde aus der Nachbarschaft, mit denen wir im Garten gespielt haben. Selbst einen Hund im Haus wollte mein Vater jedoch nie haben, obwohl er Hunde mochte“, erzählt die 41-Jährige.

Im Büro fehlte etwas

Und doch war es ein Hund, der in ihrem Leben eine große Bedeutung bekommen sollte. Nach einer Ausbildung zur Industrie- und Verlagskauffrau und einer Stelle als Redaktionssekretärin arbeitete Mona Jürgen in einer Herforder Computerfirma, wechselte dann zu einem Bielefelder Bankhaus. „Das war ein guter Beruf, aber wirklich glücklich war ich im Büro eigentlich nie. Irgendetwas hat mir dabei immer gefehlt.“

Idee zum salon 2018

Als es ihr eine Zeit lang gesundheitlich nicht gut ging, überließ ihr 2014 eine Nachbarin ihre Hündin Nala zum Spazierengehen. „Ich war so glücklich, dass ich wieder draußen in der Natur unterwegs war.“

Als die Nachbarin zwei Jahre später wegzog, ließ sich Mona Jürgen sogar einen Pfotenabdruck von Nala auf den Oberschenkel tätowieren. Und nur wenige Wochen später bekam sie mit Ella, die Tierschützer auf Rhodos gerettet hatten, ihren eigenen Hund.

Sich auch beruflich um Vierbeiner zu kümmern, diese Idee sei Ende 2018 entstanden. Mona Jürgen: „Freunde haben mich angesprochen, dass das genau das Richtige für mich wäre.“ Und da in der Bank, in der sie arbeitete, eine Umstrukturierung einschließlich Personalabbau anstand, habe sie die Chance ergriffen. „Ich habe mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann.“

Sie absolvierte in Nagold im Schwarzwald eine mehrmonatige Ausbildung zum Groomer, wie Hundefriseur auf Englisch heißt, und belegte anschließend noch weitere Seminare. Den Keller ihres Elternhauses, in dem ihr im vergangenen Jahr gestorbener Vater zuvor seine Malerwerkstatt betrieben hatte, baute sie in Eigenregie und mit Hilfe von Freunden um. Im März eröffnete sie dann ihren Salon „Fellherzen“ – genau, als die Corona-Pandemie einen Großteil des öffentlichen Lebens lahmlegte. „Zwei Wochen lang tat sich dann bei mir gar nichts“, sagt die 41-Jährige.

Auch Hausbesuche

Doch im April änderte sich dies, und seit dem laufe der Salon noch viel besser als erwartet. „Ich bin dafür jeden Tag dankbar.“ Und die Rückmeldung ihrer Kunden, der zwei- wie der vierbeinigen, sei durchweg positiv. „Mein Ziel ist, dass sich die Hunde wohlfühlen und entspannen können“, so Mona Jürgen.

Zu ihrem Angebot gehören neben Waschen, Föhnen und Schneiden und der „Wunschfrisur“ – und das vom Chihuahua bis zum 85 Kilo schweren Leonberger – unter anderem auch das schonende Entfernen der Unterwolle, fachgerechtes Trimmen, Pfoten-, Krallen-, Augen- und Ohrenpflege sowie Zahnsteinentfernung mit Ultraschall.

Außerdem übernimmt Mona Jürgen auch Katzenpflege wie Entfilzungsschuren und das Turnierfitting von Pferden. Und wenn die Tiere zu alt oder krank sind, um in den Salon an der Köhlerstraße zu kommen, macht sie auch Hausbesuche.

Den Schritt in die Selbstständigkeit bereue sie bislang keine Sekunde, betont Mona Jürgen. Denn, so sagt sie: „Tiere machen mich einfach glücklich.“

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