Ausbildungszentrum der Bundespolizei auf Catterick-Areal startet im September 2021
450 junge Polizisten ziehen in Kaserne

Bielefeld (WB). Dass die Bundespolizei das Gelände der ehemaligen Catterick-Kaserne in Stieghorst als Ausbidungszentrum nutzen will, diese Nachricht hatte die Stadt und die Planer, die sich seit Jahren mit der Umnutzung des 34 Hektar großen Areals beschäftigen, im Februar überrascht. Nachdem die Bundesbehörden bislang noch keine genaueren Angaben dazu gemacht hatten, wie genau die Fläche und die Gebäude durch die Polizei genutzt werden sollen, gibt es nun erste konkrete Zahlen. Ab dem 1. September 2021 sollen dort 450 Anwärter für den Polizeivollzugsdienst ausgebildet werden.

Montag, 06.07.2020, 12:00 Uhr
Das Gelände zwischen Detmolder Straße (oben) und Lipper Hellweg ist 34 Hektar groß, einen Teil davon will die Bundespolizei für drei Jahre nutzen. Foto: Thomas F. Starke

Zusätzliches Stammpersonal

Das teilte jetzt Björn Günewälder, Pressesprecher des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in Berlin mit. Darüber hinaus soll in der ehemaligen Kaserne weiteres Stammpersonal der Bundespolizei stationiert werden, so Grünwälder.

Damit ist Bielefeld einer von zwei neuen Standorten, an denen die Bundespolizei von September an neues Personal schulen will – der zweite ist die Alheimer-Kaserne in Rothenburg an der Fulda. Auch hier sollen 450 Polizeianwärter ausgebildet werden.

Bund und Land unterstreichen in einer gemeinsamen Mitteilung die Bedeutung der beiden neuen Ausbildungszentren. Die Bundespolizei setze aktuell „in noch nie dagewesener Weise“ ihre Ausbildungsoffensive fort, erklärt darin Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Damit wird sie in Zukunft mehr Präsenz zeigen können und weiterhin einen großen Beitrag für die Sicherheit in Deutschland leisten.“

Seit 2015 werde die Bundespolizei bis zum Ende dieser Legislaturperiode um insgesamt 12.500 neue Planstellen und Stellen verstärkt, hinzu kämen 5000 Neueinstellungen, um die Abgänge durch Polizisten, die in den Ruhestand gehen, zu kompensieren. Und durch die neuen Standorte in Bielefeld und Rothenburg werden auch die flächendeckende Aufstellung der Bundespolizei und ihre Verwurzelung in den Regionen gestärkt, so Seehofer weiter.

Zustimmung aus Düsseldorf

Auch NRW-Innenminister Heribert Reul befürwortet in der Mitteilung, dass in der Catterick-Kaserne das Ausbildungszentrum der Bundespolizei eingerichtet wird. „Bundes- und Landespolizei arbeiten tagtäglich gut zusammen: Ob bei Razzien gegen die Clankriminalität oder in gemischten Streifenteams bei Kontrollen im Grenzgebiet. Ich begrüße es daher sehr, dass die Bundespolizei ihre Ausbildungsoffensive nun zusätzlich am Standort Bielefeld weiter vorantreibt“, so der nordrhein-westfälische Innenminister.

Wie berichtet, will die Bundespolizei das Ausbildungszentrum in Bielefeld befristet für drei Jahre bis Mitte 2024 auf dem früheren Kasernengelände betreiben – allerdings wohl nicht auf der gesamten Fläche. „Entbehrliche Teile der Flächen“ werde die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der das Areal zwischen Detmolder Straße, Lipper Hellweg, Jagdweg und der Straße Am Niederfeld nach dem Abzug der britischen Streitkräfte im Februar untersteht, der Stadt Bielefeld zum Kauf anbieten, hatte Björn Grünewälder bereits Ende April erklärt.

Vorbereitungen für Wohnen

Trotz der temporären und auch voraussichtlich nur teilweisen Nutzung der früheren Kaserne durch die Bundespolizei gibt es in Bielefeld zum Teil massive Kritik daran, dass das Gelände damit zunächst nicht der Stadt zur Verfügung steht. Denn seit Jahren laufen die Planungen und Vorbereitungen, wie das Gelände für die Entwicklung von dringend benötigtem Wohnraum und möglicherweise auch für die Ansiedlung von kleinerem Gewerbe genutzt werden kann. Dazu hatte es unter anderem mehrere Bürgerinformationsveranstaltungen und auch einige Sitzungen des Runden Tisches zur Konversion in Bielefeld gegeben.

Stadtbahnplanung betroffen

Und auch auf eines der künftigen großen Verkehrsprojekte in Bielefeld hat die Einrichtung des Polizei-Ausbildungszentrums Auswirkungen. Denn die Stadt und die Verkehrsbetriebe Mobiel hatten im Mai bekannt gegeben, dass die Vorbereitungen für eine Stadtbahntrasse weiter in den Bielefelder Osten vorerst gestoppt worden seien, da diese maßgeblich mit der zukünftigen Nutzung des Kasernengeländes verbunden sei.

Das Projekt werde jedoch auf keinen Fall zu den Akten gelegt, sondern nur vorübergehend angehalten, da von Seiten der Stadt und Mobiel weiterhin großes Interesse daran bestehe, hatte die Stadt versichert.

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