Der Posaunenchor Schildesche ist 150 Jahre alt geworden und musste alle Feiern absagen
Bläser warten auf Jubiläumskonzert

Bielefeld (WB). Der Posaunenchor Schildesche hat es derzeit nicht besser als viele andere Vereine, die mit geplanten Aktivitäten vom Coronavirus ausgebremst werden. Doch die 22 aktiven Bläser fühlen sich von der Situation doppelt hart getroffen: Pfingsten ist der Chor 150 Jahre alt geworden und hat das bis heute nicht gebührend feiern können.

Sonntag, 05.07.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 17:50 Uhr

Lediglich mit einem kleinen musikalischen Gruß an der Kirche hat der Chor an sein Jubiläum erinnert. Kantorin und Chorleiterin Barbara Jansen-Ittig, seit 1997 im Amt, sowie Norbert Brinkmann, langjähriger Schriftführer und Chronist, gehen davon aus, dass sich die eigentlichen Festivitäten wegen der geforderten Hygieneauflagen wahrscheinlich erst mit einem Jahr Verspätung nachholen lassen. „Aber vielleicht kriegen wir doch schon im Herbst 2020 die Möglichkeit zu einem Konzert“, hofft der ebenfalls im Chor engagierte „Posaunenpfarrer“ Martin Féaux de Lacroix.

Geplant waren ein groß angelegter Jubiläumsgottesdienst mit anderen Chören aus OWL am Pfingstmontag, ein Jubiläumskonzert mit dem seit den Anfangsjahren verbündeten Posaunenchor Wallenbrück sowie ein gemeinsames Konzert mit dem Senioren-Posaunenchor OWL. Außerdem sollte zu besonderen Anlässen die Chronik des Vereins in einer Ausstellung mit 20 Fototafeln gezeigt werden. Darüber hinaus ist bei Norbert Brinkmann eine Festschrift in Arbeit, an der auch seine Tochter Kathrin und Schwiegersohn Jörg Heeren mitarbeiten.

Lob vom Jünglingsbund

Die Anfänge des Posaunenchores Schildesche gehen zurück auf einen 1862 gegründeten, protestantischen Jünglingsverein. In diesem entwickelte sich über die Jahre der Wunsch nach dem gemeinsamen Musizieren. Zu diesem Zweck sollen am Pfingstmontag 1870 die ersten vereinseigenen Instrumente an die neuen Mitglieder überreicht worden sein. Deshalb gilt dieser Tag als Geburtsstunde des Chores.

Erster Leiter war Heinrich Wienkamp, von Hause aus Bläser des fünf Jahre zuvor gegründeten Posaunenchores Wallenbrück. Um die Menschen in Schildesche vor den schrägen Tönen der Laienmusiker zu schützen, sollen frühe Übungsabende – laut Chronik – auf dem abgelegenen Hof der Witwe Wemhöner stattgefunden haben. Doch die Bläser wurden besser. So ist überliefert, dass sie sich Ende des 19. Jahrhunderts unter ihrem zweiten Chorleiter Konrad Salge längst einen Namen gemacht hatten. So soll ein Bundessekretär des Westdeutschen Jünglingsbundes bei anderen Vereinen seinerzeit berichtet haben: „Wenn Du gut Blasen lernen willst, musst Du nach Schildesche gehen.“

Spätere Chorleiter waren Wilhelm Fürhoff, Ewald Kindermann, Paul Heinz Brede, Martin Heitholt und Friedrich Eppinger, ehe Barbara Jansen-Ittig Leitung und Ausbildung übernahm. Neben der Posaune sind im Chor auch Trompete, Flügelhorn, Tuba und Bariton vertreten. Zum Repertoire gehören nicht nur Choräle, sondern auch weltliche Stücke von der Klassik bis in die Gegenwart.

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