Saisonstart in den Bielefelder Freibädern Dornberg, Senne und Brackwede unter Corona-Bedingungen
Ohne E-Ticket kein Badespaß

Dornberg (WB). Wenn Medea Perkons ins Freibad Dornberg will, schnappt sie sich eigentlich nur ihre Dauerkarte und ein Handtuch und macht sich auf den Weg. Jetzt braucht sie in jedem Fall auch noch ihr Handy für das E-Ticket, das die begeisterte Schwimmerin wie alle anderen Besucher des Bades von sofort an buchen muss. Das ist eine der Corona-Bedingungen, unter denen am Montag drei weitere Freibäder in Bielefeld die Saison eröffnet haben – neben dem Dornberger Bad das Waldbad in Senne und das Naturbad in Brackwede .

Dienstag, 09.06.2020, 16:00 Uhr
Medea Perkons gehörte am Montag zu den ersten Besuchern im Freibad Dornberg. Die 21-jährige Studentin kommt regelmäßig zum Schwimmen, dass sie nun ein E-Ticket buchen muss, sei etwas umständlicher, aber nicht wirklich ein Problem. Foto: Bernhard Pierel

Denn zu den neuen Regeln gehört: Ohne E-Ticket kein Einlass. „Daran sollte jeder denken“, sagt Lars Lüpke, erster Vorsitzender des Fördervereins, der das Dornberger Bad betreibt. Denn die Höchstzahl der Badegäste liegt dort bei 550 – sind alle Tickets weg, wird niemand mehr eingelassen, erläutert Katrin Günther, die als Meisterin für Bäderbetrieb seit dem vergangenen Jahr im Dornberger Freibad im Einsatz ist.

Ins Becken dürfen gleichzeitig höchsten 175 Schwimmer und „Wasserratten“. Bei 17,5 Grad Lufttemperatur und 18 Grad im Becken gab es bis Montagnachmittag 140 Buchungen, so Katrin Günther. „Eigentlich ist es ja schöner, wenn zum Saisonbeginn 27 Grad und strahlender Sonnenschein sind. Aber vielleicht ist es so besser, damit sich erst einmal alles einspielen kann“, findet die Schwimmmeisterin.

Umkleiden und Duschen gesperrt

Denn außer dem E-Ticket ist noch einiges anders in Corona-Zeiten. So sind die Umkleiden und Duschen gesperrt, weil die Gänge in den Räumen so schmal sind, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. „Bleibt also nur die kalte Außendusche“, nennt Lars Lüpke eine der Veränderungen. Der Bereich des Kinderbeckens ist mit einem kleinen Zaun abgetrennt, da sich dort nur 40 Personen aufhalten dürfen, auf dem angrenzenden Spielplatz sind es 20. Das Personal wurde aufgestockt und an dem Kassenhäuschen sitzen nun Mitarbeiter des städtischen Bäderbetriebs BBF, damit die Fördervereinsmitglieder, von denen einige durch ihr Alter zur Risikogruppe gehören, keiner erhöhten Gefahr ausgesetzt werden, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Bestimmte Bereiche des Bades werden mehrmals am Tag gereinigt.

Im Becken selbst sei das Infektionsrisiko durch die Chlorung des Wasser sehr gering, aber in zu großen Gruppen dürfen sich die Besucher auch dort nicht zusammenfinden, so Lüpke.

Viel Verständnis

Bislang habe es von den Mitgliedern des Fördervereins zum größten Teil Verständnis für die Auflagen gegeben, nur eine Handvoll habe erklärt, unter diesen Bedingungen zunächst nicht in das Bad kommen zu wollen. Und auch Medea Perkons sagt: „Ohne E-Ticket und dergleichen ist es einfacher, aber ein wirkliches Problem sind die neuen Regeln nicht.“

Große finanzielle Einbußen erwartet Lüpke für den Förderverein nicht. Zwar liegt die Zahl von 550 Badegästen pro Tag deutlich unter der eines durchschnittlichen Sommertags, an dem 1000 bis 2000 Gäste in das Dornberger Bad kommen, dafür habe der Verein inzwischen aber mehr als 4000 Mitglieder, die das Bad durch ihre Beiträge finanzieren.

Dass das Bad überhaupt geöffnet ist, freut Lars Lüke. „Noch bis vor vier Wochen haben wir damit gerechnet, dass die Saison ausfällt.“ Nach der Entscheidung des Landes NRW, die Freibäder doch freizugeben, habe dann jedoch alles sehr schnell gehen müssen. Lüpke: „Die Arbeiten, die sonst Anfang April starten, mussten innerhalb von drei Wochen erledigt werden.“ Möglich sei dies nur mit BBF-Personal gewesen.

„Wir schauen von Tag zu Tag“

Nun gelte es zunächst abzuwarten, wie sich der Badbetrieb weiter entwickele, sagt Katrin Günther. „Wir schauen von Tag zu Tag und steuern wenn nötig nach.“

Nach der Eröffnung in Senne, Brackwede und Dornberg folgen am 15. Juni die Freibäder Schröttinghausen, Gadderbaum und Hillegossen. Das Freibad Jöllenbeck startet am 22. Juni in die Saison.

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