Demo in Bielefeld wegen Rassismus-Vorwürfen nach Festnahme von zwei Schwarzen
Angriff auf Polizisten bei Kesselbrink-Kontrolle

Bielefeld (WB/hz). Bei einem Polizeieinsatz in Bielefeld am späten Samstag gegen mutmaßliche schwarzafrikanische Drogendealer vor der Volksbank am Kesselbrink hat es Tumulte gegeben. Polizisten seien zwischen 23 und 23.30 Uhr von etwa 50, brüllenden Personen bedroht und mit Flaschen beschmissen worden, sagte Polizeisprecher Knut Packmohr.

Sonntag, 07.06.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 21:32 Uhr
Nach dem Polizeieinsatz am Kesselbrink gegen Schwarzafrikaner zogen am Sonntag 700 Menschen durch Bielefeld und warfen der Polizei Rassismus vor. Hier knien Demo-Teilnehmer zu Ehren des ermordeten US-Afroamerikaners George Floyd. Foto: Christian Müller

Am Sonntag zogen um die 700 Demonstranten durch Bielefeld und warfen der Polizei wegen der Festnahme von zwei Schwarzen Rassismus vor. Bis auf einen Flaschenwurf in Richtung Polizei und verbale Attacken gegen die Uniformierten der Bielefelder Einsatzhundertschaft blieb es friedlich.

Demonstration nach Polizeieinsatz am Kesselbrink

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Zwei Beamte und einer der festgenommenen Afrikaner (23-jähriger Asylbewerber aus Burkina Faso, laut Polizei bekannt wegen Drogendelikten) seien beim Polizeieinsatz am späten Samstag bei Flaschenwürfen verletzt, ein Streifenwagen beschädigt worden, sagte der Polizeisprecher. Polizisten hätten sich mit Reizgas verteidigt, ein Beamter habe seine Dienstwaffe zum Selbstschutz gezogen.

Eine Handvoll Begleiter des festgenommenen 23-Jährigen hätten zunächst Einsatzkräfte mit Stühlen des Volksbank-Restaurants „Green Bowl“ bedroht, dann sei der Pulk auf etwa 50 Personen angewachsen. Erst nach dem Einsatz von 15 Streifenwagenbesatzungen aus Bielefeld und Nachbarkreisen habe sich der Tumult aufgelöst. Ein Schwarzer (20) aus Herford landete vorübergehend in einer Polizeizelle. Gegen ihn erging Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs, weil er Flaschen geworfen haben soll.

Linksautonome und Flüchtlings-Initiativen erheben Rassismus-Vorwürfe

Nach der Festnahme des Asylbewerbers – er wurde laut Polizei zwecks Personalienfeststellung zur Wache gebracht und erhielt eine Strafanzeige wegen Widerstandes – erheben linksautonome Gruppen und Flüchtlings-Initiativen Rassismusvorwürfe gegen die Polizei. In sozialen Medien ist die Rede von einem brutalen Einsatz, Willkür und Aggressivität.

Ein Video des Geschehens vom späten Samstag zeigt, wie der Asylbewerber vor der Volksbank auf dem Bauch liegt, gefesselt und festgenommen wird. Ein Polizist sitzt auf dem Rücken des laut brüllenden, um sich schlagenden 23-Jährigen, ruft wegen Flaschenwürfen per Funk um Unterstützung. Ein zweiter Uniformierter kniet auf den Beinen des Schwarzen. Angesichts dieser Aufnahmen ziehen Linksautonome Parallelen zum Tod des US-Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis, dem, ebenfalls auf dem Boden liegend, ein Polizist fast neun Minuten lang mit seinem Knie die Kehle zudrückte, bis Floyd erstickt war.

Polizei: Schwarzer Asylbewerber verweigerte Personalien wurde aggressiv

Den Bielefelder Fall erklärt Polizeisprecher Packmohr so: Polizisten hätten sechs lautstarke Personen kontrolliert, die auf Stühlen des geschlossenen Volksbank-Restaurants gesessen und Müll um sich verteilt hätten. Der 23-jährige Asylbewerber habe sofort aggressiv reagiert, Personalien verweigert, Polizisten beleidigt und ihnen Rassismus unterstellt. Als der Schwarze nach seinem Ausweis durchsucht werden sollte, habe er nach den Beamten geschlagen und getreten. Daraufhin sei der Mann zu Boden gebracht worden.

Polizisten stellen bei 25-Jährigem echte Pistole sicher

Im Zuge der Tumulte vor der Volksbank wurde auf der anderen Seite des Kesselbrinks an der Skateranlage ein mit einer Pistole bewaffneter Bielefelder gefasst. Der 25-jährige Deutsche kam in Polizeigewahrsam, weil er einen anderen Mann mit seiner Waffe bedroht hatte.

Wie Polizeisprecher Knut Packmohr berichtete, hatten zwei Zeugen die Bedrohung mit der Pistole beobachtet und die Polizei alarmiert. Packmohr: „Bei der Durchsuchung des 25-Jährigen konnte in dessen Bauchtasche eine echte, aber nicht geladene Pistole sichergestellt werden. Weiterhin wurden Utensilien zum Drogenkonsum aufgefunden.“

Beim Zugriff auf dem Kesselbrink habe der Bielefelder die Zeugen und Polizisten beschimpft, um sich getreten und gespuckt. Gegen den 25-Jährigen sei Strafanzeige wegen Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Drogendelikten ergangen, sagte der Sprecher. Der Mann sei bereits wegen Rauschgifttaten, Körperverletzungen und Raubdelikten polizeibekannt.

 

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