Tierheim Bielefeld kommt gut durch die Corona-Zeit – Neue Leiterin ist gefunden
„Fast alles läuft normal weiter“

Bielefeld (WB). Das Tierheim Bielefeld ist bislang gut durch die Corona-Zeit gekommen. „Fast alles läuft normal weiter“, sagt Helmut Tiekötter, Vorsitzender des Tierschutzvereins.

Montag, 08.06.2020, 02:33 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 05:02 Uhr
Helmut Tiekötter und Jutta Schaper vom Bielefelder Tierschutzverein vor einem der neu angelegten Hundezimmer. Foto: Arndt Wienböker

Mit Beginn der Krise hatte das Tierheim personell auf einen Dreischicht-Betrieb umgestellt. Seit Anfang Juni befinden sich die 37 Mitarbeiter wieder im normalen Arbeitsrhythmus. „Wir haben auch kein Kurzarbeiter-Geld beantragt“, betont Tiekötter. Dass das Tierheim in der Zeit der geschlossenen Türen keinen finanziellen Schaden genommen hat, erfreut auch Jutta Schaper, Schatzmeisterin und Mitglied des fünfköpfigen Vorstands des Tierschutzvereins. „Wir können sogar sagen, dass es gut läuft“, erklärt Schaper.

So hat das Tierheim in Sennestadt auch während der Corona-Krise eine Welle der Hilfsbereitschaft erreicht. „Viele Menschen haben Futter oder Geld gespendet“, berichtet Helmut Tiekötter. So durfte das Tierheim in der Corona-Zeit zum Beispiel eine testamentarisch festgelegte Spendensumme über 25.000 Euro durch ein Schwesternpaar aus Bielefeld entgegennehmen.

Auch die Vermittlung der Tiere – aktuell befinden sich 24 Hunde, 99 Katzen, 22 Vögel und 83 Kleintiere im Heim – habe durch die Schließung nicht gelitten. „Wir haben bislang genauso viele Hunde und Katzen vermittelt wie im vergangenen Jahr.“ Das geschieht momentan nach vorheriger Terminvereinbarung, entweder telefonisch oder per Mail. Nach dem gleichen Prinzip wird mit den „Gassigehern“ verfahren, damit die Tiere über den Tag verteilt Auslauf erhalten. „Das klappt alles wirklich gut“, freut sich Helmut Tiekötter über den reibungslaufen Ablauf trotz Corona.

Wann das Tierheim wieder für den normalen Publikumsverkehr öffnen wird, sei noch unklar. Man wolle zunächst die weitere Entwicklung abwarten. Tiekötter: „Momentan hätten wir ein bisschen die Befürchtung, dass man uns überrennen würde, wenn wir jetzt wieder öffnen würden. Und dann könnten wir die Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr einhalten.“

Die von Maike Thomaier geleitete Hundeschule, die am 1. April offiziell ihren Betrieb aufgenommen hat, soll mit Beginn dieser Woche Fahrt aufnehmen. Dass das Frühlingsfest Ende März sowie der für den 21. Juni geplante „Tag der offenen Tür“ ausfallen müssen, sei zwar bedauerlich, aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben. „Im September wollen wir ein Fest feiern, in dem dann auch das neue Hundehaus eingeweiht werden soll“, betont Helmut Tiekötter. Bis dahin gibt es weiterhin einiges zu tun, denn die Arbeiten rund um die 30 neuen Hundezimmer haben sich immer wieder verzögert.

Dafür kann der Tierschutzverein, der Träger und Eigentümer des Tierheims an der Kampstraße ist, in Kürze eine neue Tierheimleiterin präsentieren. „Die Stelle ist besetzt“, verkündet Helmut Tiekötter. Den Namen könne er noch nicht preisgeben, da sich die künftige Tierheimleiterin aktuell noch in einem anderen Arbeitsverhältnis befinde. Nur soviel: „Es handelt sich um eine Quer-Einsteigerin, Mitte 40. Und wir sind sehr froh, dass wir die Stelle wieder besetzt haben.“ Anfang Juli, spätestens Anfang August, soll die neue Chefin offiziell vorgestellt werden. Die vorherige Leiterin Anna Venzke hatte – wie berichtet – zum 31. März dieses Jahres gekündigt. Danach hatte das Tierheim die Stelle bundesweit ausgeschrieben.

Für das Kleintierhaus wird unterdessen eine neue Mitarbeiterin gesucht, da die bisherige Abteilungsleiterin Anica Buck zum 30. Juni gekündigt hat.

Aufnahmestopp in der Wildvogelstation

Die „Päpplerstellen“ der Region melden Land unter bezüglich ihrer Wildvogelstationen. Helmut Tiekötter: „Unsere Station ist für die nächste Zeit leider völlig ausgebucht und überlastet. Daher können wir auch nur Vögel aus dem Stadtgebiet Bielefeld aufnehmen.“ Besonders wichtig sei, „nicht jeden hilflosen Vogel einzusammeln. Die sogenannten Ästlinge werden in der Regel auch am Boden und im Geäst von den Altvögeln weiter versorgt.“ Allein die Gefahr durch herumlaufende Katzen würde es nicht rechtfertigen, Jungtiere wahllos den Vogel-Eltern zu entziehen, so Tiekötter. Hilfe im Internet: http://wp.wildvogelhilfe.org/de/startseite/

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