Mindestens 1500 Menschen ziehen in Bielefeld friedlich durch die Stadt
Bunt und laut gegen Rassismus

Bielefeld (WB/hz). Mindestens 1500 Menschen sind am Samstag in Bielefeld gegen Rassismus auf die Straße gegangen. Bunt, laut und teilweise mit bewegenden Redebeiträgen über persönliche Erlebnisse haben sich die Demonstranten gegen Diskriminierung der Ethnien gestellt und ihre Sympathie mit den Protestkundgebungen in den USA ausgedrückt.

Samstag, 06.06.2020, 21:08 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 22:44 Uhr
Unter anderem eine Tanzeinlage vor dem Alten Rathaus gab es zum Abschluss der Kundgebung. Foto: Jens Heinze

Die Polizei sprach von einem rundum friedlichen Verlauf des großen Demozuges vom Bielefelder Hauptbahnhof quer durch die Innenstadt über den Jahnplatz bis zum Bielefelder Rathaus. Zu sehen waren zahllose selbstgemalte Pappschilder mit der Aufschrift „Black Lives Matter“ (englisch für „Schwarze Leben zählen“) zum Gedenken an den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis (Minnesota/USA).

Anti-Rassismus-Demo in Bielefeld

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  • Anti-Rassismus-Demo in Bielefeld
Foto: Jens Heinze, Christian Müller
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Demo-Anmelder Sinan, ein 28-jähriger Student aus Bielefeld, sprach sogar von 2000 Teilnehmern an der von ihm und 15 Freunden organisierten Kundgebung. Er zeigte sich überwältigt von der großen Resonanz – die Zahl von ursprünglich 50 angemeldeten Demonstranten wurde um das 30- bis 40-fache übertroffen. Für den kommenden Samstag kündigte Sinan die nächste Anti-Rassismus-Demo in Bielefeld an. Die Details würden demnächst mitgeteilt, sagte der Student.

„Wir dürfen Rassismus, den es nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland gibt, nicht länger tot schweigen. Gerade jetzt dürfen wir nicht schweigen, sondern müssen laut und kämpferisch sein“, sagte der 28-Jährige. Eigenen Angaben zufolge ist der Student wegen seiner kurdischen Abstammung selbst Opfer von rassistisch motivierter Gewalt geworden. Er sei beim Besuch eines Schnellrestaurants im Ruhrgebiet, wo er studiert, von einem Mann aufgefordert worden, sich wegen seines südländischen Aussehens abschieben zu lassen. Dann habe der Unbekannte plötzlich mit der Faust ausgeholt und ihn gegen den Kopf geschlagen, sagte Sinan. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Meine Eltern haben dieses Land mit aufgebaut und arbeiten genauso hart wie die Deutschen.“

Die große Anti-Rassismus-Demo von diesem Samstag ist bereits die zweite Kundgebung dieser Art in Bielefeld. Am Donnerstag hatten um die 600 Menschen auf dem Kesselbrink protestiert und ihre Solidarität mit den Demonstranten in den USA ausgedrückt. Auch diese Veranstaltung verlief friedlich.

 

 

 

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