Bebauungsplanänderung soll historische Mitte in Brackwede voranbringen
Investor dringend gesucht

Bielefeld-Brackwede (WB). Über die historische Mitte Brackwedes ist zwar in den vergangenen Jahren viel gestritten und diskutiert worden, doch passiert ist noch nicht viel. Seit die griechische Schule 2017 ausgezogen ist, steht das Gebäude der ehemalige Mittelschule leer, bleibt das etwa 3500 Quadratmeter große Areal ungenutzt. Jetzt haben die Bezirksvertreter einer Bebauungsplanänderung einhellig zugestimmt, die den langersehnten Investor auf den Plan holen soll.

Sonntag, 07.06.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 11:00 Uhr
Ein Blick von der Gotenstraße/Ecke Kimbernstraße auf das Gelände hinter der alten Realschule, für das jetzt der Bebauungsplan geändert werden soll. Das etwa 3500 Quadratmeter große Areal soll als Mischgebiet ausgewiesen werden. Foto: Markus Poch

Ulrike Kissenkötter vom Bielefelder Planungsbüro Hempel und Tacke stellte die Pläne für das Gelände im Herzen Brackwedes vor. Nach einem Änderungsbeschluss ist viel möglich zwischen Germanen- und Kimbernstraße südwestlich der Gotenstraße. 15 bis 30 Wohneinheiten könnten entstehen, wobei nach Ratsbeschluss 25 Prozent davon mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gefördert werden sollen, was vier bis acht Wohneinheiten entspricht.

Die Fassade der ehemaligen Mittelschule soll erhalten werden; das Badehaus (rechts) wird abgerissen.

Die Fassade der ehemaligen Mittelschule soll erhalten werden; das Badehaus (rechts) wird abgerissen. Foto: Poch

Nach dem städtebaulichen Konzept ist eine L-förmige Neubebauung zwischen der Stadtbibliothek und der Schule vorgesehen. „Das können Einzelhäuser oder Winkelgebäude sein“, wie es seitens des Bauamtes hieß. Möglich ist eine Bebauung in drei Vollgeschossen sowie einem Staffelgeschoss, wobei sich an der Höhe des Schulgebäudes orientiert werden soll.

Für die Bürgerinitiative, die sich in den vergangenen Jahren um den Erhalt der historischen Mitte bemüht und zwischenzeitlich auch versuchte, die ehemalige Schule unter Denkmalschutz stellen zu lassen, ist wichtig, dass die Fassade der alten Mittelschule weiterhin als erhaltenswert eingestuft wird. „Alle Maßnahmen, Rück-, Neu oder Anbauten müssen genehmigt werden“, hieß es dazu seitens des Bauamtes. Der Gebäudebestand sei nicht wie beim Denkmalschutz festgeschrieben, aber „es muss auf die städtebauliche Gestalt geachtet werden“.

Keine Rettung für das Badehaus

Und das ist den Bezirksvertretern besonders wichtig. „Es wäre schrecklich, wenn dieses Schule keine Nutzung erfahren würde und nur daran herumgebaut würde“, hieß es. Jan-Dietrich Dopheide (UBF) befürchtete gar, dass der alten Realschule das gleiche Schicksal drohen könnte wie dem Schieferhaus an der Windelsbleicher Straße, das erhalten werden sollte, zunehmend zerfällt und nun zum Verkauf steht. Das Bauamt bekräftigte jedoch, dass die Sicherung der Schulfassade durch Verträge mit dem Immobilienservicebetrieb (ISB) vertraglich festgelegt werden könnte. Ziel sei, die historische Mitte als „Paket“ anzubieten.

Wie das ehemalige Schulgebäude genutzt werden könnte, ist noch offen. Vorstellbar seien Wohnbebauung, Praxen oder auch Büroräume. Keine Rettung wird es allerdings für das altes Badehaus geben, dessen Entstehung ebenfalls auf das Jahr 1912 zurückgeführt wird. Es wird abgerissen wegen seiner schlechten Bausubstanz.

Die Stadtteilbibliothek an der Germanenstraße sowie das Gemeinschaftshaus an der Kimbernstraße 13 bleiben erhalten und stehen nach der Bebauungsplanänderung für „ergänzende Nutzungen“ zur Verfügung. Gemeint sind laut Ulrike Kissenkötter damit Volkshochschulangebote, Seniorenberatung, Museum oder Kindertagesstätten.

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