Testlauf für drei Jahre – CDU-Kritik an Jahnplatz-Umleitungen in Bielefeld
Falkstraße wird Einbahnstraße

Bielefeld (WB). Nein, beste Freunde werden CDU-Bezirksvertreter Hartmut Meichsner und Planungsdezernent Gregor Moss wohl nicht mehr werden. Dabei gehören sie beide der gleichen Partei an. Aber der eine (Meichsner) fühlt sich vom anderen (Moss) meist schlecht bis gar nicht informiert. Der Dezernent wiederum ist genervt von bohrenden Nachfragen.

Sonntag, 07.06.2020, 07:56 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 08:00 Uhr
Hier drohen Staus: Kreuzung Körner-, Turner- und Falkstraße. Foto: Thomas F. Starke

Das wurde am Donnerstag in der Bezirksvertretung Mitte erneut deutlich, als dort die nun für drei Jahre beschlossene Einbahnregelung in der Falkstraße auf der Tagesordnung stand und Meichsner die in Verbindung mit dem Jahnplatz-Umleitungsverkehr diskutiert wissen wollte. Denn davon ist neben der Falkstraße auch die gegenüber liegende Körnerstraße, massiv betroffen.

450 Busse täglich

„Während der Bauzeit am Jahnplatz haben wir es hier nun einmal mit einer Ausnahmesituation zu tun”, so Moss. Das werde zwangsläufig zu Beeinträchtigungen im Bereich Körnerstraße/Falkstraße/Turnerstraße führen. Die „Ausnahmesituation“ bedeutet, dass während des Jahnplatz-Umbaus bis zu 450 Busse täglich die enge Körnerstraße passieren müssen. Sie kommen von der Alfred-Bozi-Straße, fahren über den in diesem Bereich bisher gesperrten Niederwall in die Körnerstraße und von dort über die Turner- in die Friedrich-Verleger-Straße.

Meichsner und sein Fraktionskollege Jan-Helge Henningsen befürchten ein gewaltiges Verkehrschaos im Viertel. Da sei die Einfahrt zur Tiefgarage Neues Rathaus, wo es schon derzeit oft zu Staus komme. Da seien die nahe gelegenen Ampelkreuzungen an der Turnerstraße. Der gesamte Bereich sei für Autofahrer kaum noch zu erreichen, fand Meichsner. Auch die Sicherheit der Radfahrer sei in der Körnerstraße und in der Falkstraße, wo für Radler Beidrichtungsverkehr erlaubt sein wird, nicht gegeben. Der nach einer Änderung der Straßenverkehrsordnung geltende Abstand von 1,50 Meter beim Überholen könne nicht eingehalten werden.

Alternative: Parken verbieten

Die Kritik der Union richtete sich gegen die zu erwartende Gesamtsituation, weniger gegen eine Einbahnregelung in der Falkstraße. Die soll von der Turner- in Richtung August-Bebel-Straße gelten und sei auch von den Anwohnern eingefordert worden, so Planungsdezernent Moss. Die Alternative wäre sonst, auf einer Fahrbahnseite das Parken zu verbieten. Das wiederum würde die Anwohner massiv treffen. Die Straße, befand Moss, sei einfach zu schmal für die immer breiter werdenden Autos. Deshalb könne es dort keinen Begegnungsverkehr mehr geben.

Am Ende war es ein Antrag von Peter Ridder-Wilkens (Die Linke), der eine breite Mehrheit fand. Er sprach sich dafür aus, die Einbahnregelung in der Falkstraße zunächst für drei Jahre und damit ein Jahr länger als die Jahnplatz.-Baustelle dauert zu testen. Dann sollten die Erfahrungen ausgewertet werden. Analog zur Falkstraße soll dies dann auch für die Körnerstraße erfolgen. Moss hatte für die Bezirkspolitiker dann doch noch eine gute Nachricht. Die Firma, die mit dem Jahnplatz-Umbau betraut werden soll, wolle mit acht Wochen weniger Bauzeit auskommen. Das würde auch bedeuten: zwei Monate weniger Busverkehr in der Körnerstraße.

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