Schnuppertickets und Park-and-Ride-Plätze – kritische Bezirksvertreter in Bielefeld-Mitte
Das passiert jetzt am Jahnplatz

Bielefeld (WB). Schon jetzt ist der Jahnplatz quasi eine Großbaustelle, laufen dort die Vorarbeiten für den „richtigen Umbau”. Wenn es mit dem 15-Millionen-Projekt am 1. Juli losgeht, kommen vor allem auf die Autofahrer deutliche Veränderungen zu. Was passieren soll, ist Donnerstag Thema in der Bezirksvertretung Mitte gewesen.

Samstag, 06.06.2020, 06:00 Uhr
Eine neue Darstellung zeigt, wie der Jahnplatz in zwei Jahren aussehen soll. Foto: Loomn - Architektur Visualisierung

Der Autoverkehr soll aus Richtung Süden von der Alfred-Bozi-Straße in die Stapenhorststraße und dann über den OWD umgeleitet werden. Aus Richtung Norden geht es von der Herforder in die Walther-Rathenau-Straße und von dort auf den OWD. Dafür müssen die Ampelschaltungen neu eingerichtet werden.

75.000 Euro für Verkehrsbetriebe

Damit möglichst viele erst gar nicht mit dem Auto in die City kommen, will die Stadt über die Verkehrsbetriebe Mobiel um 15 Prozent vergünstigte Schnupper-Monatstickets und Schnupper-Abos für Bus und Bahn anbieten. 75.000 Euro werden dafür bereitgestellt. Bei Schüco an der Herforder Straße und an der Radrennbahn sollen vorübergehend Park-and-Ride-Plätze entstehen. Auch die Uni ist bereit, ihre Parkhäuser dafür zur Verfügung zu stellen. Von diesen Orten aus soll es dann mit dem ÖPNV in die Innenstadt gehen.

Für den Jahnplatz-Umbau selbst wurden inzwischen eine Reihe von Änderungen an der Ausführungsplanung vorgenommen. Bei der Naturstein-Pflasterung hat sich die Politik durchgesetzt. Aus Grau wird Beige, um eine erhöhte Aufenthaltsqualität und eine hochwertige, verbesserte Stadtgestaltung des Platzes zu erreichen. Die Haltestellen-Dächer sollen wie ein umgedrehter Schirm wirken. Um bei einer Längsneigung der Fahrbahn- und Gehwegflächen nicht zu große Höhenunterschiede zwischen dem Anfang und dem Ende der Dächer zu erhalten, sollen sie ähnlich wie heute gestuft angeordnet werden. Damit sie bei Regen schützen, werden sich die Dachflächen teilweise überlappen.

Grüner als geplant

Der neue Jahnplatz wird jetzt grüner als ursprünglich vorgesehen. Dazu trägt auch die Bepflanzung der Haltestellen-Dächer bei. Die Aufstellflächen für den Radverkehr werden an den Kreuzungspunkten vergrößert. Die Radwege auf dem Jahnplatz verlaufen durchgehend und erhalten einen Asphalt, der sich kontrastreich absetzen soll. An allen Querungsstellen und an den Zugängen zu den Haltestellen wird es für Sehbehinderte ein Leitsystem über die Radwege geben. Dort sind auch „Mini-Zebrastreifen“ geplant.

Für all das gab es am Ende eine Mehrheit in der Bezirksvertretung. Dort wurde aber auch Kritik geübt. André Langeworth (CDU) bemängelte die unklaren Aussagen der Verwaltung zu den Radwegen. Das Beleuchtungskonzept gefiel Hartmut Meichsner, ebenfalls CDU, nicht. Und Fraktionskollege Jan-Helge Henningsen hatte Zweifel, ob Entscheidungen der Bezirksvertretung überhaupt möglich seien, nachdem die Bezirksregierung Rats-Beschlüsse zum Jahnplatz gerügt hatte und diese im Rat am 18. Juni noch einmal gefasst werden müssen. Gerald Gutknecht (Grüne) fühlte sich von den Ämtern, denen Planungsdezernent Gregor Moss vorstehe, schlecht informiert: „Was von denen kommt, wird immer schmaler.“

Baubüro am Niederwall

Damit die Bielefelder, vor allem aber Anwohner und Händler, immer wissen, was während der Bauzeit passiert, wird am Niederwall ein Baubüro eingerichtet, in dem regelmäßig Ansprechpartner vor Ort sind. Und nachgedacht wird auch über einen „würdigen Start“ der Bauarbeiten am 1. Juli. Angefragt ist dazu auch ein hochrangiger Vertreter der Landesregierung. Denn Düsseldorf hat den 80-Prozent-Zuschuss zum Jahnplatz-Umbau genehmigt. Das Geld selbst kommt von der EU aus Brüssel.

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