Pandemie in der Region inzwischen deutlich eingedämmt
36 Städte in OWL coronafrei

Bielefeld (WB). Das Infektionsgeschehen in der Corona-Pandemie hat sich in OWL deutlich abgeschwächt. Inzwischen gelten – Stand Freitagnachmittag – 36 der insgesamt 70 Städte und Gemeinden in der Region als coronafrei. Das heißt, dass dort kein einziger Fall mehr eines aktuell mit dem Virus Infizierten gemeldet ist. Seit Erhebung der Daten durch die örtlichen Gesundheitsämter haben sich 3687 Menschen in OWL laborbestätigt mit Corona infiziert – 3397 davon gelten als genesen, 169 noch als akut erkrankt. 121 Menschen sind durch das oder mit dem Virus verstorben.

Samstag, 06.06.2020, 03:46 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 12:26 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Auch die Zahl der in hiesigen Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelten Patienten ist inzwischen sehr überschaubar. Im Kreis Minden-Lübbecke ist aktuell von sieben Patienten die Rede, im Kreis Paderborn werden vier Menschen stationär behandelt, im Kreis Gütersloh drei sowie in der Stadt Bielefeld eine Person.

Im Kreis Herford nur noch ein einziger aktiver Fall in Rödinghausen

Der Kreis Herford meldet insgesamt ­sogar nur noch einen einzigen akuten ­Corona-Fall in ­Röding­hausen. Die acht anderen Kommunen gelten seit Tagen oder teils Wochen als coronafrei. Der Kreis Herford mit 250.000 Einwohnern weist auch insgesamt die niedrigste Gesamtzahl an Infizierten seit Beginn der Pandemie auf. Von den sieben Todesfällen ist bei fünf das Coronavirus als ursächlich im Totenschein eingetragen, bei den zwei weiteren sind die unter Vorerkrankungen leidenden Menschen mit Corona verstorben. Darauf haben die Angehörigen Wert gelegt.

Die aktuelle Infektionslage in OWL.

Die aktuelle Infektionslage in OWL.

In Bielefeld noch 42 statt zu Spitzenzeiten 2566 Menschen in Quarantäne

Die wenigsten Corona-Todesfälle in OWL meldet die Stadt Bielefeld – hier wurden vier Opfer gezählt. Die Großstadt mit ihren rund 335.000 Einwohnern zählt aktuell noch zwölf akut Infizierte – in Spitzenzeiten Mitte April waren es 171. Die Zahl der auch als Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickten Bürger ist auf 42 gesunken – Anfang April lag der Höchstwert bei 2566.

Kreis Paderborn meldet am meisten Todesopfer in OWL

Der Kreis Paderborn weist mit 33 Todesopfern in der Corona-Krise die meisten in OWL auf. Dort traten in mehreren Altenheimen Infektionsherde auf. Allein neun Bewohner des Perthes-Hauses in Paderborn starben nach einer Infektion, mehr als 40 Senioren und Mitarbeiter hatten sich angesteckt. Auch im Krankenhaus Salzkotten forderte ein Corona-Ausbruch in der Geriatrie zwei Todesopfer. Seinerzeit lag die Ansteckungsrate im Kreis über dem Anfang Mai im Zuge der Lockerungen als Grenzwert für verschärfte Maßnahmen festgelegten Marke von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Krisenstab tagt im Kreis Gütersloh nur noch bei Bedarf

Das ­Virus hatte sich im Kreis Paderborn Mitte März zuerst durch Rückkehrer aus Skiurlauben in Österreich verbreitet – ebenso wie im Kreis Gütersloh. Dort trieben zuletzt Coronafälle bei Massentests in der Fleischindustrie die Zahl der Infizierten noch einmal nach oben – auf den höchsten Wert der Kreise in OWL. Angesichts des insgesamt positiven Trends macht sich aber auch bei der Kreisbehörde die Entspannung der Lage bemerkbar. Der Krisenstab tagt nicht mehr regelmäßig, sondern wird nur noch im Bedarfsfall einberufen. Zur Kontaktpersonenverfolgung stehen dem Gesundheitsamt derzeit rund 90 Mitarbeiter zur Verfügung – zu Spitzenzeiten waren es 110. In der Corona-Krise hat der Kreis auch ­26 Kräfte mit medizinischen Vorkenntnissen befristet eingestellt.

Ausbrüche in Alten- und Flüchtlingsheimen im Kreis Höxter

Auch im Kreis Höxter kam es zu größeren Ausbrüchen in Altenheimen sowie in einem Flüchtlingsheim in Bad Driburg. Aber auch dort ist das Infektionsgeschehen inzwischen so gering, dass die mobilen und stationären Testzentren geschlossen wurden. Prominentestes Corona-Opfer war hier der frühere Bürgermeister Höxters, Hermann Hecker, der mit 78 Jahren verstarb.

Bayerisches Fest im Kreis Minden-Lübbecke als Infektionsherd

Im Kreis Minden-Lübbecke hatte sich das Coronavirus in der Anfangszeit bei einem Bayerischen Fest verbreitet. Zudem sorgten Ausbrüche in einer Rehaklinik in Preußisch Oldendorf und einem Pflegeheim in Minden für weitere Infektionen.

Im Kreis Lippe musste Rehaklinik evakuiert werden

Im Kreis Lippe musste Anfang April eine Rehaklinik in Horn-Bad Meinberg evakuiert werden, nachdem sich dort mehr als 100 Patienten und Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Auch der Kreis Lippe kratzte damit damals am Grenzwert von 50 Neuerkrankungen.

Warnung vor Sorglosigkeit: „Pandemie bleibt sehr gefährlich“

Trotz der positiven Entwicklung und Entspannung an der Corona-Front in OWL warnt stellvertretend Minden-Lübbeckes Landrat Dr. Ralf Niermann vor Sorglosigkeit und mahnt zu Abstandhalten und Vorsicht. „Die Pandemie bleibt sehr gefährlich, zumal man andere Menschen auch anstecken kann, ohne selbst Symptome zu haben.“

 

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