Arbeitslosenquote in Ostwestfalen-Lippe steigt im Mai auf 6,3 Prozent – nach 6,0 im April
Mehr als 70.000 ohne Job

Bielefeld (WB). Die Arbeitslosigkeit ist im Mai auch in Ostwestfalen-Lippe weiter gestiegen. Erstmals seit vielen Jahren hat ihre Zahl die Marke von 70.000 überschritten. Mit 71.699 sind jetzt noch einmal weitere 3301 Erwerbstätige in der Region ohne Job. Normalerweise geht die Arbeitslosigkeit im Mai sogar zurück. Die Quote erhöhte sich in OWL gegenüber April von 6,0 auf 6,3. Vor einem Jahr lag sie bei 5,1, die Arbeitslosenzahl bei 57.621.

Donnerstag, 04.06.2020, 02:21 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 05:03 Uhr
Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Mai noch einmal erhöht. Grafik: Patrick Sönel

Im Bundesgebiet stieg die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Vormonat um 169.000 auf 2,813 Millionen. Im April waren mehr als 300.000 Erwerbstätige arbeitslos geworden. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, geht davon aus, dass inzwischen 578.000 Menschen wegen der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren haben.

Besorgnis erregende Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Angaben von Janine Billerbeck (Herford), Pressesprecherin der Arbeitsagenturen in OWL, ist auch die Zahl derer, die in der Region von Kurzarbeit betroffen sind, noch einmal gestiegen. Allerdings seien zwei Drittel der Anträge in der Corona-Zeit im April gestellt worden; im Mai etwa ein Sechstel. Insgesamt wurden bisher 21.543 Anträge von Unternehmen gestellt. Betroffen sind davon 343.151 Beschäftigte. Dabei sei, so Billerbeck, zu beachten, dass nicht jeder Antrag tatsächlich in Kurzarbeit münde, da manche vorsorglich gestellt würden oder sich die Voraussetzungen änderten.

Etwa ein Drittel der Anträge – 7543 für insgesamt 124,036 Beschäftigte – entfällt auf den Arbeitsamtsbezirk Bielefeld/Gütersloh; an zweiter Stelle folgt der Bezirk Herford/Minden-Lübbecke (6041/92.230), an dritter Paderborn/Höxter (4832/80.856) und an vierter Lippe (3137/46.029).

Besorgnis erregend ist nach Angaben von Thomas Richter, Leiter der Arbeitsagentur in Bielefeld, die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt in OWL. Ende Mai seien 12.578 Jugendliche noch ohne Lehrstelle gewesen. Das seien zwar 11,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich sei aber das Stellenangebot sogar um 14,2 Prozent auf 11.592 zurückgegangen. Die Schere gehe zum jetzigen Zeitpunkt auch deshalb noch so weit auseinander, weil viele Schulabgänger wegen der Pandemie schwerer anzusprechen seien. „Da ist alle Anstrengung notwendig, damit wir nicht in zwei Jahren einen noch größeren Fachkräftmangel in Ostwestfalen-Lippe haben werden“, erklärte Richter.

Quote in Bielefeld am höchsten

Was die Arbeitslosenquote betrifft, so ist sie in OWL nach wie vor in Bielefeld mit 8,7 Prozent am höchsten. Im Vergleich zum Mai 2019 stieg sie um 1,4 Prozentpunkte – ebenso wie in den Kreisen Paderborn und Minden-Lübbecke. Die niedrigste Quote meldet weiter der Kreis Höxter mit 4,7 Prozent. Knapp darüber liegt der Kreis Gütersloh, der zugleich mit 0,9 Prozentpunkten die niedrigste Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet.

Angesichts der Zug um Zug in Kraft tretenden Lockerungen bei den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie könnte sich der Arbeitslosenanstieg im Juni weiter abflachen. Experten schließen aber nicht aus, dass die Zahl bundesweit 2020 noch über die Drei-Millionen-Grenze steigen wird.

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