Brandstiftung verzögert den Neustart im Bielefelder Luna – „Mobi Süd“ geht in Rauch auf
Rückschlag für die Jugendarbeit

Bielefeld (WB). Mit dem 28 Jahre alten Wohnmobil ist am Jugendzentrum Luna in der Nacht zu Sonntag gleichsam die mobile Jugendarbeit in Sennestadt in Flammen aufgegangen. Und weil der Brand auch aufs Gebäude übergriff, ist derzeit noch unklar, wie die Arbeit mit den jungen Leuten weitergehen kann.

Donnerstag, 04.06.2020, 11:00 Uhr
Wie es mit der Jugendarbeit in Sennestadt weitergeht, ist Luna-Leiterin Rita Grale (von links), Haustechniker Roland Pankoke und Deniz Kalelioglu, der mit dem jetzt durch Brandstiftung zerstörten „Mobi Süd“-Fahrzeug unterwegs war, noch unklar. Foto: Thomas F. Starke

„Ich kann es immer noch nicht fassen“, sagt Rita Grale von den Sportfreunden Sennestadt, die das Kinder- und Jugendzentrum am Lindemann-Platz leitet. In dieser Woche sollte die Arbeit des vor zehn Jahren mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket aufwändig sanierten Hauses am Sennestadtteich nach der Corona-Zwangspause wieder öffnen. „Wir waren perfekt vorbereitet, haben ein Hygienekonzept und eine Aufteilung der Räume ausgearbeitet“, sagt Grale. Einige junge Leute waren gezielt eingeladen worden, weil eine offene Arbeit aufgrund der Abstandsregelungen immer noch nicht möglich ist. Die Öffnung des Hauses ist nun aber bis auf weiteres verschoben.

Umfang des Schadens ist noch unklar

Das Feuer war vom Wohnmobil auf die Fassade übergesprungen, hat Teile der Dämmung und des Daches sowie einige Fenster zerstört. Brandgeruch liegt noch in den Räumen, die zumindest in dieser Woche noch nicht für die Jugendarbeit genutzt werden können. Reinhold Peter, technischer Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebs (ISB), kündigte Untersuchungen durch einen Sachverständigen an, der prüfen soll, ob durch den Brand Schadstoffe ins Gebäude gezogen sind. Immerhin: Hinter der betroffenen Fassade liegen Verwaltungs- und Lagerräume. Die ließen sich so von den Räumen, die für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden, gut abgrenzen. Wenn alles gut läuft, können die jungen Leute in der kommenden Woche wieder rein. Unterdessen werden die eingeladenen Kinder und Jugendlichen vor dem Luna empfangen und draußen betreut.

Noch ist unklar, wie hoch der finanzielle Schaden ist, wie groß der Sanierungsaufwand wird. Für die Polizei scheint aber klar: Das Feuer wurde absichtlich gelegt. Brandermittler werten derzeit die Spurenlage aus, aber schon die Tatsache, dass gegenüber dem Luna in derselben Nacht auch ein Müllcontainer in Brand geriet, lässt auf Brandstiftung schließen, sagt Polizeisprecherin Hella Christoph. Es wären nicht die ersten Übergriffe: Unlängst waren vier Fensterscheiben am Luna zerstört worden, berichtet Rita Grale.

Polizei fahndet nach den Brandstiftern

Schwer wiegt aus Sicht der Sportfreunde vor allem der Verlust des Wohnmobils, das am Luna geparkt war und seit zehn Jahren unter dem Namen „Mobi Süd“ für die mobile Jugendarbeit im Einsatz war. Es war seit dreieinhalb Jahren zugleich der Arbeitsplatz von Deniz Kalelioglu (32), der mit dem Fahrzeug drei Mal pro Woche junge Menschen im Stadtteil aufsuchte, damit nach Dalbke, an die Württemberger Allee und die Skaterrampe fuhr. „Das Wohnmobil war Erkennungszeichen dieser Arbeit“, sagt Kalelioglu, der damit nicht nur die jungen Leute erreichte, die den Weg zum Luna nicht auf sich nehmen, sondern auch Ansprechpartner für Anwohner und Eltern vor Ort war.

Wie lange dieser Arbeit nach dem Brand jetzt brach liegt, ist ungewiss. Denn mit dem Fahrzeug sind auch alle Materialien darin ein Raub der Flammen geworden: Spiel- und Sportgeräte wie Inlineskates und Roller, Playstation, Gesellschaftsspiele, ein Fernsehgerät und Tablets, die bei der Medienarbeit zum Einsatz kamen. Wann und wie das alles ersetzt werden kann, steht Rita Grale zufolge in den Sternen und wird nun mit der Versicherung geklärt. Sie befürchtet, dass ein neues Wohnmobil derzeit schwer zu beschaffen ist. Denn der Markt sei infolge der veränderten Urlaubspläne der Menschen in der Corona-Krise förmlich leer gefegt.

Die Polizei sucht nun nach den Brandstiftern. Hinweise an Telefon 0521/5450.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7434819?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Comeback mit Auswärtspunkt
Arminias Cebio Soukou (links, hier gegen Frankfurts Martin Hinteregger) erzielte das 1:0 für den Aufsteiger. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker