Das Bielefelder Namu soll umziehen – Museum Huelsmann wird städtisch
Alle Museen unter einem Dach

Bielefeld (WB). Alle Museen im Ravensberger Park unter einem organisatorischen Dach – das können sich das Paprika-Bündnis aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten und Lokaldemokraten sowie die Linke vorstellen. In der Sitzung des Kulturausschusses an diesem Mittwoch wollen sie ein entsprechendes Konzept in Auftrag geben. Auch im bürgerlichen Lager gibt es Befürworter. Die Verwaltung spricht bereits von der Entstehung der Marke „Ravensberger Park“ als Kultur-, Freizeit- und Erholungsstandort.

Mittwoch, 03.06.2020, 12:00 Uhr
Die Neue Hechelei (unten im Bild) soll das Naturkundemuseum aufnehmen und einen Anbau erhalten. Foto: Thomas F. Starke

Doch bevor es soweit ist, müssen noch ein paar Weichenstellungen vorgenommen werden. Auch die sind Thema im Ausschuss. So soll eine Machbarkeitsstudie für den Einzug des Naturkundemuseums Namu in die Neue Hechelei konkretisiert werden. Und aus der Kunstgewerbesammlung Stiftung Huelsmann soll das Museum Huelsmann werden – künftig unter städtischer Regie. So wie von Anfang an das Historische Museum, das sich bereits im Park befindet.

Beengte Verhältnisse im Naturkundemuseum Namu

Das Namu aus den räumlich beengten Verhältnissen an der Kreuzstraße in die Neue Hechelei im Ravensberger Park zu verlegen, wird seit Jahren überlegt. Der Kulturausschuss hatte die Verwaltung 2018 beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Namu und dessen Förderverein Perspektiven für das Museum zu entwickeln – in konzeptioneller, räumlicher und personeller Hinsicht. Daraus wiederum entstand der Auftrag an das Bielefelder Architekturbüro Hillenhinrichs, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Die liegt nun in einem ersten Entwurf vor. Danach soll die Neue Hechelei um einen Anbau erweitert werden.  Dieser könnte nach den Vorstellungen der Planer die historische Baustruktur aufnehmen und die an die Neue Hechelei grenzende Mauer einschließen. Ziel müsse es sein, „das Gesamtensemble des Ravensberger Parks deutlich aufzuwerten.“

Das Büro Hillenhinrichs schlägt vor, im Obergeschoss der Neuen Hechelei die Dauerausstellung des Namu unterzubringen. Im Westflügel des Erdgeschosses wäre Platz für unterschiedlich große Seminarräume, der Ostflügel böte Raum für die beliebten Sonderausstellungen des Namu. Im Anbau soll Platz für die Verwaltung, Magazin und Bibliothek sein. Ein transparenter Verbindungsbau soll die Lücke schließen. Dort befände sich auch der Besuchereingang samt Museumsshop.

Neues Namu soll um die zehn Millionen Euro kosten

Das neue Namu würde nach ersten Schätzungen rund zehn Millionen Euro kosten. 5,4 Millionen davon entfielen auf den Anbau. Der Altbau der Neuen Hechelei war zuletzt bereits umfassend energetisch saniert worden. Das geschah „nutzungsoffen“. Davon würde nun auch das Namu profitieren.

Aus rechtlichen Gründen wird es künftig schwierig, die Kunstgewerbesammlung Stiftung Huelsmann im Raspi-Park als eigenständige Einrichtung zu halten. Die Stadt übernimmt derzeit die so genannten „Anstellungskörperschaft“ für alle im Bereich des Museums tätigen Mitarbeiter und überlässt sie der Stiftung. Das lasse sich nicht mehr unbegrenzt fortsetzen, heißt es aus dem Rathaus. Hinzu kommt, dass Hildegard Wiewelhove, Direktorin der Kunstgewerbesammlung, 2021 in den Ruhestand tritt, die Nachfolge geregelt werden muss. Dies soll nun im Rahmen einer Neuordnung geschehen. Das Museum wird komplett in die Organisation der Stadt Bielefeld eingegliedert. Auch die Stiftung befürwortet die Lösung. Deren Kuratorium gehören unter anderem Kulturdezernent Dr. Udo Witthaus und der CDU-Kulturpolitiker Prof. Dr. Christian von der Heyden an.

Der Stadt Millionenbetrag und 1000 Kunstwerke hinterlassen

Die Eheleute Hülsmann hatten in Hamburg die renommierte Kunsthandlung Huelsmann geführt und der Stadt Bielefeld, der Heimatstadt von Friedrich Hülsmann, seinerzeit ihr Vermögen, bestehend aus 5,3 Millionen D-Mark Barvermögen und einer mehr als 1000 Objekte umfassenden Kunstgewerbesammlung hinterlassen mit der Auflage, dass alle im Nachlass vorhandenen Kunstgegenstände und -sammlungen nicht veräußert werden dürften und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssten. Daraus entstanden die Museumspläne. Das Museum wurde dann in der Direktorenvilla der ehemaligen Ravensberger Spinnerei im Ravensberger Park eingerichtet und 1995 eröffnet.

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