Bielefelder (27) soll linksextremen Szene angehören – Wohnung durchsucht
Nach Überfall: Verdächtiger ermittelt

Bielefeld (WB/hz). Nach dem Überfall auf zwei 54-jährige Männer nach einer Kundgebung von Grundrechte-Aktivisten auf dem Bielefelder Kesselbrink ist ein Verdächtiger ermittelt worden. Der 27-Jährige soll der linksextremen Szene angehören, heißt es vom für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz der Polizei Bielefeld. Die Wohnung des Mannes wurde am Freitagmorgen durchsucht.

Freitag, 29.05.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 13:38 Uhr
Nach dieser Demonstration von Grundrechte-Aktivisten am Samstag der Vorwoche auf dem Bielefelder Kesselbrink kam es zum Überfall auf zwei Männer, die die Kundgebung besucht hatten. Ein Tatverdächtiger wurde jetzt ermittelt. Foto: Stelte

Der Mann steht im Verdacht, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Wie berichtet, war es am Samstag der Vorwoche nach der Kundgebung von Grundrechte-Aktivisten gegen die Coronavirus-Beschränkungen um kurz nach 18 Uhr zu dem Zwischenfall gekommen. Zwei 54-Jährige, die bei der Kundgebung zugeschaut, sich aber nicht aktiv beteiligt haben sollen, waren auf dem Heimweg an der Kreuzung August-Bebel-Straße/Paulusstraße von vier bis fünf Männern zunächst angesprochen, dann mit Pfefferspray besprüht, geschlagen und getreten worden.

Die Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden

Die Opfer aus Bielefeld und der lippischen Gemeinde Kalletal mussten im Krankenhaus ärztlich behandelt werden, die Angreifer waren zunächst unerkannt geflüchtet. Täter und Opfer sollen sich zuvor bei der Demo der Grundrechte-Aktivisten auf dem etwa 150 Meter vom Ort des Überfalls entfernten Kesselbrink getroffen haben.

Da von der Polizei eine politisch motivierte Straftat nicht ausgeschlossen wird, hat der für politische Straftaten zuständige Bielefelder Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Diese führten nun zu dem 27-jährigen Bielefelder, der zur linksextremen Szene gehören soll.

Polizei sucht nach weiteren Tatverdächtigen

Der Mann steht im Verdacht, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, seine Wohnung wurde am Freitagmorgen durchsucht, sagte Polizeisprecherin Hella Christoph. Dabei seien Beweismittel gefunden worden, die derzeit ausgewertet würden. Der Tatverdächtige befinde sich auf freiem Fuß. Angaben dazu, wie die Staatsschutz-Ermittler dem 27-Jährigen auf die Spur gekommen sind, machte die Polizei nicht. Auch zur Frage, ob es linksautonome Täter beim Überfall am Samstag der Vorwoche gezielt auf politische Gegner abgesehen hatten, gab es keine Antwort. Die Ermittlungen nach weiten Tatverdächtigen des Überfalls würden fortgeführt, sagte die Polizeisprecherin.

Antifa und Grundrechte-Aktivisten treffen auf Kesselbrink zusammen

Unterdessen droht an diesem Samstag ein neuer Konflikt auf dem Kesselbrink. Die Grundrechte-Aktivisten von der Bewegung „Recht und Freiheit 2020“ wollen von 16.30 Uhr an erneut auf dem zentralen Platz vor dem Polizei-Hochhaus demonstrieren. Zeitgleich soll auf dem Kesselbrink eine Demo gegen Angriffe der türkischen Armee auf die Kurdengebiete im Nahen Osten enden.

Zur Teilnahme an diesem Kurden-Aufzug, der am frühen Nachmittag am Hauptbahnhof beginnt und dann quer durch die Innenstadt bis zum Kesselbrink führt, werben seit Tagen verschiedene linksautonome Antifa-Organisationen in sozialen Netzwerken. Die sogenannte „Jugend-Antifa“ hat dazu aufgerufen, am Samstag in Bielefeld nach Grundrechte-Aktivisten Ausschau zu halten.

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