Internetbekanntschaft wollte sich wegen mutmaßlicher Vergewaltigung rächen
Mord an Bielefelder (28) war Racheakt

Bielefeld (WB/hz). Der Mord in Hannover mit mehr als 100 Messerstichen am Bielefelder Kadir A. (28) war offenbar ein brutaler Racheakt. Der Deutsch-Türke soll vergangenes Jahr in seiner hiesigen Wohnung seine Hannoveraner Internetbekanntschaft (25) beim Bielefeld-Besuch vergewaltigt haben. Das behauptete zumindest die junge Frau und stellte Strafanzeige.

Sonntag, 10.05.2020, 14:26 Uhr aktualisiert: 10.05.2020, 14:38 Uhr
Symbolbild Foto: dpa/Patrick Seeger

Die Anzeige war aber nicht erfolgreich, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, auf Anfrage. „Das Verfahren ist längst vom Tisch, es wurde eingestellt.“ Die Bielefelder Staatsanwaltschaft wollte zum geschlossenen Fall nichts sagen. „Dazu äußern wir uns nicht“, verwies der Bielefelder Oberstaatsanwalt Martin Temmen auf Hannover. Für alle Fragen in diesem Fall sei ausschließlich die im Messer-Mordfall ermittelnde Staatsanwaltschaft Hannover zuständig.

Am 5. April verlor sich die Spur des Bielefelders in Hannover

Kadir A. war, wie mehrfach berichtet, am 5. April mit dem Zug von Bielefeld in seine Heimatstadt Hannover gefahren. Dann verlor sich die Spur des 28-Jährigen, bis zehn Tage später seine mit mehr als 100 Schnitt- und Stichverletzungen übersäte Leiche halb verscharrt auf einem eingeebneten Grab von Friedhofsgärtnern gefunden wurde.

Den Ermittlungen einer Mordkommission der Polizei Hannover zufolge soll die Internetbekanntschaft Kadir A. zu einem Treffen nach Hannover gelockt haben, um sich mit ihrem neuen Freund (23) an dem Bielefelder für die vermeintliche Vergewaltigung zu rächen. Der neue Freund der Frau sei dringend verdächtig, den Bielefelder in einer Wohnung in Hannover Kirchrode getötet zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Klinge. Die Tatwaffe sei noch nicht gefunden worden. Medienberichten zufolge soll es sich bei der Waffe um ein asiatisches Kampfmesser oder Schwert handeln.

Beschuldigtes Paar behauptet in Notwehr gehandelt zu haben

Das seit Donnerstag in U-Haft sitzende Hannoveraner Paar behauptet, die mehr als 100 Stiche und Schnitte in Notwehr gesetzt zu haben. Eine geplante Aussprache zum Vergewaltigungsvorwurf sei in einen Kampf ausgeartet, so die Darstellung. Später sollen der 23-Jährige und die 25-Jährige den toten Bielefelder zum vom Tatort wenige hundert Meter entfernten Friedhof in Hannover Kirchrode gebracht haben.

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