Keine Freilassungen beim Prozess vor Bielefelder Landgericht um 210 Kilo Drogen Clan-Chef und Sohn weiter in Haft

Bielefeld (WB/hz). Seit Ende Oktober läuft am Landgericht Bielefeld einer der größten Drogenprozesse, die bei der hiesigen Justiz jemals geführt worden sind. Angeklagt sind der Chef (53) eines für Mord, illegale Waffengeschäfte und Rauschgifthandel bekannten Jesidenclans sowie seine drei Söhne (20/32/33). Dem bis zur Inhaftierung in Bielefeld wohnenden Quartett wird vorgeworfen, mit mehr als 210 Kilo Drogen gehandelt und dabei mehr als eine dreiviertel Million Euro verdient zu haben.

Das Landgericht in Bielefeld.
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Vater Adil M. und seine Söhne Cihan, Özgür und Diyar Jack sitzen mittlerweile seit Mitte März vergangenen Jahres in Haft. Ein Ende des Prozesses vor einer Großen Strafkammer des Landgerichtes ist derzeit nicht abzusehen. Dem 33-jährigen Angeklagten droht wegen seiner langjährigen kriminellen Karriere mit zahlreichen Vorstrafen sogar die Sicherungsverwahrung im Gefängnis bis zum Lebensende.

Nun sind die Verteidiger ein zweites Mal damit gescheitert, die Haftbefehle für einen Teil der Angeklagten aufheben oder wenigstens gegen Auflagen außer Vollzug setzen zu lassen. Die Große Strafkammer hat die Anträge abgelehnt, den Clanchef und seinen jüngsten Sohn (20) aus der U-Haft zu entlassen. Die Kammer sehe bei den Angeklagten den dringenden Tatverdacht weiter gegeben und befürchte Fluchtgefahr, sagte Gerichtssprecher Guiskard Eisenberg zu den Gründen.

Verteidiger Jan-Christian Hochmann kündigte an, gegen die Entscheidung der Bielefelder Justiz Beschwerde zum Oberlandesgericht Hamm einlegen zu wollen. Der Prozess gegen den Jesidenclan wird an diesem Montag in Bielefeld fortgesetzt.

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