Corona-Krise drückt Einnahmen – Erzbistum Paderborn erwartet Verlust
Kirchen fehlen Millionen

Paderborn/Bielefeld (dpa/WB/OH). Die beiden großen christlichen Kirchen in Nordrhein-Westfalen rechnen mit einem Einbruch bei den Kirchensteuern infolge der Corona-Krise. Niedrigere Löhne durch Kurzarbeit, geringere Verdienste Selbstständiger und wachsende Arbeitslosigkeit lassen die wichtigste Einnahmequelle der Kirchen spärlicher sprudeln.

Freitag, 08.05.2020, 03:33 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 09:34 Uhr
Ein Rückgang der Steuereinnahmen von nur einem Prozent würde Einbußen von etwa vier Millionen Euro bedeuten. Deswegen will das katholische Erzbistum Paderborn nun ihre Investitionen überprüfen. Foto: dpa

Das katholische Erzbistum Paderborn kündigte angesichts befürchteter sinkender Einnahmen strikte Haushaltsdisziplin und die Überprüfung aller wichtigen Investitionen an. Ein Rückgang der Steuereinnahmen von nur einem Prozent würde Einbußen von etwa vier Millionen Euro bedeuten.

Zusammen mit den finanziellen Ausfällen in Tagungs- und Bildungshäusern und zusätzlichen Investitionen in Heimarbeitsplätze werde sich die Situation bereits im laufenden Jahr niederschlagen: „Dies wird zu einem negativen Ergebnis 2020 im Haushalt des Erzbistums Paderborn führen“, teilte Pressesprecher Benjamin Krysmann mit.

Sparmaßnahmen haben vor der Krise begonnen

Für verlässliche Prognosen sei es noch zu früh, erklärten neben dem Erzbistum Paderborn auch die katholischen Bistümer Aachen, Essen, Köln und Münster. Sobald aussagekräftige Zahlen vorliegen, sollten diese umgehend beraten und dann die entsprechenden Weichen gestellt werden, hieß es. Viele Bistümer hatten schon vor der Krise wegen der weiter sinkenden Zahl an Mitgliedern bereits Sparmaßnahmen eingeleitet.

Auch die Evangelischen Landeskirchen in NRW stellen sich wegen der Folgen der Corona-Krise auf Einnahmeausfälle ein. Die Evangelische Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld plant mit einem „deutlichen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von mindestens zehn bis zu möglichen 25 Prozent, falls es zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Einbruch kommt“, teilte Pressesprecher Andreas Duder­stedt mit. Das entspricht Einbußen zwischen rund 50 und 130 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr ging der Haushaltsplan ursprünglich von 520 Millionen Euro an Einnahmen aus – nach 566 Millionen 2019. Für 2021 liegt die Schätzung derzeit noch bei 510 Millionen Euro – „auch dies muss gegebenenfalls noch angepasst werden“, erklärt Duderstedt.

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