Reisebüro Kley in Schieflage: Bielefelder Unternehmen mit elf Mitarbeitern stellt Insolvenzantrag
Wie sehr die Tourismusbranche unter der Corona-Krise leidet

Bielefeld (WB/peb). Die Tourismusbranche ist durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Das hat nun auch das Reisebüro Kley in eine wirtschaftliche Schieflage gezwungen. Das Reisebüro mit den beiden Bielefelder Standorten Oldentruper Straße und Potsdamer Straße hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt.

Mittwoch, 06.05.2020, 12:00 Uhr
Auch die Reisebüros erhoffen sich Lockerungen. Foto: dpa

„Aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen kommt es zur Stornierung fast aller gebuchten Reisen. Das Unternehmen erzielt vor diesem Hintergrund auf der einen Seite derzeit keine Umsätze, auf der anderen Seite müssen die laufenden Kosten weiterhin beglichen werden“, beschreibt Rechtsanwalt Dr. Mike Westkamp, vorläufiger Insolvenzverwalter, die Situation. Weil nach Einschätzung der Geschäftsführung auch in den kommenden Wochen keine signifikante Verbesserung der Lage auf dem Reisemarkt zu erwarten sei, habe sie sich entschlossen, frühzeitig einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen.

Die Gehälter der elf Arbeitnehmer sind Mike Westkamp zufolge aktuell durch das Insolvenzgeld gesichert. Kündigungen seien bislang nicht ausgesprochen worden. Der Geschäftsbetrieb in den beiden Reisebüros des Unternehmens laufe weiter, er „beschränkt sich allerdings derzeit im Wesentlichen auf die Bearbeitung von Stornierungen“, da aufgrund der aktuellen Lage keine Neubuchungen von Reisen erfolgten.

Eine Fortsetzung des Betriebs sei schwierig, wenn es keine Umsätze gebe, stellt der Rechtsanwalt zu den Perspektiven fest. Eine Veräußerung sei angesichts der Lage in der Reisebranche wenig aussichtsreich, „aber wir versuchen das natürlich“.

Auch eine Lockerung der derzeitigen Reisebeschränkungen könne den Reisebüros kurzfristig kaum helfen. „Die ganze Branche ist in einer Schockstarre“, sagt der Fachanwalt für Insolvenzrecht. Er befürchtet, dass eine ganze Welle an Insolvenzen von Reisebüros in ein bis zwei Monaten auf die Gerichte zurolle.

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